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12. August 2011

Eine Truppe für medizinische Notfälle

Projekt "First-Responder-Gruppe im Gemeinderat vorgestellt / Auszeichnung für Firma Brüderle, die einen Drucklüfter spendet.

RHEINHAUSEN. Zwei wesentliche Punkte der Gemeinderatssitzung betrafen die Arbeit von Feuerwehr und DRK. Als langjähriger Unterstützer der Wehr wurde die Firma Brüderle Kunststofftechnik ausgezeichnet. Der DRK-Vorsitzende Karsten Stotz präsentierte gemeinsam mit Feuerwehrkommandant Thorsten Heckel das Projekt "First-Responder-Gruppe".

Besondere Freude bereitete die Ernennung der Rheinhausener Firma Brüderle Kunststofftechnik zum "Partner der Feuerwehr". Für die jahrelange Freistellung von Mitarbeitern für Feuerwehreinsätze und Unterstützung der Einsatzkräfte bei der Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen erhielten die Firmenleiter Peter und Pierre Brüderle eine Urkunde der Gemeinde Rheinhausen. Aktueller Anlass war die Spende eines elektrischen Druckbelüfters im Wert von rund 3000 Euro. Dieser dient dazu, im Brandfall den Rauch aus Räumen zu entfernenn und ersetzt ein, so Heckel "viel leistungsschwächeres und extrem lautes" altes Gerät. Gerne werde er die Rheinhausener Wehr weiterhin unterstützen, "wenn das Geschäft so weiterläuft", erwiderte Seniorchef Peter Brüderle auf den Dank seiner Gemeinde.

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Der DRK-Vorsitzende Karsten Stotz stellte gemeinsam mit Feuerwehrkommandant Thorsten Heckel die geplante Bildung einer First-Responder-Gruppe vor. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr wird das DRK ab dem Herbst hoch qualifizierte "Helfer vor Ort" ausbilden. Das Ziel ist, dem Nachwuchsrückgang entgegenzuwirken und mit einer zusätzlichen Einsatztruppe die Notfallversorgung zu verbessern.

Die "First Responder" sollen insbesondere bei medizinischen Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall die therapiefreie Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens überbrücken und lebensbedrohliche Störungen möglichst früh beseitigen. Nach der Einsatzstatistik hätte es im Jahr 2010 potentiell 24 First-Responder-Einsätze gegeben, erläuterte Stotz. Wie Feuerwehr und DRK werden auch die Mitglieder der First-Responder-Gruppe in geeigneten Fällen von der Rettungsleitstelle alarmiert. In festen 2-er Teams sollen diese dazu in wechselnder Bereitschaft stehen.

Zur Anschaffung der Ausrüstung wie Fahrzeug, Schutzkleidung, Funkmeldeempfänger oder Sanitätsrucksäcke ist das Projekt auf Spenden angewiesen. Ein Spendenangebot der Badischen Gemeindeversicherung BGV über ein AED-Gerät (Defibrillator) im Wert von 1450 Euro wurde daher vom Gemeinderat angenommen. Es entspricht dem von der DRK benutzten Gerätetyp und kann somit über den DRK-Ortsverband Herbolzheim-Rheinhausen mit gewartet werden.

Zur Bildung der First-Responder-Gruppe haben sich bisher 12 Feuerwehrleute und 5 bereits rettungsdienstlich ausgebildete Rheinhausener DRK-Mitglieder gemeldet. Doch auch die Rheinhausener Bevölkerung ist zur Beteiligung aufgerufen. In einer Informationsveranstaltung nach der im September stattfindenden Rheinfeier soll das Projekt hierzu der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Ausbildung, die in mehreren Etappen erfolgt, soll bereits im Herbst beginnen. Ab Januar soll die Gruppe einsatzbereit sein.

Autor: Ute Schöler