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10. Mai 2012 12:25 Uhr

Telefonie

Roaming soll billiger werden – Warteschleifen im Visier

Das Europaparlament hat ein Herz für Urlauber: Die Handynutzung im Ausland wird preiswerter. In Deutschland rückt das Ende teurer Warteschleifen bei Servicenummern näher.

  1. Kann teuer werden: Simsen im Urlaub. Foto: dpa-tmn

Der Anruf zu Hause von Mallorca oder Kreta aus wird pünktlich zu den Ferien billiger. Am Donnerstag will das Europaparlament neue Obergrenzen für die Kosten von Handygesprächen aus dem Ausland beschließen. Eine Mehrheit gilt als sicher, sodass die Reform am 1. Juli noch vor Beginn der Hauptreisezeit in Kraft treten kann. Derweil rückt für Telefonkunden das Ende überteuerter Warteschleifen bei Servicenummern näher. Am heutigen Donnerstag tritt eine Reform des Telekommunikationsrechts in Kraft.

In mehreren Schritten auf 5 Cent

Beim Roaming verbinden ausländische Netzbesitzer den Feriengast mit dem heimischen Mobilfunknetz. Diese anspruchslose Dienstleistung lassen sie sich üppig vergüten. Bis zu 35 Cent pro Gesprächsminute knöpfen die Firmen dem Gast im Land ab, wenn er ein paar Worte mit den Liebsten wechselt. Das Geschäft ist auf Drängen der EU bald weniger einträglich. Demnächst sinkt der Höchstsatz auf 29 Cent. Jeweils zum 1. Juli der beiden kommenden Jahre verringert sich der Preis weiter um jeweils fünf Cent. Günstiger wird auch das Senden einer SMS. Die Kosten dafür sinken im Juli um 2 auf 9 Cent und bis 2014 noch zwei Mal auf dann noch 5 Cent.

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Die EU will mit regulierten Preisen einem weiteren Ärgernis für viele Reisende beikommen. Der schnelle Blick auf die Homepage dieser Zeitung oder der Tagesschau mit dem Smartphone ist ein teures Vergnügen, weil die Anbieter im Ausland ihren Preis dafür beliebig festsetzen durften. Ab Juli gelten auch für das so genannte Datenroaming Obergrenzen bei den Gebühren. Pro Megabyte dürfen die Anbieter höchstens 70 Cent verlangen. Heute kann das noch ein Mehrfaches davon kosten. Bis 2014 wird die Maximalforderung auf 20 Cent abgesenkt. Zwar bieten Mobilfunkfirmen bereits heute eigene Auslandstarife an. Doch wer keinen speziellen Tarif abschließt und auch in Indien das Mailfach einsehen möchte, kann schnell auf hohe Rechnungsbeträge kommen. Dieses Risiko besteht auch, weil die internetfähigen Smartphones sich – je nach Einstellung – von selbst einen Internetzugang suchen. Um preiswerter ins Internet zu kommen, kaufen sich viele Reisende heute am Kiosk im Ferienort eine Prepaidkarte. Die steckt man in das Telefon und zahlt nur den ortsüblichen Tarif. So bleiben die Kosten überschaubar.

Übergangsregelung bei Warteschleifen

In Deutschland tritt am Donnerstag eine Reform des Telekommunikationsrechts in Kraft. Warteschleifen am Telefon müssen in den ersten zwei Minuten kostenlos sein. Diese Übergangsregelung greift in drei Monaten. In einem Jahr dürfen Warteschleifen nur bei Gratisnummern oder für Anrufe bei Ortsvorwahlen geschaltet werden. Gestattet bleiben sie auch, wenn für den Anruf ein Festpreis gilt oder die angerufene Firma die Kosten trägt. Darüber und über die Dauer der Warteschleife müssen Verbraucher gleich zu Beginn des Telefonats informiert werden. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) versprach: "Unseriöse Anbieter, die versuchen, Telefon- und Internetkunden abzukassieren, werden in die Schranken gewiesen."

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Autor: Wolfgang Mulke und dpa