Seltene Einblicke in Picassos Werk

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Sa, 24. Juni 2017

Riegel

"Picasso und die Frauen": Kunsthalle Messmer in Riegel zeigt ab heute 120 Kunstwerke des großen Künstlers.

RIEGEL. "Picasso und die Frauen" – darum geht es gerade in der Kunsthalle Messmer. Die neue Ausstellung ist die 25. in eben dieser Kunsthalle und entsprechend hat Jürgen Messmer sich einen großen Namen ausgesucht, um die Besucher nach Riegel zu locken.

Das Pressegespräch für die ab heute, Samstag, geöffnete Ausstellung war am Donnerstag auch so gut besucht wie für keine andere der bisherigen Messmer-Ausstellungen. Der Name Picasso zieht. Dabei geht es auch um das Echo des großen Meisters in der Kunst seiner Musen. Messmer präsentierte zusammen mit Muse Sylvette David, heute Lydia Corbett, auch viele Geschichten, wie der Gentleman, Macho und Womanizer Picasso denn so gewesen ist. Er schuf rund 40 000 Kunstwerke, von denen 120 jetzt in der Kunsthalle zu sehen sind.

Schon vor einigen Jahren sorgte Lydia Corbett für Aufsehen in der Medienwelt. Hatte man in der Kunstszene die künstlerischen Gehversuche von Picassos Musen eher belächelt, so haben nun selbst namhafte Galerien die Werke von Lydia Corbett und anderen entdeckt. Brauchen die Experten etwas länger, um wahre Kunst zu identifizieren? Stil und Technik sind bei ihr seit 40 Jahren gleich und der große Picasso in ihrem Kopf findet sich in ihren Bildern wieder. In der Kunsthalle erzählt sie auch, wie sie ganz bei ihren Erinnerungen ist und aus diesem Schatz ihre Inspirationen kommen. Als Muse für Picasso habe sie freilich nicht viel gedacht und gesehen. Sie sei einfach nur dagesessen. Gut 20 Jahre später begann sie selbst zu malen und inzwischen gelten auch ihre Bilder als Kunstwerke. Auch eine Autobiografie hat sie schon veröffentlicht.

Lydia Corbett ist nicht die Einzige, um die und um deren Kunst es in der Kunsthalle geht. Auch Werke von Francoise Gilot, Dora Maar und Fernande Olivier sind zu sehen. Die Werke Picassos spiegeln laut Messmer die stilistische Entwicklung seiner Malerei und die wandelnden Beziehungen zu seinen Frauen wider. Als Musen und unerschöpfliche Quellen der Inspiration hätten sie sein Leben und Wirken gleichermaßen beeinflusst und bereichert. Um dies zu zeigen, habe man Werke aus bedeutenden Museen und Privatsammlungen zusammengetragen und biete nie dagewesene Einblicke in das Werk Picassos und seiner Frauen.

Die Ausstellung "Picasso und die Frauen" ist bis 12. November zu sehen, jeweils geöffnet Dienstag bis Sonntag, zehn bis 18 Uhr. Daneben zeigt die Galerie M bis zum 12. Juli Werke von Lydia Corbett.