Kinderturnfest: Ein Fest für den sportlichen Nachwuchs

Peter Gerigk

Von Peter Gerigk

Fr, 22. Juni 2012

Rheinfelden

TuS Herten und TV Rheinfelden richten das Kinderturnfest des Markgräfler Hochrhein-Turngaus am 1. Juli aus.

RHEINFELDEN. Aus Erfahrung optimistisch: Der TuS Herten und TV Rheinfelden freuen sich darauf, das Kinderturnfest für die Jugend des Markgräfler Hochrhein-Turngaus (MHTG) am Sonntag, 1. Juli, auszurichten. Weder das unbeständige Wetter noch die große Zahl an Gästen verunsichern die Verantwortlichen, die am Mittwoch ihre Pläne vorstellten. Vor genau fünf Jahren waren sie letztmals Gastgeber für den MHTG: beim Jubiläumsturnfest der Erwachsenen. Der angestammte Termin des Sparkassenspielfests garantiere zudem Sonnenschein, sind sie überzeugt.

Wegen des Kinderturnfestes findet das Spielfest diesmal nicht statt. Zwei so große Veranstaltungen in einem Sommer wären dann doch eine zu große Herausforderung für die Ausrichter. Peter Meier, der 2. Vorsitzende des TVR, rechnet fest mit schönem Wetter. Aber selbst wenn es regnen sollte: Die Wettkämpfe würden durchgezogen, versicherten er, TVR-Vorsitzende Ina Heidemann und Vorsitzender Jean-Pierre Roschman vom TuS Herten, denen 2007 der SV Degerfelden als Ausrichter beigestanden hatte.

Beim 125-Jahre-Jubiläum waren die Anforderungen ungleich höher. Dennoch begann die Organisation des ersten Kinderturnfests in Rheinfelden seit den 1980er Jahren schon im Januar. Aus den technischen Problemen von 2007 habe man gelernt, versicherte Heidemann. Das Wettkampfbüro in der Hans-Thoma-Schule leiten diesmal mehrere Turner des TV, die Siegerlisten bringen sie mit dem Fahrrad ins Europastadion, das Zentrum des Turnfestes.

800 Kinder und Jugendliche der Jahrgänge 2006 bis 1998 aus 35 Vereinen von Bad Bellingen bis ins Klettgau haben sich angemeldet; die meisten vom TV Laufenburg-Rhina (52), dicht gefolgt vom TuS Herten (49); vom TVR kündigten sich 35 junge Sportler an. Etwa 80 Helfer – fast paritätisch aufgeteilt aus beiden Vereinen – sorgen für den Ablauf des Festes. Für die vielen erwarteten Busse wird ein Parkplatz auf dem Festplatz am Tutti-Kiesi-Gelände eingerichtet.

Bei den Turnern ist es guter Brauch, solche Veranstaltungen mit Familienangehörigen zu besuchen. Die Ausrichter bereiten sich deshalb auf eine große Gästeschar vor und richten auch ihr Verpflegungsangebot darauf aus: "Wir sind stolz auf unsere familienfreundlichen Preise", betonte Heidemann. Beim Sport kann der Nachwuchs wählen zwischen einem Geräte-Vierkampf im Turnen, einem Leichtathletik-Dreikampf, einem Wahlvierkampf aus beiden Sportarten und einem modernen Siebenkampf für Breitensportler, bei dem der Spaß eindeutig im Vordergrund steht. Die Schmuggler-Musik spielt mittags im Stadion auf.

Roschman lobte die Veranstalter um ihre Vorsitzende Sabine Geiger (Klettgau) für die glänzenden Vorlagen für die Organisation: "Die Turnerjugend lieferte das Konzept, das ist im Vergleich mit dem Gauturnfest ungewohnt." Die Ausrichter müssen sich keine Gedanken machen, wie viele Bahnen Matten in den Hallen sie auslegen oder wo sie welche Geräte aufbauen; den detaillierten Plan dazu bekamen sie geliefert. "Das Problem für uns war nur, Helfer zu finden."

Speziell fürs fachlich anspruchsvolle Turnen ist es für alle Vereine auch schwierig Übungsleiter zu finden. Unter den 750 Mitgliedern des TuS Herten befinden sich 328 Minderjährige, Tanzen und Turnen sind Schwerpunkte seines Angebots. Etwa 600 Kinder und Jugendliche gehören dem TV Rheinfelden an, die meisten sind Leichtathleten, Fechter und Schwimmer, widmen sich also dem Wettkampfsport.

Viele der dem MHTG angeschlossenen 105 Vereine und rund 34 000 Mitglieder betreiben Sportarten wie Aerobic und Seniorenturnen, Erwachsene dürfen am Gau-Kinderturnfest aber gar nicht mitmachen. Zwar meinte Meier, der Trend leicht steigender Teilnehmerzahlen stabilisiere sich. Roschmann blickte aber noch weiter in die Vergangenheit zurück: "Früher waren die Hertener auch schon mit 80 bis 90 Teilnehmern dabei."

Unverändert ausgeprägt ist die Hilfsbereitschaft unter den Turnern: Weil der TVR nur einen modernen, für den Wettkampfsport erforderlichen Sprungtisch besitzt, bringt ihm ein Gastverein einen zweiten mit. Diese Spezialgeräte sind selten und werden im Schulunterricht gar nicht verwendet.