Beim Derby

SC-Jugendclub bereitet Choreografie als Zeichen gegen Diskriminierung vor

Christoph Giese

Von Christoph Giese

Di, 13. März 2018 um 09:53 Uhr

Freiburg

Einmal pro Saison organisiert der Füchsle- und Jugendclub des SC Freiburg eine Choreographie auf der Osttribüne. Dieses Jahr wird sie beim Derby gegen den VfB Stuttgart zu bestaunen sein.

Seit 2013 organisiert der Füchsle- und Jugendclub des SC Freiburg einmal pro Bundesligasaison eine Choreografie auf der Osttribüne. Dieses Jahr wird sie beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart zu bestaunen sein. Bei der Gestaltung sind die Kinder und Jugendlichen die zentralen Akteure.

Aktionsspieltag gegen Diskriminierung und für Toleranz

Die Choreografie wird im Rahmen des Aktionsspieltags "Strich durch Vorurteile" stattfinden. Mit diesem Aktionsspieltag möchte die DFL-Stiftung gemeinsam mit den Vereinen und Kapitalgesellschaften der Ersten und Zweiten Bundesliga ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Toleranz und Respekt setzen.

30 Mitglieder des inklusiven Füchsle- und Jugendclubs trafen sich im Fanhaus der Fangemeinschaft hinter dem Schwarzwald-Stadion, um die Choreografie vorzubereiten. Fünf Mitarbeiter des Gesellschaftlichen Engagements des SC unterstützten die Kinder und Jugendlichen bei der Ausarbeitung und Umsetzung. Dabei standen die Ideen der jungen Menschen im Vordergrund. "Wir sind nur Koordinatoren," sagt Tobias Barth. Der Sport- und Erziehungswissenschaftler leitet mit seinen Kollegen das Projekt und versucht, den Jugendlichen in der Ideenfindung und Gestaltung mit Denkanstößen weiterzuhelfen. So soll eine positive Fankultur und die Kreativität gefördert werden. "Es ist das, wofür der SC auch berühmt ist," so der 30-Jährige.

Die Umsetzung gestalte sich dabei nicht immer ganz leicht, denn die Bilder bei einer Choreografie entstehen durch Papptafeln, die von den Zuschauern hochgehalten werden, was die Möglichkeiten einschränke. Daher müsse man schauen, was sich machen lässt, so Barth. Das Bild und die Sprüche sollen jedoch von den Kindern erarbeitet werden.

Motivation mit Anspruch

Die Grundidee ist, das Thema des Aktionsspieltags mit motivierenden Worten für die Mannschaft zu verbinden. "Alles andere sollen die Jungs und Mädels diskutieren", sagt Barth. Zunächst wurden die in Kleingruppen erarbeiteten Ideen vorgestellt, anschließend wurde abgestimmt. Danach begannen die Teilnehmer damit, die Spruchbänder vorzubereiten. Hierzu wurden die Buchstaben an die Wand projiziert, deren Umrisse auf Folie gezeichnet und ausgeschnitten. Die fertigen Lettern wurden anschließend in der richtigen Reihenfolge auf eine andersfarbige Folie geklebt.

Die Kombination aus einem gesellschaftlichen Thema und Anfeuern der Mannschaft fand unter den Jugendlichen großen Anklang. "Man soll Spaß am Fußball haben, wo wer herkommt ist doch total egal," sagt der 15-jährige Anton, der bereits zum dritten Mal an einer Choreografie mitarbeitet. Er denkt, das Thema lässt sich mit Fußball gut verbinden. Loris (12) und Luis (13) waren beide zum ersten Mal dabei und finden es "cool, weil wir was gegen Diskriminierung machen."

So sehen es auch die beiden 15-jährigen Choreografie-Neulinge Marie und Victoria und erinnern an die große Plattform der Aktion: "Viele kriegen es mit und man kann viele erreichen." Sie hatten großen Spaß bei den Vorbereitungen und freuten sich über die Möglichkeit, mitzuarbeiten. Für die Kinder und Jugendlichen sei es klasse, sagte Tobias Barth. "Sie erschaffen was." Das Ergebnis wird dann am kommenden Freitag um 20.30 Uhr im Schwarzwaldstadion zu sehen sein.