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18. September 2009

Seit 35 Jahren Ort für richtige Erholung

Das Ferienheim Lindenhöhe in Dresselbach feiert und lädt zum Tag der offenen Tür ein

  1. Die Leiterin des Ferienheims Lindenhof, Marianne Kaufmann (rechts) meistert die Arbeit mit ihren zwei Mitarbeiterinnen Sabine Wappler (vorn) und Carmen Streicher (hinten). Foto: Roswitha Klaiber

  2. Seit 35 Jahren ist der „Lindenhof“ ein Ferienheim für behinderte Menschen aus den Johannesanstalten Mosbach. Am Sonntag ist die Öffentlichkeit zum Tag der offenen Tür eingeladen. Foto: Roswitha Klaiber

SCHLUCHSEE. Seit 35 Jahren beherbergt das Ferienheim Lindenhof in Schluchsee-Dresselbach behinderte Feriengäste, die meist für zwei Wochen mit ihren Begleitern aus den Johannesanstalten Mosbach kommen. Am Sonntag, 20. September, wird dieses Jubiläum gefeiert. Alle Interessierten sind dann zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

Nach Begrüßungsworten von Otto Kaufmann beginnt um 10 Uhr der Festgottesdienst im Zelt mit Gemeindediakon Siegfried Kamprad. Der Gemeindegottesdienst der evangelischen Petrusgemeinde wird an diesem Tag von der Kirche in den "Lindenhof” verlegt, womit auch die langjährige gute Zusammenarbeit zwischen der evangelischen Kirchengemeinde Schluchsee und dem Ferienheim Lindenhof gewürdigt wird. Der Gottesdienst wird von der Trachtenkapelle Schluchsee begleitet, die danach ab 11 Uhr die Besucher bis zum Mittagessen mit einem Frühschoppenkonzert musikalisch unterhält. Gleichzeitig wird dann auch ein Flohmarkt eröffnet. Ab 12 Uhr gibt es Mittagessen, ab 13.30 Uhr besteht die Möglichkeit, mit Gustl Kiefer eine Fahrt mit der Pferdekutsche zu unternehmen. Ab 14 Uhr gibt es bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit zum gemütlichen Beisammensein. Für Kinder ist ein Spielplatz vorhanden. Auch ein Fahrdienst zum Gottesdienstbesuch wird von Schluchsee-Ort eingerichtet. Wer diesen in Anspruch nehmen möchte, soll sich um 9.30 Uhr bei der Petruskirche einfinden. Das stattliche Gebäude, das auf Schluchseer Gemarkung in Dresselbach an der Kreisstraße zwischen Schluchsee und Bonndorf steht, war ursprünglich ein Bauernhof, in dem lange Zeit auch ein Gasthaus bestand. Die Geschichte kann bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgt werden, als noch eine direkte Verbindung zum Kloster St. Blasien bestand. Besitzer und Namen wechselten häufig, vom Gasthaus zur Linde über Zipfelhof bis zum Kinderheim Lindenhof.

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Im Jahr 1974 erwarb der Verein der Freunde und Förderer der Johannesanstalten Mosbach das Gebäude samt Grundstück und nach einer bedarfsgerechten Sanierung kamen die ersten Gruppen von Heimbewohnern aus Mosbach und Schwarzach, um hier losgelöst vom Heimalltag ihre Ferien zu verbringen. Im Jahr 1982 wurde zusätzlich ein Hallenbad erstellt, um den Bedürfnissen einer wachsenden Zahl schwer körperbehinderter Gäste gerecht zu werden.

Nachdem Marianne Kaufmann ihren Mann Otto nach seinem Eintritt in den beruflichen Ruhestand als Heimleiterin abgelöst hatte, bewerkstelligt sie die Arbeit mit nur noch zwei Mitarbeiterinnen, Carmen Streicher und Sabine Wappler. Das Ferienheim nimmt seither den Winter über keine Gäste mehr auf. Die übrige Zeit von Mai bis Oktober kommen die Heimbewohner aus den Johannesanstalten mit ihren Gruppenbetreuern nach wie vor gern in ihr Feriendomizil am Schluchsee. Mit den rund um das Haus und in der Umgebung gebotenen Freizeitmöglichkeiten ist der "Lindenhof” ein begehrtes Urlaubsquartier für die behinderten Gäste.

Autor: Roswitha Klaiber