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26. Juli 2017

Nachts im Stadion

Zum 29. Mal findet am Freitag das Nachtmeeting im Europa Stadion statt / WM-Teilnehmer Jermaine Gayl läuft mit.

  1. Thomas Rist Foto: V. Pichler

RHEINFELDEN. Im vergangenen Jahr war noch nicht sicher, ob das Nachtmeeting der TV-Leichtathleten im Europa Stadion stattfinden kann. Mit der Sanierungszusage im Spätherbst bekamen Abteilungsleiter Thomas Rist und seine Mitstreiter wieder Planungssicherheit. Am Freitag starten erneut Athleten in verschiedenen Disziplinen – darunter auch ein WM-Teilnehmer.

Bereits 2016 war der Zustand des Stadions ein kritischer Punkt bei der Planung des sportlichen Großevents (die BZ berichtete). Rist hatte Druck gemacht und erklärt, dass ohne eine Sanierung das Nachtmeeting wohl nicht mehr stattfinden könne. "Wir waren überrascht, wie schnell die Zusage kam", so Rist am Dienstag gegenüber der BZ.

Noch ist die große Sanierung zwar nicht über die Bühne gegangen – doch fürs Nachtmeeting wurden ausreichend Vorkehrungen getroffen. "Wir mussten halt ein bisschen improvisieren", sagt Rist. Und: "Wir wollten es auf jeden Fall machen, denn pausieren ist immer schlecht." Außerdem ist das Nachtmeeting das einzige dieser Art in der Region und lockt nicht nur viele regionale Sportler an. Waren es im vergangenen Jahr Olympionike Jamal Wilson von den Bahamas (Hochsprung) oder die US-Sprinterin Tawana Meadows, die für internationales Flair sorgten, hat sich heuer WM-Teilnehmer Jermaine Gayl angemeldet. "Der läuft die 400 Meter in 45,60 Sekunden und die 200 in 20,92", schwärmt Rist. Das gebe es in Deutschland nicht. Um Gayl und Spitzensportler Kavon Nelson ein bisschen Konkurrenz zu verschaffen, hat Rist Schweizer Sportler angeschrieben. "Da gibt es auch ein paar, die die 200 Meter in 21 Sekunden laufen." Und Samantha James (800 Meter, 2,03,01 Minuten) werde wohl bei den Männern starten. Gespannt ist man auch auf Kugelstoßer Chad Wright. "Der macht 19,30 Meter, das sieht man auch nicht häufig."

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Bislang haben sich rund 60 Athleten angemeldet. "Die meisten kommen aber immer erst kurz vor Wettkampf auf uns zu." Rist schätzt, dass sich am Freitag wieder etwa 200 Sportler auf der Anlage tummeln werden. Vom TV Rheinfelden selbst werden sich allerdings nur vier bis fünf Nachwuchssportler mit anderen messen – die übrigen werden als Helfer gebraucht. Diejenigen, die starten dürfen, können das schon als Anerkennung ihrer Leistungen sehen. "Das ist eine Belohnung, und die Jugendlichen wollen das natürlich auch mal erleben", sagt Rist. Manche Helfer muss Rist schon ein bisschen überreden – nicht, weil sie keine Lust haben, sondern weil sie nervös sind. "Als Wettkampfrichter darf da natürlich nichts schief gehen." Rist selbst, der im Übrigen seit wenigen Tagen den Ruhestand genießt, wird am Freitag überall unterwegs sein. Auch die Tage davor drehen sich ums Nachtmeeting. "Es ist schon erstaunlich wie schnell die Zeit dann vergeht." Für Rist gibt’s eine Art Countdown: Erst kommt die Tour de France, dann das Stimmen-Festival in Lörrach. "Und dann kommen wir", sagt der ehemalige Polizist lachend.

Für viele Athleten ist das Nachtmeeting in Rheinfelden ein beliebter Saisonausklang. Etwa für den TV Bühlertal aus dem Ortenaukreis. "Die kommen immer mit rund 20 Teilnehmern und schlafen dann im Stadion auf den Hochsprungmatten." Zwar liegt noch keine Anmeldung vor, aber Rist ist sich sicher, dass die noch kommt.

Autor: Verena Pichler