Anglerheim wird zum Übungsschauplatz

Jörg Schimanski

Von Jörg Schimanski

Fr, 13. Oktober 2017

Rheinhausen

Nachtalarmübung der Rheinhausener Feuerwehr / Stützpunktkommandant sieht die Wehr gut aufgestellt.

RHEINHAUSEN. Das am Rande des Naturschutzgebiets Taubergießen gelegene Anglerheim war Schauplatz und Übungsort der diesjährigen Nachtalarmübung der Feuerwehr Rheinhausen. Die um 19.30 Uhr alarmierten Feuerwehrleute stellten sich der folgende Aufgabe: "Im Küchenbereich ist ein Brand ausgebrochen, der mittlerweile auf das gesamte Gebäude über gegriffen hat. Eine verletzte Person befindet sich außerhalb des Gebäudes, zwei weitere Personen werden noch im Gebäude vermisst."

Durch den Einsatz von Diskonebel wirkte das Szenario noch realistischer. Die Feuerwehr Rheinhausen war wenige Minuten nach der Alarmierung vor Ort. Während der Löschangriff vorbereitet wurde, gingen mehrere Atemschutzträger in das Gebäude, suchten darin nach Personen und brachten sie zur weiteren Betreuung nach draußen.

Die außerhalb des Gebäudes befindliche Person wurde ebenfalls versorgt. Der Einsatzleiter forderte die Drehleiter der Feuerwehr Herbolzheim an, die kurz darauf eintraf. Dadurch konnten die Feuerwehrleute nicht nur von den Seiten, sondern auch von oben her löschen. Nachdem die Menge an mitgeführtem Löschwasser nicht zur Brandbekämpfung ausreichte, wurde eine Wasserversorgung über den Fischteich gelegt, da so weit außerhalb der Wohnbebauung kein Hydrant vorhanden ist.

In seiner Manöverkritik sprach Stützpunktkommandant Martin Hämmerle, der Kreisbrandmeister Jörg Berger vertrat, von einer gelungenen Übung. Die Entscheidung, die Drehleiter anzufordern, sei richtig gewesen. Man habe auch gesehen, dass der Aufbau einer offenen Wasserversorgung seine Zeit brauche. Hier regte Hämmerle an, auch die im zweiten Fahrzeug befindlichen 1000 Liter Löschwasser zu verwenden und nicht nur die 2500 Liter im ersten Fahrzeug. Im Ernstfall müsse man auch bedenken, dass die umliegende Vegetation ebenfalls in Flammen stehe.

Als besonders positiv hob Hämmerle die schnelle Personenrettung hervor. Hämmerle sieht die Feuerwehr Rheinhausen sehr gut ausgebildet und gut aufgestellt. Kommandant Thorsten Heckel bedankte sich bei den Feuerwehrkameraden für ihren Einsatz und beim Angelverein und dem Pächter für die Möglichkeit, im Vereinsheim die Übung machen zu können.

Bürgermeister Jürgen Louis bedankte sich für die gelungene Übung. Er lobte die Feuerwehrkameraden für ihren ehrenamtlichen Einsatz und die Bereitschaft, an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung zu stehen. "Prima, dass Sie mit Philipp Kaiser nicht nur in der sportlichen Weltspitze vertreten sind, sondern auch in der Breite gut aufgestellt sind", sagte der Rathauschef. Er verwies darauf, dass in der Klausurtagung des Gemeinderats im November auch über die Ausstattung der Feuerwehr gesprochen werde. Er stellte in Aussicht, dass die nach dem Feuerwehrbedarfsplan beschlossene Beschaffung eines Mannschaftswagen entweder im kommenden Jahr oder 2019 realisiert werden könnte.