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10. Januar 2012 00:02 Uhr

Jobmotor 2011

Richter Aluminium leidet unter dem Fachkräftemangel

Fachkräftemangel in der Ortenau: Richter Aluminium aus Offenburg wächst und wächst – muss aber trotzdem Aufträge ablehnen, weil dem Unternehmen die Mitarbeiter fehlen.

  1. Werkhalle an der Autobahn 5 Foto: Christoph Breithaupt

Aluminium kommt zum Einsatz, wo es darum geht, Gewicht zu sparen. Das im Vergleich zu Stahl und Eisen wesentlich leichtere Nicht-Edelmetall ist in Form von Blechen in Autos, Flugzeugen und vielen Maschinen vorhanden. Es wird aber auch als Träger, Streben oder Rahmen im Haus- und Industriebau eingesetzt oder bei Tragekonstruktionen von Solardächern. Dem Offenburger Unternehmer Ludwig Richter (57) wird die Arbeit nicht so schnell ausgehen, denn der Bedarf nach leichtem und zugleich stabilem Material wächst allenthalben. "Wenn ich 100 Leute kriegen würde, würde ich sie sofort einstellen", sagte Ludwig Richter unlängst, als er den CDU-Landtagsabgeordneten Willi Stächele durch seinen Betrieb führte. Zuverlässig müssten sie halt sein, sagt der Industriemeister, der früher bei Sapa in Elgersweier gearbeitet hat, sich 1988 in Gengenbach selbständig machte und 1991 in Ohlsbach ein Presswerk errichtete.

Mit den Jahren ist ein weiteres Werk auf der Gemarkung Schutterwald entstanden, direkt an der Autobahn 5 im Gewerbepark Offenburg, der von mehreren Gemeinden getragen wird. Die Zahl der Mitarbeiter in beiden Werken stieg zwischen 2003 und 2010 von 55 auf 105, die Produktion von 4100 auf 23 000 Tonnen Aluprofilen, der Umsatz von zehn Millionen auf 60 Millionen Euro im Jahr. Und die nächste Erweiterung ist bereits geplant. Ludwig Richter will bis 2013 seinen Betrieb erneut für rund zwölf Millionen Euro erweitern und hat dafür bereits 5000 Quadratmeter im Gewerbepark Offenburg erworben. Es ist noch mehr Platz da, Richter hat auf 50 000 Quadratmeter eine Option. Die jetzige Werkshalle bietet auf 180 Metern Länge fast 15 000 Quadratmeter Arbeitsfläche. Das entspricht der Fläche von drei Fußballfeldern. Langfristig plant das Unternehmen, komplett in den Gewerbepark umzuziehen.

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Rund um die Uhr werden dort aus acht Meter langen und 20 Zentimeter dicken Aluminiumbalken – der Fachmann nennt sie Stränge – Profilschienen gepresst. Bis zu sechs Tonnen je Stunde werden gefertigt. Die Aluminiumstränge werden unter 500 Grad Hitze und bis zu 35 Tonnen Druck mit stählernen Werkzeugen bearbeitet, so dass Ecken und Kanten dem entsprechen, was die Kunden verlangen. Sie wiegen je nach Stärke zwischen einem halben Pfund und zehn Kilogramm pro laufendem Meter. Die Profile landen in der Solarindustrie, der Autoindustrie, bei Möbelbauern und Herstellern von Elektrogeräten. Hauptmarkt ist der Binnenmarkt mit 90 Prozent. Die Werkserweiterung in Schutterwald treibt die Produktionskapazität auf 40 000 Tonnen pro Jahr nach oben. Die Produktionsanlagen sind hochgradig automatisiert. Dennoch ist für die Nachbearbeitung der Profile nach wie vor fachlich qualifizierte Handarbeit gefragt. Ludwig Richter hat große Probleme, genügend Fachkräfte dafür zu finden. "Der Markt ist leer", klagte er. Schon jetzt könne er nicht alle Aufträge annehmen, weil ihm die Leute fehlten.

Stichwort: Wettbewerb Jobmotor

Zum sechsten Mal findet der Wettbewerb Jobmotor statt. Wir suchen Unternehmen in Südbaden, die dauerhaft Stellen in der Region schaffen. Wir verleihen den Preis Jobmotor 2011 an diejenigen Betriebe, die die meisten Arbeitsplätze geschaffen haben. Außerdem loben wir einen Sonderpreis aus für jenes Unternehmen, das am meisten für die Energieeffizienz im Betrieb getan hat. Bis zum 31. Januar 2012 sind Bewerbungen möglich. Die Ehrung der Sieger findet am 9. März 2012 in der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau statt. weg

Details zum Wettbewerb und Teilnahmeformular: www.badische-zeitung.de/ jobmotor

Autor: Heinz Siebold