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14. Dezember 2013

Eine Spürnase für Schimmelbefall

Daniela Salg trainiert mit Hunden, die aus schwierigen Verhältnissen kommen / Einjährige Ausbildung mit Zertifikat.

  1. Daniela Salg mit ihren drei Hunden Avani, Jessy und Y’Chaya, die als Schimmelspürhunde zertifiziert sind. Foto: Privat

  2. Der Schimmelspürhund Y’Chaya bei der Arbeit Foto: privat

GERSBACH (BZ). "Der versteckte Befall von Schimmelpilzen in Häusern oder Wohnungen und die Folgen für die Gesundheit werden noch immer unterschätzt", sagt Daniela Salg. Die Leiterin der Rettungshundestaffel der Malteser, Ortsgliederung Wiesental, bildet privat Hunde zu zertifizierten Schimmelspürhunden aus.

Sie lebt mit ihren drei Schimmelspürhunden Avani (Altdeutscher Schäferhund), Jessy (Malinois) und Y’Chaya (Tervueren) in Gersbach auf dem Gnadenhof. "Meine ausgebildeten Hunde kamen aus katastrophalen Verhältnissen", erzählt Daniela Salg. Trotz Auffälligkeiten seien sie gelehrig und man könne etwas aus ihnen machen. Nach einer einjährigen Ausbildung zum Schimmelspürhund mit abschließender Zertifizierungsprüfung sind die drei Vierbeiner mit ihrer Hundeführerin und einem Sachverständigen vor allem im Dreiländereck, Süddeutschland und der Schweiz unterwegs, um Häuser, Wohnungen, Kindergärten und Schulen zu begutachten.

"Die ausgebildeten Hunde sind in Verbindung mit einem Sachverständigenbüro eine optimale Möglichkeit, um Schimmelpilze zu lokalisieren und anschließend labortechnisch zu überprüfen, weil wir als Menschen diese weder sehen noch riechen können", sagt Daniela Salg. "Die Hunde zeigen oft innerhalb von wenigen Minuten befallene Stellen an. Die Vierbeiner können Schimmel auch in Deckenbereichen oder an sonst schwer zugänglichen Bereichen orten". Zum Beispiel nach einem Wasserschaden, bei Baufehlern, bei zu gut gemeinter Dämmung oder bei nicht ausreichender Dämmung und somit entstandenen Kältebrücken wächst in vielen Häusern unbemerkt der Schimmel. Sichtbaren Schimmel könne man entfernen und entsprechend sanieren. Der nicht-sichtbare Schimmel hinter Verschalungen, in Ständerwänden oder unter dem Boden sei jedoch nicht so einfach zu identifizieren.

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"Versteckte Schimmelpilze können bei Menschen und auch Haustieren Beschwerden und Krankheiten auslösen wie Bronchitis, Atemnot, Muskelschmerzen, ständiger Fließschnupfen bis hin zu erhöhter Infektanfälligkeit", weiß Daniela Salg.

Sie habe zwar keinen Erwerbszweig mit dem Einsatz von Schimmelpilzsuchhunden, müsse aber bei einem Hundeeinsatz Kosten in Rechnung stellen. Die können unterschiedlich hoch sein "und werden vorher immer in einem individuellen Angebot festgelegt, das mit der Größe des zu untersuchenden Objektes zusammenhängt", erklärt Daniela Salg. Die Hundeausbildung koste eine Menge Geld.

Die Hundenase erschnüffele den Schimmelbefall. "Schimmelpilze bilden beim Wachstum flüchtige organische Verbindungen und geben diese an die Raumluft ab. So entsteht der für uns modrige Geruch, den Spürhunde in geringster Konzentration riechen und punktgenau lokalisieren können, wenn sie in einer speziellen Ausbildung darauf konditioniert wurden."

So können für Daniela Salg die Hunde nicht nur bei Wasserschäden sehr hilfreich sein, sondern auch vor einem Immobilienkauf oder bei chronischen Erkrankungen, möglicherweise durch Schimmel ausgelöst. Viele Leute wüssten gar nicht, dass es Schimmelspürhunde gebe, sagt Daniela Salg. Sie war mit ihren Hunden zum Aufspüren von Schimmel bereits unterwegs.

Autor: bz