Moderne Architektur

Das "Gugelhupf-Haus" soll in Schallbach nicht gebaut werden

Silke Hartenstein

Von Silke Hartenstein

Fr, 18. Januar 2019 um 17:00 Uhr

Schallbach

Ein Haus in Form eines Gugelhupfs wollte der Ingenieur Luigi Martino in Schallbach bauen. Doch der Gemeinderat machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Ein rostrot-oranger, drei Meter hoher Gugelhupf mit Roststahlfassade als Wohnhaus inmitten der konventionellen Satteldachhäuser in der Alten Poststraße: Diese Bauvoranfrage brachte Abwechslung in die jüngste Gemeinderatssitzung. Verwirklichen wollte es der Ingenieur Luigi Martino. Er hatte einen Antrag auf Befreiung von den Vorgaben des Bebauungsplanes zur Geschosshöhe, Dachneigung und Dachform gestellt.

Das Gebäude, befand Bürgermeister Martin Gräßlin, ähnele einem Gugelhupf oder einer Kartoffel. Dem widersprach Luigi Martino, der für ein Turiner Architektur- und Ingenieurbüro an der Sitzung teilnahm. Das Gebäude, so Martino, ähnele einem Gugelhupf, aber auch einer Birne. Es passe gut zu den Eigenschaften Schallbachs als Ort, an dem Obst und Gemüse erzeugt würden.

Ein modernes Gebäude für den ländlichen Raum

Es handle sich vorerst nur um eine Idee, stellte Martino während einer Sitzungsunterbrechung klar. Sollte der Gemeinderat der Bauvoranfrage zustimmen, würde er das betreffende Grundstück der jetzigen Eigentümerin gern abkaufen – zumal ein modernes Gebäude durchaus auch mal im ländlichen Raum stehen könne, statt immer nur in einer Großstadt.

Christian Iselin fand das Gebäude interessant, konnte es sich aber eher in einem Gebiet mit entsprechendem Bebauungsplan vorstellen. Carsten Dobrinski meinte, es würde auf das Vitra-Gelände in Weil passen. In Schallbach indes sei bei einer Verwirklichung mit zu viel Publikumsverkehr zu rechnen. "Es passt nicht ins Ortsbild", meinte Regina Wagner – zumal in anderen Fällen bereits um ein paar Zentimeter Überschreitung von den Vorgaben eines Bebauungsplanes verhandelt werden müsse. Einstimmig lehnte der Gemeinderat den Befreiungsantrag ab.