Einblick in den Schulalltag

Anja Bertsch

Von Anja Bertsch

Di, 30. Januar 2018

Schopfheim

Die Waldorfschule Schopfheim öffnete ihre Türen.

SCHOPFHEIM (jabe). Drei Dutzend Kinder, die ins Zeichnen auf der Schiefertafeln vertieft sind, ältere Grundschüler beim Schmirgeln und Ölen von Gartenutensilien vorm knisternden Bollerofen, und schließlich elf-/zwölfjährige Mädels und Jungs, wie sie strickend im Kreise sitzen, in der Mitte eine Kerze – das sind Szenen, wie sie sich den Besuchern am Samstag früh in der Freien Waldorfschule Schopfheim präsentierten. Die Schule hatte zum Tag der offenen Tür geladen, und gab Eltern und Schülern in spe im Rahmen von offenen Unterrichtsstunden Einblick in die Inhalte und Methoden der Waldorfpädagogik. Die unmittelbaren Eindrücke aus dem Unterricht wurden flankiert von vertiefenden Informationsgesprächen mit Vertreter aus dem Lehrerkollegium, durch eine Führung durchs weitläufige Schulgebäude mit seiner besonderen Architektur und durch die Präsentation von Werken und Arbeiten, die die Schüler beispielsweise in den musischen und handwerklichen Fächern angefertigt haben.

Eindrücklicher Beleg dafür, welch methodisch und inhaltlich anspruchsvollen Ergebnisse über die Waldorf-Schuljahre hinweg aus den eher spielerischen und erdverbundenen Anfängen erwachsen können, war die Präsentation der Jahresarbeiten aus der zwölften Klasse: Die Schüler sind hier angehalten, sich ein Jahr lang intensiv mit einem Thema eigener Wahl auseinanderzusetzen und dieses in Praxis und Theorie aufzubereiten. Die im Foyer ausgestellten Ergebnisse in Form von praktischen Arbeiten und Anschauungsobjekten, die zugehörigen schriftliche Ausarbeitung und schließlich die souveräne Kurzpräsentation der Arbeiten vor großer Festsaal-Kulisse, zeugten vom breiten Interessenspektrum der Schüler und von Intensität, mit der sie sich in ihr jeweiliges Thema eingearbeitet hatten – ob das nun der Bau eines Surfbrettes war, Epigenetik oder Kernspaltung, die Tiny-House-Bewegung, die englische Theaterkultur oder Motorrad-Restauration.

Weiteren Einblick ins Schulleben schließlich verschaffte die Schulfeier im großen Festsaal: Drei Mal im Jahr treffen sich Eltern, Lehrer und Schüler zu diesem besonderen Anlass, um die Schulgemeinschaft zu pflegen, um sich in kurzen Beiträgen und Vorführungen gegenseitig einen lebendigen Eindruck davon zu verschaffen, was in den einzelnen Klassen gerade Thema ist. In diesem Sinne stand auch am Samstag ein buntes Potpourri auf dem Programm: Tanz, Instrumental- und Vokalmusik vom Kanon übers Streicherensemble bis zu HipHop, feierliche Gedichtvorträge und witzige Schauspielszenen, klassische Eurythmie und modern-urbane Sportivitäten à la "Parcours" gaben an diesem Tag einen lebendigen Einblick ins Schulleben.