Billigste Lösung ist die beste

Markus Maier

Von Markus Maier

Do, 05. Mai 2011

Rümmingen

Kreistags-Ausschuss trägt Umgehungsvariante mit, gegen die sich nur Regierungspräsidium stemmt.

RÜMMINGEN. So weit war man vor etwa zwei Jahren schon mal – nur steht jetzt auch der Umweltausschuss des Kreistages hinter derjenigen Umfahrungsvariante für Rümmingen, die nur das Regierungspräsidium (noch) nicht mittragen möchte. "3B" heißt die Variante – "rote Linie, direkt am Ort vorbei, schienengleicher Bahnübergang" (siehe Grafik), wie Landrat Walter Schneider nach dreiviertelstündiger Debatte resümierte, der rund 70 Rümminger gestern Nachmittag gespannt folgten.

Der Reiz an der Sache: Mit geschätzten 4,3 Millionen Euro Baukosten ist Variante 3B nicht nur die Streckenführung, die auf den geringsten Widerstand stößt – wenngleich sie Bürgermeisterin Daniela Meier in einer ersten Stellungnahme zunächst einmal als "kleinstmöglicher Nenner" bezeichnet hat – sondern auch die günstigste Lösung (von insgesamt – mit Untervarianten – sieben). Zum Vergleich: Variante 2A (siehe Grafik), die eine Brücke über die Gleise der Kandertalbahn vorsieht und weit abgerückt vom Dorf auf die L 134 trifft, würde nach Schätzungen des Büros Rapp Regioplan auf Kosten in Höhe von gut 6,7 Millionen Euro kommen. Einziger Haken bei der favorisierten Variante 3B: Obwohl auch die Bahnaufsicht des Landes 3B zwar für "ungünstig", dennoch aber für "alternativ denkbar" hält, sperrt sich die Freiburger Mittelinstanz gegen den schienengleichen Bahnübergang (meist ein Übergang mit Schranken). Walter Holderried, zuständiger Dezernatsleiter und stellvertretender Landrat, ist sich mit Walter Schneider indes darin einig, dass man auf diesem Felde mit Überzeugungsarbeit durchaus etwas für die Variante 3B erreichen kann. Denn hinter dieser Trassenführung stehen neben Rümmingen (mit allfälligen Feinjustierungen) auch die Nachbargemeinde Binzen, das Landratsamt und die Flurbereinigungsbehörde als wichtige Träger öffentlicher Belange. In Freiburg habe man sich indes noch Bedenkzeit ausbedungen, um die Angelegenheit in den betroffenen Fachabteilungen im Regierungspräsidium zu diskutieren, sagte Holderried, der beim Regierungsvizepräsidenten sowohl telefonisch als auch schriftlich in der Angelegenheit vorstellig geworden ist.

Bei den Verantwortlichen der Interessengemeinschaft "Pro Ortsumfahrung" herrschte nach der Sitzung gute Stimmung: Die Initiative hatte vor, während und nach der Debatte 70 von 120 Buttons, die noch in der Nacht zuvor gefertigt worden waren, unters Volk gebracht.