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28. Oktober 2011
Tief in die Beine geblickt
Dr. Friedrich Hauß informiert beim Förderverein Kreiskrankenhaus über den Krampf mit den Adern.
RHEINFELDEN. Zum medizinischen Vortrag "Der Krampf mit den Adern" kamen so viele Zuhörer, dass der Platz im Sitzungssaal des Rathauses fast nicht ausreichte. Eingeladen hatte der Förderverein Kreiskrankenhaus Rheinfelden. Sein Vorsitzender Rolf Karrer begrüßte Vereinsmitglieder, Betroffene und Physiotherapeuten, also Menschen, die beruflich mit dem Thema zu tun haben. Referent Dr. med. Friedrich Hauß ist selbst Mitglied im Förderverein, er könne also ein Eigengewächs ankündigen, sagte Karrer.
Wer kein Blut sehen könne, solle nicht hingucken, meinte der Referent. Er zeigte Fotos und Filme aus dem Krankenhaus mit Besenreisern und Krampfadern, die immer heftiger, immer schlimmer wurden. Aber das mit dem Wegschauen war auch nicht so einfach: Die technische Ausrüstung im Saal wurde verbessert, auf zwei Seiten befinden sich große Leinwände, über die das Geschehen bestens verfolgt werden kann. Vorne zogen Hände eine Wurst aus dem Bein, das Publikum amüsierte, ekelte und gruselte sich gleichermaßen, schaute sehr skeptisch und ließ sich von der modernen Chirurgie zeigen, wie die Vene frei präpariert wird.Werbung
Krampfadern, so viel verstanden alle, sind kein Fehler der Adern, sondern der Klappen. Hauß zeigte Wege der Diagnostik und mögliche Behandlungswege. Dazu benutzte er neben den Originalfilmen aus dem Rheinfelder OP methodische Filme, deren Schemata einen Sachverhalt klar erläuterten. Er hatte einen Laserstrahlapparat mitgebracht und ließ Einzelteile durch die Reihen wandern: Der Abend brachte viele Erkenntnisse über die eigenen Beine. Die richtige Vorbeugung durch Gymnastik, Venenwalking, Kaltwasseranwendungen, Gewichtsreduzierung und anderen Aspekten legte er allen Anwesenden sehr ans Herz.
Nach dem Vortrag beantwortete Hauß Fragen. In erster Linie wurden Probleme mit Krankenkassen angesprochen, weil diese die Kosten nicht übernehmen möchten. Fragen zu Stützstrümpfen wurden kompetent beantwortet, es war auch ein Sanitätsfachgeschäft mit Mustern vor Ort. Der Arzt sagte aber trocken: "Ob hellblau oder anders bunt, die sind genauso eng." Binden sei die "letzte Katastrophe", das würde heute nicht mehr gemacht.
Rolf Karrer machte Werbung für den Förderverein Kreiskrankenhaus, der künftig solche Informationsveranstaltungen vermehrt anbieten will.
Autor: Danielle Hirschberger
