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25. Juni 2012 11:28 Uhr

Weil am Rhein

Rollhockey-Posse: RHC Friedlingen löst sich auf

Kuriositätenkabinett Rollhockey: Gerade haben zwei Vereine aus Weil am Rhein den Meistertitel der Schweizer Liga ausgespielt. Unmittelbar darauf stellt der Sieger, der RHC Friedlingen, den Spielbetrieb ein.

  1. Friedlingens Schlussmann stoppt im Finale einen Angriff des RSV Weil – eine der letzten Paraden in der Geschichte des RHC Friedlingen. Foto: Meinrad Schön

"Game over, tilt!" – so ist eine Pressemitteilung überschrieben, die der RHC Friedlingen am Montagmorgen verschickt hat. Inhalt: Der neue Schweizer Meister zieht seine Mannschaft mit sofortiger Wirkung aus der Nationalliga A zurück. Und nicht nur das: Der gesamte Verein wird aufgelöst.

Die Pressemitteilung ist in "Ich"-Form geschrieben und unterzeichnet von Roger Ehrler, dem ersten Vorsitzenden. Ehrler war die alleinige Triebfeder des RHC Friedlingen, der Mäzen, der Geldgeber. Der finanzstarke Schweizer hat den Verein – nachdem er sein Engagement beim RSV Weil nach Zwistigkeiten beendet hatte – erst vor wenigen Jahren gegründet und ihm eine Spielstätte spendiert, das Rollerdrom im Stadtteil Friedlingen.

Er hatte zudem Weltklassespieler aus aller Welt an den Rhein gelotst; die Schweizer Meisterschaft kam nicht überraschend angesichts der individuellen Klasse der eingekauften Akteure. Insofern war der Titel, errungen ausgerechnet im südbadischen Finale gegen den RSV Weil, die Krönung von Ehrlers Engagement – aber eben auch sein Schlusspunkt. Erkenntnis: Wer einen Verein in Eigenregie führt und – vor allem – finanziert, der kann den Laden offenbar auch in Eigenregie dicht machen.

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Doch warum eigentlich? "Nicht homogene Verbände in unserer Sportart sind nicht zielführend", heißt es lapidar in der Pressemitteilung. Hintergrund ist, dass die beiden deutschen Vereine in der eidgenössischen Eliteliga nicht auf internationaler Ebene mittun dürfen. Ehrlers großes Ziel war, mit dem RHC Friedlingen auch internationale Erfolge einzufahren. Daher kämpfte er bei den europäischen Gremien für die Zulassung zum Europapokal und zur Champions League – zog aber den Kürzeren. Und zog daraufhin einen radikalen Schlussstrich unter alles, was er in Friedlingen selbst geschaffen hat.

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Autor: kh


1 Kommentar

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Marco Schneider

Registriert seit: 13.05.2009

Kommentare: 224

25. Juni 2012 - 15:03 Uhr

Roger Ehrler hat doch völlig recht. So macht es einfach keinen Sinn mehr. Verbände haben jahrzehntelang die Hand aufgehalten und Roger Ehrler hat großzügig gegeben. In Deutschland und in die Schweiz sind Hundettausende wenn nicht Millionen in die Verbände geflossen (in 20 Jahren). Damit wurden die Nationalmannschaften, die Schiedsrichter, der Nachwuchs und Vieles mehr finanziert. Jetzt wollte Roger Ehrler mal eine Buchhaltung sehen, einen Nachweis für die Verwendung des Geldes. Offensichtlich ist man im Deutschen Rollhockeyverband nicht in der Lage oder nicht Willens dieser Bitte nachzukommen. Dann kommt der europäische Verband und verhindert mit neuen Regeln, dass der RHC Friedlingen als Schweizer Meister im Europacup antreten darf. Offensichtlich wollen die südeuropäischen Proficlubs unter sich bleiben. Einen Schweizer (Deutschen) Verein mit einem Profiteam mag man nicht mitspielen lassen. Wer soviel Zeit und Geld in diesen Sport gesteckt hat wie Roger Ehrler und immer wieder nur Knüppel zwischen die Beine oder gar ins Genick bekommt, der sagt sich irgendwann: Genug ist genug! Recht hat er! Schade um den Sport und die tolle Friedlinger Mannschaft. Hoffentlich kann wenigstens der RSV Weil den vielen Fans dieser tollen Sportart in Südbaden weiterhin spannende Spiele bieten.

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