Rheintalstrecke

ICE fährt in beschädigte Oberleitung und bleibt ohne Strom liegen

Text: dpa, ohu Video: kamera 24.tv, Falko Wehr

Von Text: dpa, ohu Video: kamera 24.tv & Falko Wehr

Do, 11. Januar 2018 um 06:51 Uhr

Schallstadt

Im Bahnhof Schallstadt ist ein ICE mit rund 60 Fahrgästen gestrandet. Er war in eine beschädigte Oberleitung gefahren und hat sie herabgerissen.



Ohne Strom blieb der Schnellzug, der von Köln nach Basel unterwegs war, gegen 22.20 Uhr im Bahnhof von Schallstadt liegen. Ein Fernbus brachte die Passagiere in der Nacht nach Basel, teilte die Bundespolizei in Weil am Rhein mit.

Wegen des Oberleitungsschadens wurde die Strecke stundenlang gesperrt. Gegen 4.30 Uhr wurde ein Gleis der zweigleisigen Trasse wieder für den Verkehr freigegeben. Das zweite Gleis sei seit 9.50 Uhr wieder befahrbar, sagte ein Bahnsprecher gegenüber der BZ. Zwischenzeitlich kam sei im Nah- und Fernverkehr zu Verzögerungen.

Passagiere schlafen im Zug

In Basel musste ein Fernzug in Richtung Kiel, der vor Mitternacht losfahren sollte, bis zum frühen Morgen im Bahnhof stehen bleiben. Die Fahrgäste konnten in dem Zug übernachten.

Die Bundespolizei ermittelt zu den Ursachen. Es gebe aber bislang keine Hinweise auf eine mutmaßliche Beschädigung durch Dritte.

Auf der für den gesamten europäischen Bahnverkehr wichtigen Nord-Süd-Verbindung hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Probleme gegeben. Von Mitte August bis Anfang Oktober war die Trasse zwischen Rastatt und Baden-Baden gesperrt, weil sich beim Tunnelbau für eine Neubaustrecke die Schienen gesenkt hatten. Vor knapp einer Woche erst war die Strecke zwischen Freiburg und Basel für mehrere Stunden gesperrt. Ursache dafür war der Austritt einer Chemikalie am Rangierbahnhof in Weil am Rhein.
Die Deutsche Bahn will sich vorerst nicht zum Gefahrgutunfall im Weiler Rangierbahnhof vom vergangenen Donnerstag äußern. Sie verweist auf eine Gesprächsrunde am 16. Januar. Mehr dazu

Mehr zum Thema: