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28. März 2015

"Ich traf sogar die Kanzlerin"

BZ-UMFRAGE unter Schülern, die in Berufe reinschnuppern.

  1. Zehntklässlerin Selma Turgut (links) assistiert beim Zahnarzt, hier mit dem Absauger. Foto: Marleen Helmert

  2. Marleen Helmert Foto: Peter Gerigk

GRENZACH-WYHLEN. "Was möchte ich von Beruf werden?" Das fragt sich jeder Schüler früher oder später. Um dem gründlich auf den Zahn zu fühlen, absolvieren Gymnasiasten spätestens in der 10. Klasse ein Praktikum, die Berufsorientierung am Gymnasium (BOGY). BZ-Praktikantin Marleen Helmert erkundigte sich bei Mitschülern über deren Erfahrungen, die sie in dieser Woche unter anderem im Bundestag, beim Zahnarzt, im Krankenhaus und bei der Polizei sammelten.

"BOGY" soll für die Schüler ein Anreiz sein, sich mit der Thematik der Berufswahl auseinander zu setzen. Sie können viele Erfahrungen sammeln, nicht nur am Arbeitsplatz direkt, sondern auch wie man eine Bewerbung schreibt oder damit umgeht, wenn man eine Absage erteilt bekommt. Am Lise-Meitner-Gymnasium (LMG) in Grenzach-Wyhlen absolvierten rund 75 Schüler und Schülerinnen in dieser Woche ihr Praktikum. Genauso vielfältig wie die Arbeitswelt sind die Praktika: Da jeder Schüler andere Interessen hat, gibt es auch ein breites Spektrum an Berufsfeldern. Dem BOGY sind fast keine Grenzen gesetzt, so gab es sogar schon einen Schüler des LMG, der für sein Praktikum nach Shanghai reiste.

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Felix Kohler: Ich habe einen ganz besonderen BOGY-Platz, nämlich im deutschen Bundestag in Berlin. Dort durfte ich eine Woche lang den Arbeitsalltag des Abgeordneten Armin Schuster miterleben. Von einer Führung durch das Paul-Löbe-Haus und den Reichstag, bis hin zu einer Fraktionssitzung: Ich war überall dabei! Neben vielen verschiedenen Ministern habe ich sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen. Ich habe festgestellt, dass es bei so einer Sitzung eigentlich ganz lustig zugeht, und auch Politiker mal ein paar Witze reißen.

Zoe Fränkle: Mein BOGY war bei Vitra in Weil am Rhein in der Abteilung Interior Design Services. Ich habe mich hier beworben, weil ich mir gut vorstellen kann später im Bereich Innenarchitektur zu arbeiten. BOGY ist eine gute Sache, weil man in einen Beruf reinschnuppern kann und, wie bei mir, feststellt, wie viel Spaß einem dieser Beruf macht. Hier habe ich gelernt, wie vielseitig und kreativ dieser Job ist und dank des sehr abwechslungsreichen Programms hatte ich sehr viel Spaß.

Selma Turgut: Da ich später auf jeden Fall im Berufsfeld der Medizin arbeiten möchte, eventuell sogar als Kieferorthopädin, habe ich mein Praktikum in der Zahnklinik Smilin in Rheinfelden gemacht. BOGY gibt mir die Möglichkeit, einen Einblick in die Welt der Zahnärzte zu erhalten. Auch wenn ich nicht sonderlich viel machen konnte, habe ich dennoch einiges gelernt, wie zum Beispiel, dass der Job viel stressiger ist, als ich erwartet hatte. Besonders toll war auch die Zeit, die ich im Labor verbringen durfte. Das war sehr interessant! Damit ich noch etwas mehr Erfahrungen sammeln kann, werde ich mein Praktikum während der Osterferien um eine Woche verlängern und auch noch bei einem Kieferorthopäden reinschauen.

Marco Martino: Mit meinem BOGY bin ich sogar bis nach Italien gekommen: Nachdem ich zuerst eine halbe Woche lang bei einem Ingenieurbüro in Italien war, absolvierte ich den Rest meines Praktikums bei einem Partnerbüro in Lörrach. Neben vielen Fachbegriffen lernte ich auch, wie Dinge aus der Mathematik und Physik tatsächlich angewandt werden und es mir zu meiner Überraschung auch noch Spaß machte. Ich denke, BOGY bewahrt einige Schüler davor, sich später einmal den falschen Job auszusuchen, da man bei einem Praktikum schnell merkt, ob dieser Beruf das Richtige für einen ist. Ich bin auf jeden Fall begeistert und jetzt noch sicherer, was ich später einmal werden möchte. Es wird etwas in der Baubranche sein.

Saskia Loos: Damit ich meinen BOGY-Platz bekommen konnte, musste ich mich sehr frühzeitig bewerben, denn mein BOGY war bei der Polizei in Karlsruhe. Ich habe super viel gesehen und durfte miterleben, wie ein Polizeibeamter bei der Autobahnpolizei arbeitet und sogar selbst ein wenig schießen lernen. Bei der Polizei hat man eine gute Perspektive, was auch der Grund war, weshalb ich mein Praktikum dort machen wollte. Die Woche war unglaublich spannend, und ich bin froh, dass es sowas wie das BOGY gibt.

Celine Pairan: Weil ich schon seit langem Ärztin werden will, war für mich klar, wo ich mein BOGY machen werde. Deshalb verbrachte ich eine Woche im Gesundheitszentrum Fricktal in Laufenburg. BOGY ist super, um in die spannendsten Berufe zu kommen. Auch wenn es einem nicht gefällt, weiß man wenigstens, was man auf keinen Fall werden möchte.

Marleen Helmert ist 15 Jahre alt und besucht die 10 c des Lise-Meitner-Gymnasiums in Grenzach-Wyhlen. Deutsch und Gemeinschaftskunde sind ihre Lieblingsfächer. In der BZ-Redaktion Rheinfelden absolviert sie ihr erstes Praktikum. Sie trainiert beim TV Grenzach Leichtathletik.

Autor: bz