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18. Februar 2009

Es gibt weiter Druck von der Basis

Förderverein Kreiskrankenhaus besteht in einer Resolution auf Chefarztstelle Innere mit rheumatologischem Schwerpunkt.

RHEINFELDEN. Die Mitglieder des Fördervereins Kreiskrankenhaus engagieren sich nachdrücklich für den Klinikstandort und geben sich deshalb mit der Situation nicht zufrieden. Einstimmig wurde bei der Hauptversammlung eine Resolution an die Leitung der Kliniken GmbH auf den Weg gebracht, in der auf eine Beendigung der Spaltung der Kliniken gedrängt wird. Gefordert werden leistungs- und tarifgerechte Bezahlung der Mitarbeiter und eine eigenständige Chefarztstelle Innere mit rheumatologischem Schwerpunkt. Die Protestnote begleitet eine Unterschriftenliste.

Das schwierige Jahr 2008 mit den Kündigungen der beiden Chefärzte Dr. Eckardt (Orthopädie) und Dr. Westerhoff (Innere) stand am Montagabend im Mittelpunkt der Sitzung. Gut 100 Teilnehmer, überwiegend Mitglieder, wie Vorsitzender Bürgermeister Rolf Karrer erfreut zur Kenntnis nahm, zeigten mit ihrem Kommen auch ihre Verbundenheit mit dem Verein, der seit zehn Jahren die Klinik ideell unterstützt und fördert. Mit der einstimmigen Entlastung stärkten sie dem Vorstand der Rücken für die Arbeit.

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In seiner Rückblende auf 2008 erinnerte Karrer an die einzelnen Stationen einer im Ergebnis noch unbefriedigenden Entwicklung des 150-Betten-Hauses, in dem jährlich rund 4000 Patienten stationär und 15 000 ambulant behandelt werden.

In Kontrast zur Behauptung von Landrat Walter Schneider vor einem Jahr, dass sich der Standort "ganz hervorragend entwickle", stehe die teilweise "fürchterliche" Realität. Das habe mit dem Ausscheiden von Beiratsmitglied Verwaltungsleiter Siegbert Wiedmer begonnen, der hervorragende Arbeit geleistet habe. Inzwischen habe die GmbH immerhin eine Koordinatorenstelle eingerichtet mit Stanley Sutherland, was als "logische Konsequenz" zu werten sei.

Die Reihe der Hiobsbotschaften setzte die Kündigung der Chefärztin Orthopädie fort, weil ihr die Verbesserungen für Patienten und Personal zu ungewiss blieben. Dies habe eine noch "nie da gewesene Sympathiewelle für die Ärztin und Abteilung " in der Öffentlichkeit ausgelöst.

Der Protest des Vorstands gegen den Verlust, verbunden mit der Forderung nach einem "Wechsel der Geschäftsleitung der Kliniken" habe das Blatt aber nicht wenden können.

Was im Weiteren passierte bis zur Kündigung der Chefärztin Innere, Schließung der Abteilung für Wochen und den Verlust der Chefarztstelle rechnete Karrer auch "hausgemachten Problemen" zu.

Als wichtigstes Ziel für 2009 formulierte er "eine eigene Chefarztstelle für die Innere". Als positiv werden aber Gespräche über eine "Verlegung von Kompetenzen auch nach Rheinfelden" gewertet, die das Angebot der Klinik verbreitern und stärken, wie etwa die Handchirurgie.

Die Diskussion im Saal zeigte, dass sich die Mitglieder mit dem aktuellen Zustand nicht abfinden und mehr für die Zukunftssicherung wollen. Als einer der Wortführerinnen sprach sich AWO-Vorsitzende Ilsemie Dumont dafür aus, eine Unterschriftenaktion in die Wege zu leiten. Sie werde von Mitgliedern darauf angesprochen, weil rasches Handeln gefordert sei. Sie erinnerte an den Fall einer Patientin, die wegen Überfüllung nicht rechtzeitig behandelt werden konnte und an Unterzuckerung gestorben sei, aber auch an "miserables Essen". Ihr Fazit: "Es ist alles im Argen, da kann man nicht gesund werden". Die AWO werde eine Unterschriftenaktion deshalb unterstützen, um zu zeigen: "Wir stehen hinter diesem Haus". Auch Beiratsmitglied Toni Grabsch gab einer "eigenen Chefarztstelle" Priorität, sonst "sei die Innere nicht lebensfähig".

Fördervereinsvorsitzender Karrer dämpfte zwar die aufgeworfenen Erwartungen, dass der Gemeinderat mit dem Förderverein gemeinsam eine Prioritätenliste erstellen könne, um politisch etwas zu bewegen, sagte für März aber weitere Initiativen des Fördervereins zu.

Als "Trauerspiel" bezeichnete ein Mitglied den Verlust der Rheuma-Ambulanz. 4000 Patienten haben in den vergangenen 12 Jahren davon profitiert, die nun auf eine Behandlung in Bad Bellingen oder Freiburg mit langen Wartezeiten angewiesen seien. Der neue Chefarzt der Orthopädie, Dr. Wolfgang Birkner, der den Abend mit einem medizinischen Vortrag zu "Schmerzen im Knie" und Behandlungsmethoden beschloss, sprach als Beiratsmitglied dazu von einem "Hoffnungsschimmer". Demnächst werde ein Oberarzt mit rheumatologischer Zusatzausbildung in Rheinfelden erwartet.

Autor: Ingrid Böhm-Jacob