KRITIK IN KÜRZE

Udo Andris

Von Udo Andris

Mi, 10. Oktober 2018

Rock & Pop

Odd Dog im Glashaus in Freiburg

Ein fähiges junges Team, das im Rahmen des postmodernen Jazz zu einem unverbrauchten, facettenreichen und persönlichen Sound gefunden hat. Odd Dog verbinden melosgeprägte Themen mit feinstrukturierten, klaren Arrangements und differenzierten Rhythmen. Vor einiger Zeit in Luzern gegründet, vereint diese schweizerisch-deutsche Band hohe Konzentration, handwerkliche Präzisionsarbeit und emotionalen Einsatz, leidenschaftliche Spielfreude. Das sympathische Quartett eroberte jetzt rasch und mühelos das Publikum im Glashaus in Freiburg. Dort lädt die Jazzlounge Rieselfeld am ersten Sonntag eines Monats zum Live-Jazz; und traf mit Odd Dog eine gute Wahl. Denn der in Müllheim lebende E-Gitarrist Sebastian Pietrowiak, Mischa Maurer (Piano), Jonas Hoenig aus Herbolzheim (E-Bass) und Schlagzeuger Mathias Meyer durchsetzen ihre Musik nicht selten mit unerwarteten Brüchen und Richtungsänderungen.

Ein gekonntes Spiel auch mit Ellipsen: Nicht alles wird ausformuliert, gedehnt. Eine Neo-Fusion mit viel Schalk im Nacken. Gelungen auch, wie die Akteure Brücken spannen zwischen zarten, lyrischen Regungen und hochdosierten Grooves. Gleichberechtigt sind Pastell und kräftiger Auftrag. Bravourös zudem die solistischen Leistungen. Die Improvisationen laufen nicht ins Leere, sondern besitzen Sinn und Form. Ein Gig mit Kick.

Kommende Konzerttermine unter https://jazzlounge-rieselfeld.de/