Großeinsatz

Feuer im Europa-Park zerstört Batavia-Attraktion und Teil des Skandinavien-Bereichs

Carolin Buchheim, Karl Kovacs, Joachim Röderer, Helmut Seller

Von Carolin Buchheim, Karl Kovacs, Joachim Röderer & Helmut Seller

Sa, 26. Mai 2018 um 23:35 Uhr

Rust

Bei einem Großbrand im Europa-Park Rust ist am Samstagabend ein Millionenschaden entstanden. Rund 500 Einsatzkräfte aus ganz Baden waren vor Ort. Sieben Feuerwehrleute wurden leicht verletzt.

Das Wichtigste:

  • Im Europa-Park Rust ist am frühen Samstagabend ein Feuer ausgebrochen. Der Brand ist – Stand 22 Uhr – weitgehend unter Kontrolle. Es gibt aber weiter noch Brandnester. Die Brandursache ist noch unklar.
  • Nach Angaben des Parks wurden drei Feuerwehrleute leicht verletzt. Besucher des Parks kamen nicht zu Schaden.
  • Ein Großeinsatz der Feuerwehren lief bis weit in die Nacht hinein – es war der größte Einsatz für die Wehren der Region in vielen Jahren. Berufswehren sind auch aus Freiburg und Karlsruhe nach Rust gekommen. Rund 500 Kräfte von Feuerwehren, Polizei, DRK und THW sind vor Ort.
  • Nach Angaben von Park-Betreiber Michael Mack wurden die Attraktion "Piraten in Batavia" und ein Teil des skandinavischen Themenbereichs zerstört.
  • Der Park wurde evakuiert – das klappte nach Angaben der Polizei reibungslos.
  • Ob der Park am Sonntag öffnet, ist noch unklar. Die Betreiber wollen in der Nacht entscheiden. Am Sonntagmorgen soll von dort die ARD-Sendung "Immer wieder sonntags" gesendet werden.




Der Brand

Am frühen Samstagabend, gegen 18.30 Uhr, ist im Europa-Park Rust ein Feuer ausgebrochen, das sich zu einem Großbrand entwickelt hat. Es dauerte fast zweieinhalb Stunden, bis das Feuer weitgehend unter Kontrolle war. Aber auch um 23 Uhr gab es noch verschiedene Brandnester; Feuerwehren aus ganz Baden sind weiterhin im Einsatz. Es war laut Aussagen von Feuerwehrleuten schwierig, genügend Löschwasser verfügbar zu machen.

Ein Video zeigt, wie schnell sich der Brand ausbreitete:



Europa-Park und Polizei teilten mit, dass es drei leichtverletzte Feuerwehrleute gegeben hat. Besucher des Parks kamen nicht zu Schaden. Wie es am Abend in einer Pressekonferenz vor Ort hieß, soll der Brand in einer Halle im niederländischen Themenbereich ausgebrochen sein. Von dort soll dann das Feuer auf die Attraktion "Piraten in Batavia" übergegriffen haben. Zur Brandursache gibt es noch keine Angaben. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen. Klar ist, dass neben Batavia auch noch weitere Fahrgeschäfte zerstört worden sind. "Piraten von Batavia" ist eine der älteren Attraktionen des Europa-Parks: Dabei fahren die Besucher in Booten durch eine bunte Piraten-Unterwelt mit vielen Figuren und Szenen. Die Abenteuer-Bootsfahrt ist im Jahr 1987 eröffnet worden.



Die Rauchentwicklung war massiv, eine dicke, zunächst schwarze Rauchwolke auch in vielen Kilometern Entfernung noch sichtbar. Am Samstagabend wurden die Anwohner im Bereich Rust von den Einsatzkräften gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.



Der Schaden: Ein Teil des skandinavischen Themenbereichs und mehrere Fahrgeschäfte sind zerstört

Europa-Park-Betreiber Michael Mack schrieb auf Twitter, dass die Attraktion "Piraten in Batavia" und der norwegische Themenbereich komplett zerstört seien."Es ist ein trauriger Tag für den Europa-Park. Danke an alle, die uns helfen, unser Lebenswerk zu retten. Kann meine Gefühle nicht ausdrücken", so Mack in englischer Sprache.

In Rust lief am Abend einer der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahre in der gesamten Region. Noch um 21.45 Uhr bat die Polizei, auf der Autobahn eine Rettungsgasse freizuhalten: "Noch immer sind Fahrzeuge auf der Anfahrt", hieß es bei Twitter. Der Park, der an diesem Samstag rund 25.000 Besucher zählte, wurde laut Polizei Offenburg evakuiert. Per Twitter bat die Polizei: "Bitte folgt den Anweisungen der Einsatzkräfte vor Ort!"



Ein Video auf Twitter zeigt meterhohe Flammen und die große schwarze Rauchwolke. Diese war auch viele Kilometer entfernt noch zu sehen. Veröffentlicht wurden auch Fotos, auf denen zu sehen ist, wie die Holzhäuser des skandinavischen Bereichs lichterloh in Flammen stehen.

Der Europa-Park hatte sich erstmals um kurz nach 18.30 Uhr bei Twitter und Facebook gemeldet: "Der Themenbereich Skandinavien wurde in der Zwischenzeit weitläufig evakuiert. Die Einsatzkräfte sind vor Ort und arbeiten mit Hochdruck daran, ein Übergreifen des Feuers zu verhindern."

Der Feuerwehreinsatz: Der größte Einsatz in der Region seit Jahren

Feuerwehren aus der gesamten Umgebung und weit darüber hinaus wurden alarmiert, teils wurde in kleineren Dörfern im Bereich Ortenau und Breisgau Sirenenalarm ausgelöst. Auch die Feuerwehrleute aus Karlsruhe, Freiburg und Offenburg sind in Rust eingetroffen. Von Freiburg aus rückten 20 Wehrleute von der Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren mit acht Fahrzeugen aus. Auch mehrere Fahrzeuge mit rund 60 Helferinnen und Helfern von Rotem Kreuz, Maltesern und Johannitern machten sich auf den Weg in den Freizeitpark.

Die Berufsfeuerwehr aus Karlsruhe wurde angefordert, weil sie einen großen Teleskopmasten besitzt, von dem aus man das Feuer aus großer Höhe bekämpfen kann. Die Freiburger Wehrleute hätten einen Zug zur Löschwasserversorgung und zur Wasserförderung geschickt, so Philipp Golecki, der stellvertretende Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Freiburg.

Wie erging es den Besuchern?

Während der Einsatz in dem betroffenen Bereich auf Hochtouren lief, blieben in anderen Teilen des an diesem Tag gut besuchten Parks die Achterbahnen und Fahrgeschäfte zunächst weiter in Betrieb. Wenig später wurde dann der gesamte Park evakuiert. Nach Angaben der Polizei dauerte das nur 20 Minuten – und lief problemlos ab.

Wie geht’s weiter?

Engelbert Gabriel von der Geschäftsführung des Parks geht davon aus, dass der große Teil des Parks am Sonntag normal öffnen kann; die endgültige Entscheidung soll jedoch erst während der Nacht fallen.

Für Sonntag, 27. Mai, ist die ARD-Live-Sendung "Immer wieder Sonntags" mit Stefan Mross geplant. Diese ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht beeinträchtigt: "Die Sendung findet morgen statt!", heißt es auf der Facebook-Seite der Sendung. Man wolle die Sendung den Einsatzkräften des heutigen Tages widmen. Als Gäste sind unter anderem Beatrice Egli, Michael Holm und Stefanie Hertel angekündigt.