Vortrag in Freiburg

Schäuble wirbt für Grundschulfranzösisch ab Klasse eins

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Fr, 13. Juli 2018 um 15:24 Uhr

Südwest

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat mit Nachdruck dafür plädiert, dass Grundschulen entlang der Grenze zu Frankreich weiterhin von der ersten Klasse an Französisch unterrichten.

"Das Problem der Sprachbarriere ist größer geworden", klagte der CDU-Politiker am Freitag bei einem Vortrag in Freiburg. "Gutes Zusammenleben braucht eine gemeinsame Sprache."

Vortragsthema des Südbadeners war die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa. Er sei der Überzeugung, so Schäuble, dass alle Schulen "von Anfang an zweisprachig" sein sollten, zumal in Grenzregionen. Er sage dies ausdrücklich auch an die Adresse der baden-württembergischen Kultusministerin – das ist Schäubles Parteifreundin Susanne Eisenmann.

Eisenmann und ihre grün-schwarze Koalition haben dagegen im vorigen Herbst beschlossen, den Fremdsprachenunterricht nicht mehr in der ersten, sondern erst in der dritten Grundschulklasse beginnen zu lassen.



Die freiwerdenden Ressourcen bei Personal und Stundenplan sollen zusätzlichem Unterricht in Deutsch und Mathematik zugutekommen – Fächer, in denen die Landeskinder bei Vergleichstests zuletzt nicht gut abgeschnitten haben. Der Beschluss vom Oktober 2017 ist derzeit in der Umsetzung, wird aber weiterhin teils heftig kritisiert – auch aus dem benachbarten Elsass.

Für die Kinder dort ist Deutsch von der ersten Klasse obligatorisch. Die Neuregelung in Baden-Württemberg erschwert die Zusammenarbeit von Partnerschulen. Zwar können Schulen Französisch in der ersten Klasse weiter als "Profil" anbieten, das Verfahren ist aber kompliziert und setzt ein Votum der Schulkonferenz voraus.