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10. Januar 2014

Brennholz wird zum knappen Gut

Auch im Hotzenwald steigen die Preise / Forstbetriebe fordern sparsamen und fachkundigen Umgang.

  1. Brennholz vor der Hütte zu haben, wird wegen der gestiegenen Nachfrage immer teurer. Foto: Wolfgang Adam

  2. Wer sein Holz selbst im Wald holt, muss einen Motorsägenschein vorweisen. Foto: BZ

HOTZENWALD. Der nachwachsende Rohstoff Holz kann nicht grenzenlos als CO2-neutraler und ressourcensparender Energieträger eingesetzt werden. Zu dieser Einschätzung kommen Forstbehörden, die seit Jahren einen Anstieg von Holzheizungen in Wohn- wie auch Gewerbegebäuden beobachten. Die Nachfrage führte zudem zu einem deutlichen Anstieg der Brennholzpreise, wie auf Nachfrage der Badischen Zeitung der Forstbezirk West in Bad Säckingen mitteilte.

"Wer heute eine Holzheizung installieren will, muss sich schon der Frage stellen, wo er das Holz herbekommt und zu welchem Preis", sagt Reiner Hegar, stellvertretender Forstbezirksleiter und Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaften Vorderer Hotzenwald und Energieholz Hochrhein. Nach neueren Erhebungen werden bundesweit schon mehr als 50 Prozent des Holzeinschlags für die Bereitstellung von Brennholz getätigt. Angesichts der großen Bedeutung des Naturstoffs für die Bau- und Handwerksbetriebe sowie für andere Branchen der Holztechnik kommt Hegar zu dem Schluss: "Brennholz ist ein effizienter Energieträger, aber er sollte sparsam und fachkundig eingesetzt werden." Bei den Einsparmöglichkeiten denkt Hegar vor allem an verbesserte Wärme-Isolierungen und Solaranlagen, die die Holzheizung unterstützen.

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Holzanteil liegt weit hinter dem von Gas und Öl

Dies empfiehlt im Gespräch mit der Badischen Zeitung auch der Hottinger Heizungsbauer Manfred Schäuble, der sich seit Jahren auch an umweltschonenden Initiativen der Energiegemeinschaft Hochrhein beteiligt. Die moderne Haustechnik arbeite ständig an Einsparmöglichkeiten für alle Energieträger, damit auch künftig der Einsatz von Biomasse für die Gebäudeheizung vertretbar ist. Nach bundesweiten Erhebungen, so ergänzt Schäuble, sei der Anteil von Holz am Einsatz aller Energieträger derzeit noch sehr gering. Rund 60 Prozent der Heizungen würden mit Gas betrieben, rund 20 Prozent mit Öl. Wenn weitere Einsparmaßnahmen greifen, liegt für Schäuble der Holzenergieanteil selbst bei starker Zunahme von Holzheizungen weiterhin im einstelligen Prozentbereich.

Ein Blick in Internetforen zeigt die Verunsicherung von Häuslebauern hinsichtlich der Entwicklung des Preises von Brennholz. Dieser ist nach Auskunft Hegars auch im holzreichen Hotzenwald stetig gestiegen. Selbst diejenigen, die das Brennholz kostengünstig selber im Wald zubereiten, müssten zukünftig immer tiefer in die Tasche greifen. Im Vergleich zu früheren Jahren würden immer weniger Schlagräume für die als Selbstwerber bezeichneten Hausbesitzer vergeben. Dies liege zum einen an strikter gewordenen Sicherheitsvorschriften und zum anderen am verstärkten Einsatz von maschinellen Vollerntern im Wald. Künftig sollen auch mehr Kronen von gefällten Bäumen im Wald bleiben, um die Nährstoffsituation in den Böden stabil zu halten.

Wer für sich Brennholz braucht, kann dies über das Forstamt und über Holzhauerbetriebe der Region bekommen. Weil viele Waldbesitzer und Selbstwerber technisch nicht mehr ausreichend für die eigene Holzaufarbeitung im Wald ausgerüstet sind und weil auch Unfallverhütungsvorschriften aus gutem Grund stark verschärft wurden, wird vom Forstamt das Brennholz an Waldstraßen vorgeliefert. Dort wird es für den Käufer überwiegend in langer Form für das Zusägen gelagert.

Wenn heute ein Käufer sein Holz am Waldweg oder im Wald selbst aufarbeitet, ist der Nachweis vom Besuch eines Motorsägenlehrgangs und einer entsprechenden Sicherheitskleidung erforderlich. Alternativ kann er das Holz auch von einem Langholztransporteur abholen und bei sich zu Hause lagern lassen. Das an der Waldstraße gelagerte Laubbrennholz aus dem öffentlichen Wald hat im Hotzenwald derzeit einen Preis von rund 65 Euro pro Festmeter. Diese Summe liegt unter dem Durchschnitt der angrenzenden Landkreise.

Autor: Wolfgang Adam