Schloss Beuggen

Nach Besitzerwechsel: Pendler sollen Parkplatz räumen

Verena Pichler

Von Verena Pichler

Mi, 28. Dezember 2016 um 17:53 Uhr

Rheinfelden

Schöne Bescherung: Der neue Eigentümer von Schloss Beuggen hat Pendler und Dauerparker aufgefordert, den Parkplatz am Bahnhalt zu räumen, weil dieser Privateigentum sei. Damit gibt es dort kaum noch Parkflächen.

Der Bahnhalt Beuggen wird von vielen Berufspendlern genutzt, um vom Auto auf den Zug umzusteigen. Bislang konnten die Pendler, zu denen auch Angelika Fricker aus Karsau gehört, ihre Autos auf dem großen Parkplatz in unmittelbarer Nähe zu den Gleisen abstellen. Auch einige Karsauer nutzen den Platz, um dort zu parken. Doch damit scheint es vorerst vorbei zu sein.

"Sollte sich da nicht nur jemand einen schlechten Scherz erlaubt haben, gibt es wirklich ein Problem."

Angelika Fricker
"Ich habe am Freitagabend, den 23. Dezember, einen Zettel unter meinen Scheibenwischern gefunden", erklärt Angelika Fricker. Darauf steht: "Schloss Beuggen ist Privateigentum. Die Nutzung der Parkflächen ist bis auf weiteres untersagt. Für Dauerparker gilt eine Frist von fünf Tagen (28. Dezember, 9 Uhr) für die Abholung der Fahrzeuge, ansonsten werden diese gebührenpflichtig abgeschleppt. Mit freundlichem Gruß, der Eigentümer." Dies ist seit dem 16. Dezember der Architekt Kai Flender (die BZ berichtete). "Sollte sich da nicht nur jemand einen schlechten Scherz erlaubt haben, gibt es wirklich ein Problem", so Fricker.

Denn weit und breit um den Bahnhalt gebe es keine weiteren Parkmöglichkeiten. "Dann kann die Bahn den Haltepunkt auch dicht machen." Fricker findet, dass die Bahn oder auch die Stadt das Grundstück hätte erwerben müssen, zum Allgemeinwohl. Für die Bahn ist jedoch die Bereitstellung von Pendlerparkplätzen keine Pflicht. "Der ruhende Verkehr wird im Normalfall von der öffentlichen Hand betreut", so ein DB-Sprecher am Mittwoch. Also zum Beispiel von der Stadt.

Oberbürgermeister Klaus Eberhardt erklärte auf BZ-Nachfrage, dass die Situation sich "etwas kompliziert darstellt". Fakt sei, dass die Straße zum Schloss und ein kleines Grundstück links und rechts der Unterführung der Stadt gehöre. Darauf stehen sechs Parkplätze zur Verfügung – viel zu wenig, um die vielen Nutzer aufzunehmen.

Stadt will um das Grundstück verhandeln
Die große Fläche, auf der nach Frickers Einschätzung rund 50 Autos parken können, gehört in den Besitz des Schlosses. Allerdings: "Es gibt einen Bebauungsplan ,Zufahrt Schloss Beuggen’ aus dem Jahr 1998. In diesem Plan, der nie umgesetzt wurde, ist die Fläche als öffentlicher Parkraum ausgewiesen", so Eberhardt. Vor etwa zwölf Jahren habe es Verhandlungen zwischen der evangelischen Landeskirche und der Stadt gegeben, die damals die Fläche kaufen wollte. "Diese waren jedoch nicht erfolgreich", so Eberhardt. Da es aber durch den Bebauungsplan ein Baurecht gebe, werde die Stadt mit dem neuen Eigentümer erneut Verhandlungen führen. Der BZ ist es seit Dienstag nicht gelungen, Kai Flender für eine Stellungnahme zu erreichen.

Pendlerin Angelika Fricker jedenfalls ist am ersten Arbeitstag nach den Feiertagen zu Fuß zum Bahnhalt Beuggen gegangen. "Ich wollte keinen Ärger provozieren und vielleicht tatsächlich abgeschleppt werden." Eine Dauerlösung sei dies jedoch nicht.

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