Niederlage in Mainz

SC Freiburg verliert eminent wichtiges Spiel in Mainz mit 0:2

René Kübler

Von René Kübler

Mo, 16. April 2018 um 22:40 Uhr

SC Freiburg

0:2 gegen den direkten Konkurrenten verloren, zudem auf den Relegationsrang abgerutscht: Der SC Freiburg unterliegt im wichtigen Spiel gegen die Mainzer und ist nun Tabellensechzehnter.

Der SC Freiburg hat im Kampf um den Klassenerhalt einen weiteren herben Rückschlag hinnehmen müssen. Beim direkten Kontrahenten FSV Mainz 05 unterlagen die Breisgauer 0:2 und rutschten dadurch in der Bundesliga-Tabelle auf Relegationsplatz 16 ab. Bizarr war eine Elfmeterentscheidung zu Gunsten der Mainzer nach dem Pausenpfiff – wieder mal nach Intervention durch den Video-Assistenten. Allerdings konnte der Sportclub auch spielerisch einmal mehr nicht überzeugen.

Proteste vor dem Spiel

"Ich mag es, wenn es laut ist", hatte Christian Streich gesagt. Dass es dann so gekommen ist in der Mainzer Arena, war jedoch weniger den akustischen des SC-Trainers geschuldet. Die Fans der Gastgeber auf der Südtribüne hatten sich zum Protest gegen Montagsspiele nicht wie ursprünglich angekündigt auf ein Schweigeabkommen geeinigt. Vielmehr pfiffen sie, was das Zeug hielt, einige hatten offenbar Vuvuzelas mitgebracht, was den Geräuschpegel nahezu unerträglich werden ließ.



Irgendwann wurde das Getöse von den Rängen etwas weniger. Anstrengend blieb es trotzdem – auch für die Akteure auf dem Platz. Ob die Aktion wirklich gut durchdacht war, muss bezweifelt werden. In erster Linie mussten die Akteure auf dem Platz den Lärm aushalten. Dabei haben gerade sie aktuell andere Sorgen als einen Spieltermin. Die Mainzer und die Freiburger kämpfen gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Da sind sämtliche Nebengeräusche – ob laut oder leise – eher störend.

Stimmung auf dem Platz wurde gereizter

So war es nicht wirklich überraschend, dass das, was fußballerisch herauskam, nichts annähernd so viel Aufmerksamkeit erregte wie der pfeifende Anhang. Zumindest offensiv hatten beide Teams enorme Mühe, ihre Aktionen präzise und somit zielführend vorzutragen. Es war ein eher wildes und wenig niveauvolles Hin und Her. Allen Spielern hätte etwas mehr Ruhe gut getan. Doch woher sollte sie kommen? Tatsächlich wurde es immer hektischer. Die Nicklichkeiten häuften sich, die Stimmung auf dem Platz wurde gereizter. Wobei der Sportclub die Mannschaft war, die mehr Mühe hatte, sich physisch zu behaupten. Einen Großteil der Zweikämpfe entschieden die Gastgeber für sich – was ihnen zumindest optische Vorteile brachte. Mehr aber auch nicht. Dachte man.

Schiedsrichter Guido Winkmann hatte bereits zur Pause gepfiffen, die Spieler waren größtenteils in der Kabine, als das ohnehin schon bizarre Szenario noch bizarrer wurde. Video-Assistentin Bibiana Steinhaus hatte aus Köln eingegriffen, ein Handspiel von Marc Oliver Kempf ausgemacht. Also beorderte Winkmann alle Mann zurück auf den Platz, damit Pablo De Blasis die Mainzer vom Elfmeterpunkt aus mit 1:0 in Führung schießen durfte. Konsequent blieben immerhin die Mainzer Fans, die das Ganze mit "Fußballhasser DFB" quittierten.



Toilettenpapier zum Wiederanpfiff

Als vor Beginn der zweiten Halbzeit dann Toilettenpapierrollen auf den Platz flogen, sich der Wiederanpfiff verzögerte, schien der Fußball endgültig zur Nebensache zu verkommen. Immerhin schaffte es der SC dann in Minute 55 erstmals, zu einem Torschuss zu kommen. Guldes Versuch wurde zur Ecke abgefälscht. Insgesamt blieb es aber dabei: Die Mainzer blieben die bessere Mannschaft, weil sie weniger Fehler machten und zumindest in einigen Situationen andeuteten, dass da unten auf dem Rasen Erstliga-Fußball gespielt wurde. Glück hatten die Breisgauer zudem, dass der Kopfball des eingewechselten Tim Kleindienst nicht im eigenen Tor, sondern lediglich an der Latte landete (63.). Und dass Söyüncü kurz danach den Schuss von Serdar blockte.

Die Freiburger rannten, sie kämpften, sie taten, was für sie möglich war. Nur ist derzeit offenbar nicht so viel möglich. Zumindest fußballerisch nicht. Immerhin erarbeiteten sich die Gäste in den letzten 20 Minuten aufgrund ihres großen Engagements ein leichtes Übergewicht – und die eine oder andere Chance. Kleindiensts Kopfball landete auf dem Tor (diesmal auf dem richtigen). Dem ebenfalls eingewechselten Julian Schuster bot sich in der 76. Minute eine Freistoßgelegenheit.

Schwolow mit dem Fehler

Doch dann passierte, was nicht passieren durfte. Alexander Schwolow, der Freiburger Torhüter, präsentierte dem Gegner das 2:0 auf dem Silbertablett. Ohne ganz große Not spielte er den Ball direkt in die Füße von Quaison, der nur noch zur Mitte passen musste, wo De Blasis mit Glück (Innenpfosten) seinen zweiten Treffer erzielen durfte (79.).