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22. Juni 2010 16:53 Uhr

Die Krux mit den alten Gemäuern

Sanierung des Augustinermuseums wird 1,3 Millionen Euro teurer

Der im März fertig gestellte erste Bauabschnitt des Augustinermuseums wird noch einmal um 1,3 Millionen Euro teurer als geplant. Ursprünglich waren die Kosten auf neun Millionen Euro veranschlagt worden. Mit Bauabschnitt zwei soll 2011 begonnen werden, die Planungen laufen.

  1. Auch die Restaurierung des barocken Dachstuhls war teurer als geplant. Foto: Thomas Kunz

"Wir haben die Punktlandung bei den Kosten nicht erreicht", räumte Johannes Klauser, Chef des städtischen Gebäudemanagements, ein. Statt 13,6 kostet der Umbau der ehemaligen Augustinerkirche nun 14,9 Millionen Euro.

"Wir konnten Dinge in so einem sehr alten Gebäude, wo man oft nicht weiß, was sich hinter einer Wand oder unter einem Boden befindet, vorher nicht abschätzen", sagte Oberbürgermeister Dieter Salomon auf einer Pressekonferenz. 360.000 Euro teurer als geplant wurde die Restaurierung des barocken Dachstuhls, 200.000 Euro mehr mussten aufgebracht werden, um den Chor zu sanieren, nachdem festgestellt worden war, "dass der Putz mit der Chorwand so gut wie nicht mehr verbunden war", schilderte Johannes Klauser.

Interaktives Modell des Freiburger Augustinermuseums

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Auch in Brandschutz, Beleuchtung und Lüftung, Mal- und Reinigungsarbeiten, den Putz des neuen Vorbaus sowie in eine Induktionsanlage für Hörgeschädigte musste mehr Geld als geplant investiert werden. Die gesamten Mehrkosten werden im Nachtragshaushalt 2010 berücksichtigt; 50.000 Euro übernimmt das Kuratorium Augustinermuseum. Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach nannte die Kostensteigerung bei einem 800 Jahre alten Gebäude "nachvollziehbar". Beim Land hat die Stadt einen Zuschuss in Höhe von zwei Millionen Euro beantragt, die Hälfte davon ist bereits bewilligt.

Nur eine Zwischenetappe

Nach dem Willen der Stadtverwaltung soll der zweite Bauabschnitt (Kosten: 8,5 Millionen Euro) nahtlos weitergehen. "Wir haben das Museum spektakulär eröffnet, aber eigentlich war das nur eine Zwischenetappe", sagte Salomon. So soll Anfang 2011 das Torhaus an der Salzstraße zwischen Chor und Museumsinfocenter (ehemals Elektro Hauser) abgerissen und durch ein vom Architekten Christoph Mäckler entworfenes neues Gebäude ersetzt werden, auch das Haus Elektro Hauser wird saniert und in den Museumskomplex integriert.

Bevor mit dem Neubau Anfang 2012 begonnen werden kann, stehen allerdings noch mehrmonatige archäologische Grabungen an. Im Neubau sollen Funktionsräume und die Grafische Sammlung untergebracht werden, außerdem ein Lastenaufzug. Museumsdirektor Tilmann von Stockhausen betonte, wie wichtig der Neubau für die Anlieferung von Kunstwerken und Materialien ist. "Ich will Ihnen im Detail lieber nicht schildern, wie schwierig es war, das Bild durchs Haus zu jonglieren", sagte von Stockhausen über den Transport eines großen Anselm-Feuerbach-Gemäldes anlässlich einer Ausleihe in die städtische Galerie Überlingen. Auch im Vorfeld der Wentzinger-Ausstellung, die im November eröffnet wird, müsse man damit rechnen, dass die eine oder andere Kiste im Eingangsbereich stehe.

Erfreulich ist die Besucherbilanz: In den ersten drei Monaten kamen 38.715 Besucher ins neue Augustinermuseum.

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Autor: Frank Zimmermann