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04. Dezember 2010

"Bildungspolitik bleibt Nummer eins"

Kultusministerin Marion Schick zu Gast an der Friedrich-Ebert-Schule / Ziel: Den mittleren Bildungsabschluss erreichen.

  1. Was es mit dem „Rheingold“ auf sich hat, erfuhr Kultusministerin Marion Schick beim Museumsbesuch. Werner Störk, Leiter der AG Minifossi, schenkte ihr von Herzen eine Probe echten Goldes. In der Friedrich-Ebert-Schule (rechtes Bild) standen neben der Ministerin Bürgermeister Christof Nitz (von links), Ulrich Lusche (CDU-MdL) und Schulamtsdirektor Helmut Rüdlin als Gesprächspartner zur Verfügung. Foto: Marlies Jung-Knoblich

  2. Foto: Marlies Jung-Knoblich

SCHOPFHEIM. Kultusministerin Marion Schick zeigte sich begeistert, was die Friedrich-Ebert-Schule (Werkrealschule) alles leistet. Und sie machte den Schülern, Eltern und Lehrern Mut: Die Bildungspolitik bleibe im Land Baden-Württemberg trotz klammer Kassen die Nummer eins, die Hauptschulen entwickelten sich mit den Werkrealschulen weiter, was den Stellenwert der Hauptschulen aber nicht schmälere.

Bevor Ministerin Schick zur Diskussionsrunde in die Friedrich-Ebert-Schule kam, lernte sie im städtischen Museum die Arbeit der AG Minifossi als Teil der FES unter Leitung von Lehrer Werner Störk kennen. Unterm Dach des Museums ist die dokumentarische Ausstellung über Barockschanzen zu sehen, ganz neu eröffnet wurde die Ausstellung "Rheingold". Werner Störk gab der Bildungsministerin nicht nur Prospekte über die Arbeit der Schüler mit, sondern auch eine kleine Probe Gold.

Im Schuleingangsbereich empfing Dieter Waibels Bläserklasse Marion Schick musikalisch. "An der Friedrich-Ebert-Schule gibt es ein spürbares Miteinander, was das Ziel der Bildungspolitik ist", zeigte sich Marion Schick schwer beeindruckt. In der Diskussionsrunde fragten zunächst einmal die Schüler, was es mit der Werkrealschule auf sich habe und wie der Abschluss in selbiger zu beurteilen sei. "Ist unser Abschluss weniger Wert als der in der normalen Realschule?" konkretisierte ein Schüler. Zudem zeichneten sie ein sehr lebendiges Bild dessen, was an der Friedrich-Ebert-Schule geboten ist: Das Projekt Jugendbegleiter für kleinere Schüler bedeute, Verantwortung zu tragen, mache aber auch großen Spaß. Schule spannender und anders erleben dürften sie mit dem Erweiterten Bildungsangebot in den rund 40 Arbeitsgemeinschaften, zu denen Kunst, Sport, Sprachen, aber auch die AG Minifossi, Power-Point und Erste-Hilfe-Kurs zählten. Die Schüler sind ihren Lehrern und der Schulleitung für den Einsatz sehr dankbar.

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Power-Point gehöre heute in der Berufswelt selbstverständlich dazu, knüpfte die Kultusministerin an das Gesagte an. "Von jungen Leuten wird so etwas in den Betrieben erwartet". Ziel aller Bemühungen müsse es sein, den mittleren Bildungsabschluss zu erlangen, um für das Berufsleben fit zu sein. Das Bildungssystem ermögliche dafür die unterschiedlichsten Wege, nannte Schick nicht nur die Werkrealschule, sondern zum Beispiel auch die Kooperationsklassen mit der Berufsschule.

Bundesweit gebe es Standardregeln für den mittleren Bildungsabschluss. Der Abschluss in der Werkrealschule bedeute, die mittlere Reife erlangt zu haben. "Ein Dreier ist ein Dreier, ob an der Werkrealschule oder an der Realschule," machte es Marion Schick deutlich. Lediglich intern sei die Werkrealschule anders angelegt, indem die Berufspraxis integriert sei. Um den Abschluss zu erreichen, müsse jeder Schüler hart arbeiten, "eine Notenumrechnung gibt es nicht". Für Werkrealschüler gebe es zudem ein Platzkontingent am Gymnasium, denn nach dem Abschluss könne es schulisch weitergehen. Alle Möglichkeiten seien offen. Die Einrichtung der Werkrealschule sei ein ehrgeiziges Ziel und anstrengend für Lehrer wie für Schüler, verdeutlichte die Kultusministerin. Ganz bewusst gebe es auch weiterhin in Bayern und Baden-Württemberg Hauptschulen. Manche Bundesländer hätten die Hauptschulen umbenannt und abgeschafft. Sie wehre sich gegen die darin mitschwingende Arroganz.

"Die Handwerker warten auf die Werkrealschüler", weiß Otfried Eckert von der Gewerbeschule Schopfheim. Allerdings vermissten sie eine breitere Mischung an der Berufsfachschule in den Berufsfeldern. Einen Gedanken, den Marion Schick versprach mitzunehmen und mit der Abteilung berufliche Bildung zu diskutieren.

Gegen ein negatives Echo der Hauptschule in der Öffentlichkeit wehrte sich Brigitte Born, die erst kürzlich das 40. Dienstjubiläum an der FES feierte. Auch sei von "Mogelpackung" Werkrealschule die Rede.

Wer so etwas sage, müsse den Beweis antreten, was schwer werden dürfte, sagte Ministerin Schick. Eigentlich, so Schick, sollten mehr Veranstaltungen wie diese am Donnerstagabend gemacht werden. Auch sollten ihrer Meinung nach Bündnisse geschaffen werden.

Autor: Marlies Jung-Knoblich