Der Wasserlauf kennt nur Sieger

Anja Bertsch

Von Anja Bertsch

Di, 02. Mai 2017

Schopfheim

450 Teilnehmer erlaufen beim 4. Wiesentäler Wasserlauf rund 15 000 Euro Spenden / Geld kommt Wasserbrunnen in Kamerun zugute.

SCHOPFHEIM. 450 Läufer waren am Samstag beim Wiesentäler Wasserlauf locker joggend zwischen Wiesenquelle auf dem Feldberg und Rheinmündung in Basel unterwegs. Dabei kamen – der Name ist doppelt Programm – etwa 15 000 Euro an Spenden für eine bessere Wasserversorgung in Kamerun zusammen. Ein dritter Bezug zum Thema – das Nass von oben nämlich – blieb den Läufern erspart: Auf dem Feldberg noch im knöcheltiefen Schnee bergab-stapfend liefen die Teilnehmer dem Frühling Wiese-abwärts in die Arme.

Morgens um 8 Uhr waren an der Wiesequelle etwa 60 Läufer gestartet, acht Stunden später feierten etwa 100 Wasserläufer 59 Kilometer weiter den Zieleinlauf. 59 Läufer von ihnen hatten da die komplette Wegstrecke in den Beine; beim großen Rest der insgesamt 450 Teilnehmer herrschte reges Kommen und Gehen: Je nach persönlicher Fitness können die Teilnehmer an jedem der sechs Verpflegungspunkte entlang der Strecke ein- und aussteigen. Durch dieses Konzept kommt es, dass beim Wiesentäler Wasserlauf von den "Minis" aus den Grundschulen in Fahrnau, Hausen und Aitern über den trainierten Freizeit- bis zum gestählten Extremläufern (fast) jeder teilnehmen kann. Getragen wird die Truppe vom guten Gefühl, sich gemeinsam für einen guten Zweck ins Zeug zu legen.

Namens der Organisatoren von "teamworx4" zeigten sich Jürgen Ekert und Jürgen Wetzel im Anschluss überwältigt vom sportiv-wohltätigen Gemeinschaftserlebnis, von Zuspruch und positiver Resonanz auf die Veranstaltung: "Wir sind wieder total überwältigt und sehr dankbar. Dieses Event ist für jeden von uns etwas ganz Besonderes und es gibt einem so viel."

Zugleich machte Jürgen Ekert deutlich, welch wertvolles und für viele Menschen eben keineswegs selbstverständliche Gut sauberes Trinkwasser ist: Diejenigen beispielsweise, die für eine Etappe mit von der Wasserlauf-Partie waren, legten in etwa die Strecke zurück, die Menschen anderswo Tag für Tag allein um sauberes Wasser auf sich nehmen: "Sechs Kilometer laufen Männer, Frauen und oft auch Kinder im Durchschnitt, um an sauberes Wasser zu kommen."

In Spenden übersetzt wird der läuferische Einsatz beim Wiesentäler Wasserlauf, indem jeder Teilnehmer pro Kilometer einen Euro spendet. Zugleich entwickelt das Event immer auch große "Sogeffekte", indem auch jenseits der Läufertruppe viele Menschen auf das Thema aufmerksam werden und ebenfalls einen finanziellen Beitrag leisten.

Neben den Geldspenden können die Veranstalter auf eine Menge tatkräftige Unterstützung zählen, etwa durch das Rote Kreuz oder die Feuerwehren, die ihre Domizile als Verpflegungsposten zur Verfügung stellen. Wichtig sind auch die Helfer des Dikome-/Kamerun-Vereins, die – den Läufern immer eine Nasenlänge voraus – von Station zu Station "sprinten", um das Stärkungs-Buffet aufzubauen, das die Läufer bei jedem Etappen-Zieleinflauf direkt ansteuern.

Der Dikome-/Kamerun-Verein als Spendenpartner garantiert, dass das Geld direkt und ungefiltert am Ziel ankommt. Konkretes Projekt aktuell ist der Bau eines Wasserbrunnens in Bikoki für 100 000 Euro. Gerade gestern flogen die Vorsitzenden Richard Renz und Viktor Reis wieder nach Kamerun, um die Arbeit vor Ort zu unterstützen. Die offizielle Spendenübergabe zwischen Wasserlauf-Team und Dikome-Verein findet Ende Mai statt, wenn die beiden aus Kamerun zurück sind. Bis dahin ist das Konto geöffnet, betont Jürgen Ekert schmunzelnd – Spenden sindalso noch möglich.

Spendenkonto: teamworx4 e.V.;

Sparkasse Wiesental;

IBAN: DE42680528630018275230;

BIC: SOLADES1SCH (Todtnau);
Verwendungszweck: WTWL2017 - H2O4
Kamerun

Info: Der fünfte Wiesentäler Wasserlauf findet am 28. April 2018 statt.