Musikverein präsentiert sich als harmonische Einheit

Werner Probst

Von Werner Probst

Di, 05. Dezember 2017

Rickenbach

Rickenbacher überzeugen bei ihrem Konzert in der katholischen Pfarrkirche / Solisten und Ensemble rufen Beifallsstürme im Publikum hervor.

RICKENBACH (pro). Mit einem begeisternden Kirchenkonzert wartete das Blasorchester des Musikvereins Rickenbach am Sonntag in der Katholischen Pfarrkirche Rickenbach auf. Unter der Leitung von Stefan Wagner liefen die über 40 Musiker zur Höchstform auf und begeisterten die Zuhörer in der gut besetzten, allerdings recht kalten Kirche. Dies konnte die Zuhörer jedoch nicht an Begeisterungsstürmen hindern, die schließlich in stehenden Ovationen mündeten.

Der Konzertreigen wurde mit dem St. Florians Choral des österreichischen Komponisten Thomas Doss eröffnet. Der Komponist verfasste den Choral als eine Verneigung vor seinem Vorbild Anton Bruckner, der in der Stiftskirche St. Florian viele seiner Werke schrieb. Schon in diesem ersten Stück zeigte das Orchester sich als harmonische Einheit, präsentierte sich rhythmisch stark, ehe mit "We hold these truths" des Komponisten James L. Hosay, bekannte Gospels und Lieder erklangen. Reichlich hatten einzelne Register Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen und das rhythmische Klatschen der gerade pausierenden Register sorgte für ein besonderes Klangerlebnis. Mit der Wiedergabe des Stückes "Gabriels Oboe", aus dem Film "The Mission", das Ennio Morricone komponierte und von Roland Kernen für Blasmusik arrangiert wurde, hatte der junge Musiker Sebastian Rünzi als Solist auf der Trompete reichlich Gelegenheit, mit seinem beeindruckenden Können klangrein, voluminös und emotional das Stück zum Erfolg zu führen.

Von seinem Können zeigte sich nicht nur das Publikum begeistert, das den Beifall nicht beenden wollte, sondern auch Dirigent Stefan Wagner, der den Weg durch die Musikerreihen nicht scheute, um Sebastian Rünzi zu gratulieren.

Ein weiterer Höhepunkt war "When you believe", ein Arrangement von Wim Stalmann, ein Werk aus dem Zeichentrickfilm der "Prinz von Ägypten", wobei die Tochter des Dirigenten, Verena Wagner, den Gesangspart übernahm. Die Flötistin zeigte beeindruckend auf, dass ihre voluminöse, klangreine Stimme zum Orchestererfolg beitragen kann. Zu einem Hörgenuss wurde auch das Stück "Rest", das auf einem Gedicht einer amerikanischen Dichterin basiert und ihre Vorfreude auf ihre Ruhe nach ihrem Tod erahnen ließ. Frank Tichele komponierte das Werk, ehe mit "Westminster Carol", ein Arrangement von James L. Hosay, französische Weihnachtslieder den Abschluss des offiziellen Konzertteils bildete.

Stehender, nicht enden wollender Applaus sorgte dafür, dass schließlich mit der Filmmusik: "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" von Karel Svoboda eine Zugabe gewährt wurde. Diese weihnachtliche Musik, sehr feinfühlig vorgetragen, mit einem mächtigen Schluss, schloss sich beeindruckend den vorangegangenen Werken an. Ein überaus gelungenes Konzert ging nach über einstündiger Dauer vorüber, wobei Dirigent Stefan Wagner es glänzend verstand, das Orchester zu einem Klangerlebnis zu führen.