101 Künstler sind nominiert

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 19. Oktober 2018

Riegel

Kunsthalle Messmer vergibt 5. André-Evard-Preis für konkret-konstruktive Kunst / Ausstellung dazu ab November .

RIEGEL (BZ). Bereits zum fünften Mal vergibt die Kunsthalle Messmer einen der weltweit wichtigsten Kunstpreise im Bereich der konkret-konstruktiven Kunst. Für den diesjährigen André-Evard-Preis haben sich nach Angaben der Kunsthalle Messmer mehr als 600 Künstler aus 45 Ländern beworben. Die Preisverleihung findet am 17. Februar statt. 101 Künstler sind für den Preis nominiert. Ihre Werke sind ab Anfang November in der Kunsthalle zu sehen.

Sie kommen zum Beispiel aus Brasilien, Cuba, Argentinien, Ungarn, Deutschland, den Niederlanden oder Griechenland – die Künstler, die für den 5. André-Evard-Preis nominiert sind. Nur drei von ihnen haben allerdings Chancen auf das Preisgeld von 10 0 00 Euro. Es wird unter den drei Künstlern aufgeteilt, deren Werke die Jury am meisten überzeugen. Außerdem gibt es einen Publikumspreis.

Die Jury besteht aus der Sammlerin und Museumsgründerin Marli Hoppe-Ritter aus Waldenbuch, Sabine Schaschl, Direktorin und leitende Kuratorin des Museums Haus Konstruktiv in Zürich, sowie Ewald Karl Schrade, Galerist und Initiator der Art Karlsruhe.

Gewidmet ist der Kunstpreis André Evard (1876 bis 1972), der als Wegbereiter der Schweizer Moderne gilt und sich zu Lebzeiten nicht nur der figurativen, sondern vor allem der abstrakt-geometrischen Malerei gewidmet hat.

Die Werke des Schweizer Künstlers bilden das Herzstück der Sammlung der Kunsthalle Messmer. Von der sehr frühen Entwicklung André Evards in der konkret-konstruktiven Kunst können sich Besucher zur gleichen Zeit in der Galerie Messmer überzeugen, die räumlich an die Kunsthalle Messmer angeschlossen ist und passend zur Ausstellung in der Kunsthalle Evards Werke zeigen wird.

Zu den bisherigen Preisträgern des Evard-Preises zählen der Franzose Knut Navrot, die Österreicherin Inge Dick, die deutschen Künstler Wolfram Ullrich und Jo Niemeyer sowie Peter Somm aus der Schweiz als Publikumspreisträger. Preisträger des 3. Preises war der Japaner Tutsushi Kawanabe. Betty Rieckmann gewann den 4. André Evard-Preis, wobei das Publikum Bodo Sperlings Werk als Favorit wählte.

Die Ausstellung mit den 101 Werken der Nominierten des 5. Evard-Preises bietet eine Zusammenfassung der spannendsten Facetten der geometrisch-abstrakten Gegenwartskunst. In Medien aller Art gewähren die Exponate einen tiefen Einblick in das aktuelle und internationale Schaffen der konkret-konstruktiven Szene. Die Ausstellung zeigt dabei, wie unterschiedlich und individuell sich die Künstler mit derselben Kunstrichtung auseinandersetzen.

Die Bezeichnung konstruktiv, abgeleitet vom Konstruktivismus von Wladimir Tatlins Reliefkonstruktionen und den Werken Kasimir Malewitschs (1914), bezeichnet eine bis dahin abstrakt genannte, ungegenständliche Malerei und Plastik. Linie, Fläche und Farbe werden frei voneinander eingesetzt. Konkret hingegen bezeichnet die Arbeitsweise eines Künstlers, der sein Werk nach einem vorab festgelegten, zum Beispiel geometrisch-mathematischen Konzept ausführt und somit der spontanen gestalterischen Handlung bewusst Grenzen setzt. Sie ist im eigentlichen Sinne nicht "abstrakt", da sie nichts in der materiellen Realität Vorhandenes abstrahiert, sondern im Gegenteil Geistiges materialisiert, keine symbolische Bedeutung besitzt und mehr oder weniger rein durch geometrische Konstruktion erzeugt ist. Der Begriff Konkrete Kunst wurde 1924 von Theo van Doesburg eingeführt und 1930 in einem Manifest bei der Gründung der Gruppe "Art concret" programmatisch festgelegt.

Info: Die Ausstellung ist ab Samstag, 3. November, jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die Vernissage findet am Freitag, 2. November, 19 Uhr, statt. Führungen sind sonntags um 14.30 Uhr und jeden zweiten Mittwoch im Monat um 17 Uhr möglich, Privatgruppen nach Voranmeldung.

Weitere Informationen zur Kunsthalle, zum André-Evard-Preis und zu den 101 nominierten Künstler gibt es unter http://www.kunsthallemessmer.de