Neue Wege bei der Umlegung

Ilona Hüge

Von Ilona Hüge

Sa, 30. Januar 2016

Sasbach

Sasbach will Spielraum nutzen.

SASBACH (hü). Die Gemeinde wird bei der Erschließung von Neubaugebieten neue Wege gehen. Der Gemeinderat stimmte am Mittwoch in öffentlicher Sitzung für eine gesetzliche Umlegung.

Bisher wurden in Sasbach Neubaugebiet nach freiwilliger Umlegung und in Form einer Erschließungsgemeinschaft erschlossen. Bei den neuen Baugebieten in Sasbach und Jechtingen wollte die Gemeinde anders vorgehen. Sie wollte alle Grundstücke erwerben und dann erschließen. Damit waren die Eigentümer nicht einverstanden, teilte Bürgermeister Jürgen Scheiding mit. Lange Warten kann die Gemeinde aber nicht: Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans steht an. Die Gemeinde möchte vorher noch Bauland erschließen, das ihr im alten Flächennutzungsplan zur Verfügung steht.

Damit bleibt als Lösung nur die so genannte gesetzliche Umlegung, die Rüdiger Kunst vom Büro Kunst Kommunalkonzept vorstellte. Jeder Grundstückseigentümer muss bei diesem Modell 50 Prozent der Fläche abgeben, 50 Prozent bleiben als Nettobaufläche in seinem Eigentum. Die Gemeinde hat damit aber nicht die Hand darauf, dass Bauplätze auch innerhalb einer gewissen Frist bebaut werden. Sasbach hat viele "Vorratsflächen" in Privatbesitz: 120 Bauplätze sind in der Gemeinde nicht bebaut.

Die Mehrheit im Gemeinderat sah in der gesetzlichen Umlegung die einzige Möglichkeit, in absehbarer Zeit Bauland zu haben. "Es bleibt uns gar nichts anders übrig", sagte Petra Timm. Michaela Nock sah in der gesetzlichen Umlegung die "einzig vernünftige Lösung". Jechtingens Ortsvorsteher Reinhard Morgenstern fand es zwar "gar nicht so unglücklich", wenn innerhalb von fünf Jahren nicht alle Grundstücke bebaut sind. "Aber wir kriegen Prügel", sorgte er sich um die Reaktion auf die gesetzliche Umlegung.