Katzen erobern alle Herzen

Danielle Hirschberger

Von Danielle Hirschberger

Fr, 23. März 2018

Rheinfelden

Sprachheilklasse an der Karl-Rolfus-Schule führt das Theaterstück "Rosas Katzenhaus" auf.

RHEINFELDEN-HERTEN. Das 123 Kilometer entfernte Evangelische Kinder- und Jugendhilfezentrum Dinglingen (ein Stadtteil von Lahr) hat eine Außenklasse an der Karl-Rolfus-Schule im St. Josefshaus Herten angesiedelt. In dieser Klasse werden neun sprach- und lernbehinderte Kinder von Fachkräften unterrichtet. Theaterpädagogin Annette Müller schrieb für diese Sprachheilklasse das bewegende Stück "Rosas Katzenhaus", das die jungen Schüler mit viel Begeisterung in der Halle des St. Josefshauses vorführten.

Seit November haben sich die sieben bis neun Jahre alten Schüler (1. und 2. Klasse) mit der Geschichte von Rosas Katzenhaus auseinandergesetzt. Rosa (gespielt von Sofia) nimmt alle Katzen bei sich auf, die ängstlich oder schüchtern sind. Die Katzen Krümel (Leonie), Bob (Eres), Snowball (Alecia), Simba (Joshua), Melody (Matteo), Lucy (Pasquale) und Miezi (Lukas) haben Angst vor Vögeln, Besen, Mäusen und lauten Geräuschen. Rosa nimmt sich der Ängste an und bringt den Katzen alles bei, was eine mutige Samtpfote wissen muss. Schließlich haben die Stubentiger keine Angst vor dem Besen mehr, eine sitzt sogar während des Fegens drauf.

Gespannt verfolgen die Zuschauer die lebendigen Szenen auf der Bühne mit musikalischer Begleitung von Harald Peghini am Klavier. Lustiges Gepurzele auf der dicken Matratze begleitet die zu Herzen gehenden Botschaft, Ängste zu überwinden. Jedes Kind trägt eine Katzenmaske und einen langen Katzenschwanz und zeigt ausdrucksstarke Gefühle als kleines Raubtier. Alessio ist die Stimme der Katzen, wenn Text nötig ist.

Die von Annette Müller selbst geschriebene Geschichte entwickelt sich weiter. Auf dem Weg zum Milch holen verunglückt Rosa, und ihre vierbeinigen Freunde retten sie. Auf der Bühne hüpft und tanzt die Gruppe, die Zuschauer applaudieren begeistert, denn aus den ursprünglich schüchternen Tieren sind sehr mutige Mitstreiter geworden.

Mehrere Kindergärten aus der Umgebung, Grundschüler aus Warmbach und Angehörige der jungen Schauspieler genossen die positive Geschichte. Die Klassenlehrer Maren Schurich und Sonja Rhein beruhigten die aufgeregten Kinder, Erzieherin Janine Meier sorgte für die richtige Maske. Regieassistentin Lisa Scherer (FSJ) hielt alles mit der Kamera fest, dann kann es später noch besprochen und bearbeitet werden.

Aus dem Sprachheilzentrum Dinglinger Haus waren Freimut Wacker und Christina Famulok angereist, um die großen Fortschritte der Schüler selbst zu erleben. Das Selbstwertgefühl der jungen Schauspieler erhält einen Schub durch eine solch erfolgreiche Vorführung, und das hilft im Alltag der sprachbehinderten Kinder.