Bockbier, ein Star und tolle Stimmung

Helmut Hassler

Von Helmut Hassler

Mo, 11. Mai 2015

Riegel

Musikverein belebt zum 175. Jubiläum die Tradition des Riegeler Bockbierfests neu / Mehr als 1000 Besucher im Festzelt.

RIEGEL. "Das Original Riegeler Bockbierfest wird weiter leben." So lautete das Fazit des Vorsitzenden des Riegeler Musikvereins, Hardy Tiemer, nach dem faszinierenden Samstagabend mit drei Kapellen und Stargast Tony Marshall anlässlich des 175-jährigen Bestehens des Musikvereins Riegel. Weit mehr als 1000 Besucher feierten begeistert im voll besetzten Festzelt, darunter auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner. Das Fest übertraf alle Erwartungen der Veranstalter bei weitem.

Fest mit großer Geschichte
Es war wieder so wie in den Jahren 1968 bis 1978, als die Riegeler Brauerei alljährlich im Hochsommer jeweils zehn Tage lang ihr Bockbierfest veranstaltete. Damals beschäftigte die Brauerei noch rund 400 Leute. Inzwischen kommt das Riegeler Bier längst aus Donaueschingen, doch bei Musik mit der Stadtkapelle aus Metzingen, den "Tännlehau-Musikanten" aus Geisingen sowie dem "Schwarzwald-Quintett" aus Simonswald, die für Riesenstimmung im Zelt sorgten, erinnerten sich insbesondere die Älteren an die großen Bockbierfeste von damals. Für Musik sorgten bei den legendären Festen einst Kapellen wie die Lustigen Rheintaler, Martl Felbinger, das Hazy Osterwald-Sextett, Hugo Strasser mit seinem Orchester, Max Greger mit seiner Big-Band, die ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck, Stars wie Roberto Blanco, Peter Rubin, Margit Sponheimer, die Lords und natürlich im Jahr 1972 Tony Marshall. Er trug mit seinem Auftritt am Samstagabend wesentlich zum grandiosen Comeback des Bockbierfests bei und entfachte wie damals mit seinen Liedern eine tolle Stimmung.

Erinnerungen an früher
Viele Besucher und ehemalige Mitarbeiter erinnerten sich noch an die damaligen Feste, an denen auch Alten-, Wirte- und Kindernachmittage stattfanden, und die Damen der Verwaltung 100 Mark von der Brauerei erhielten, um sich dafür ein Dirndl zu kaufen, in dem sie sich dann präsentieren mussten. Viele Besucher kamen auch mit Sonderzügen aus Freiburg am Bahnhof Riegel an. Werner Mögle, der 1971 mit der Programmgestaltung beauftragt war, erinnert sich noch daran, wie ein Lokführer eines Sonderzugs mit ins Zelt gekommen war und das Bockbier probieren wollte. Für ihn musste später ein Ersatz-Lokführer angefordert werden, der die Leute wieder sicher nach Hause brachte.

Noch gut in Erinnerung war bei vielen auch der Auftritt der Beat- und Rockband "The Lords". "Die Leute standen auf den Tischen und hingen sogar an den Zeltstangen. Wir hatten hinter der Theke die Kasse und getrauten uns nicht, durch die Menschenmenge zu gehen und die Kassen in die Brauerei zu bringen", erzählte Ingrid Mögle.

Ein unvergessener Auftritt
Unvergessen bei vielen ist auch der Auftritt von Tony Marshall im Jahr 1972. Am Samstagabend wurde sogar ein Originalplakat von damals präsentiert. Tony Marshall kam nach seinem Auftritt sogar hinter die Theke und erfüllte den jungen Damen alle besonderen Autogrammwünsche, wie sich Heinz Wolf noch erinnert. Auch die "After-Show-Party" von Tony Marshall bei seinem Freund Ernst Guhl in der "Warteck" nebenan, war nicht nur bei Guhl noch in guter Erinnerung.

Gelungenes "Revival"
Beim "Revival" am Samstagabend sorgten zunächst die Stadtmusik aus Metzingen und die Tännlehau-Musikanten aus Geisingen für Stimmung im Zelt, ehe Bürgermeister Markus Jablonski und Hardy Tiemer im Beisein der geladenen Sponsoren den Fassanstich vornahmen. Jablonski wünschte sich nach diesem Erfolg eine Fortsetzung der Riegeler Bockbierfest-Tradition. Hardy Tiemer berichtete, dass der Rekordumsatz damals an einem Tag bei 12 000 Liter Bockbier zu vier Mark pro Maß lag. Daniel Kietz und Axel Ringswald sangen das für das Bockbierfest damals eigens komponierte Lied "Prost Zisch Riegeler, drum trinket mit mir das erfrischende Riegeler Bier". Danach heizte das "Schwarzwald-Quintett" aus Simonswald schon mal kräftig ein, bis schließlich Stargast Tony Marshall unter kräftigem Beifall die Bühne betrat.

Hits und viele Autogramme
"Das ist hier der helle Wahnsinn, dass ich das hier in Riegel noch einmal erleben darf", schwärmte Tony Marshall, der in diesem Jahr sein 65-jähriges Bühnenjubiläum feiern kann. Er sang mehr als eineinhalb Stunden lang ununterbrochen seine bekanntesten Lieder aus seiner langen Karriere: "Ich wünsch mir eine Autobahn, auf der wir bis nach Malle fahr’n", "Bora, Bora", das Lied vom Oberförster, "Junge, die Welt ist schön", "Ich fang für euch den Sonnenschein", "Die Hände zum Himmel" und zum Schluss nach einigen Zugaben noch seinen neuesten Titel "Antonia". Dazwischen erzählte Tony Marshall immer wieder aus seinen Erlebnissen, seinem Leben und von seiner Familie. Mit tosendem Beifall wurde der Stargast des Abends schließlich von der Bühne verabschiedet und erfüllte an einem Tisch nebenan fast zwei Stunden lang noch viele Autogrammwünsche der Festbesucher. Auf die Frage, wie es ihm in Riegel gefallen habe, sagte er: "Das war super heute Abend, sonst wäre ich jetzt nicht mehr da." Da war es bereits kurz vor 24 Uhr.

Mit Musik mit dem "Schwarzwald-Quintett" ging es nach Tony Marshall mit vielen bekannten Hits Schlag auf Schlag weiter. Die Besucher standen auf den Bänken und die Tanzfläche war, insbesondere auch mit vielen jungen Leuten, immer voll. Dichtes Gedränge herrschte neben der Biertheke im Festzelt auch an der Bar und am Weinstand.

Mehr Fotos vom Riegeler Bockbierfest unter http://mehr.bz/bockbier15