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21. November 2009 15:31 Uhr

Bundesliga

SC Freiburg: Bittere Niederlage gegen Bremen

Der Sportclub hat am Samstagnachmittag die bisher höchste Niederlage der Saison kassiert. 6:0 (1:0) gewann Werder Bremen und untermauerte damit die hoch gesteckten Ambitionen der Norddeutschen.

  1. Freiburgs Kapitän Heiko Butscher nach dem Bremer Treffer zur 5:0-Führung. Foto: dpa

Für Freiburg war es die fünfte Niederlage in den letzten sechs Spielen. "Uns wurden die Grenzen aufgezeigt", sollte SC-Coach Robin Dutt hinterher sagen.

Nach einer eindrucksvollen Gedenkminute für den verstorbenen SC-Vorsitzenden Achim Stocker und den Hannoveraner Nationaltorhüter Robert Enke entwickelte sich eine gute, abwechslungsreiche Partie am Dreisamufer. Bis zur 26 Minute herrschte dann auch im Badenova-Stadion eine Stimmung zwischen Freude und Hoffnung. Soeben hatte Stefan Reisinger mit einem Schuss aus rund 16 Metern knapp sein Ziel verfehlt.

All das Gerede von einem Top-Klub, von der Favoritenrolle Werder Bremens, an diesem Samstag schien der Sportclub top präpariert, die Mannschaft von Robin Dutt spielte kombinationssicher nach vorne und durfte in der ersten Viertelstunde auch gleich zwei, drei gute Einschussmöglichkeiten für sich reklamieren.

Doch dann kippte das Kräftemessen. Die Gäste von der Weser erspielten sich zunehmend die Überlegenheit und brachte den Freiburger Deckungsverband ein ums andere Mal in die Bredouille. Binnen zwei Minuten hatte Pouplin gegen Hunt (27.) zu klären, dann musste der französische Schlussmann des SC sein ganzes Können gegen Özil (29.) abrufen.

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Angetrieben von Hunt und Jensen entfaltete die Bremer Offensive auch ohne den verletzten Peruaner Pizarro eine gekonnte Palette an ebenso schnellen wie verwirrenden Angriffszügen. Marin und der fintenreiche Özil wechselten pausenlos die Positionen, und ganz vorne lauerte der Portugiese Almeida. Und der traf denn auch nicht ganz unerwartet zur Führung, nachdem Özil nach einem Pass von Boenisch auf und davon ging, sich Krmas und Makiadi in der Verfolgung uneinig waren und Almeide nur mehr seinen Kopf hinzuhalten hatte.

Als der gut leitende Schiedsrichter Kinhöfer zur Pause pfiff, war von Verzweiflung aber noch keine Rede. Der Anhang spendete gar Beifall für die Leistung der Gastgeber. Ein gefällige Vorstellung hatten sie geboten, frisch nach vorne gespielt und was das Passspiel anbelangte, schienen sie zu alter Sicherheit zurück gefunden zu haben. Lediglich Jäger war blass geblieben, weshalb für ihn in der Pause Bechmann ran durfte.

Nicht ganz auf der Höhe schien auch Schuster zu sein, der überhaupt nicht in die Zweikämpfe kam und mit zunehmender Spieldauer immer mehr abbaute. Als er nach einer Stunde ging und durch Flum ersetzt wurde, war die Partie aber schon entschieden. Marin (53.) mit einem direkt ins kurze Ecke verwandelten Freistoß und wiederum Almeida (55.) mit einem trockenen Schuss ins lange Toreck hatten die Norddeutschen binnen Minutenfrist unerreichbar in Front gebracht – und bestätigt, was Trainer Dutt vor dem Anpfiff befürchtet hatte: "Es wird ein schwieriges Spiel werden, die Bremer gehören zu den absoluten Top-Teams der Liga."

Diesen Eindruck musste spätestens in der 65. Minute auch der letzte Besucher auf den Rängen gewonnen haben. Özil war plötzlich auf und davon, umkurvte Pouplin und schob den Ball lässig zum 4:0 in die Maschen. Wie schon zuvor hatte auch bei diesem Tor Makiadi keinen allzu sicheren Eindruck hinterlasssen. Der Kongolese, eigentlich Offensivkraft aber von Trainer Dutt seit kurzem als Kandidat für die rechte Defensivseite auserkoren, setzte zwar nach vorne den einen oder anderen Akzent, in der Absicherung nach hinten unterliefen ihm aber eine Menge Fehler. Immer wieder wurde er überlaufen und eröffnete den Bremern unverhofft Freiräume.

Dass Özil (73.) im Strafraum von Idrissou gefoult wurde, Naldo den fälligen Strafstoß zum 5:0 für die Bremer verwandelte, spielte dann keine große Rolle mehr. Das Spiel war zur Blaupause der Partie gegen Leverkusen am dritten Spieltag geworden, als die Breisgauer ebenfalls vor eigenem Anhang mit 0:5 unter die Räder gekommen waren.

Acht Minuten vor dem Ende kam es dann noch dicker, was zur Massenflucht auf den Sitzplätzen führte. Rosenberg (82.) war tatsächlich noch das 6:0 geglückt, womit er jenes Ergebnis bestätigte, mit dem die Bremer im Abstiegsjahr 2004 zurück an die Weser gereist waren. Was hoffentlich nicht als böses Omen gewertet wird an der Dreisam.

Autor: Michael Dörfler