Hilfe für Rumänien ist bitter nötig

Anja Bertsch

Von Anja Bertsch

Sa, 24. Februar 2018

Schopfheim

Die 6. Klasse der Schopfheimer Waldorfschule spendete die Hälfte des Erlöses aus der "Zauberflöte" an den Verein "Amro".

SCHOPFHEIM. In der Doppelmission – musizieren und Gutes tun – war die 6. Klasse der Freien Waldorfschule Schopfheim dieser Tage aktiv.

Ende Januar hatten die Nachwuchskünstler mit der Aufführung von Mozarts Zauberflöte ihr Publikum im Festsaal der Waldorfschule begeistert. Im Nachklang nun wird diese Veranstaltung Waisenkindern in Rumänien ein Lächeln ins Gesicht zaubern: Die Sechstklässler spenden die Hälfte des Erlöses – 350 Euro – an das in Bad Säckingen ansässige Hilfswerk "Amro", das sich die Hilfe für Armenien und Rumänien auf die Fahnen geschrieben hat; das Geld aus Schopfheim wird direkt in das privat geführte Kinderheim "Casa Ray" im rumänischen Dobreni fließen. Weitere 25 Euro kommen von Grundschülern aus Zell, die die Zauberflöten-Aufführung besucht hatten und ihren Eintritt gezielt für die gute Sache verwendet sehen wollten.

Im Rahmen einer eigens für diesen Anlass reservierten Schulstunde übergaben die 38 Waldorfschüler um Klassenlehrerin Manuela Jankowski-Meier und Musiklehrerin Sara van Kamp die Spende an "Amro"-Geschäftsführerin Michaela Kuhlmann und Kassierer Ulrich Ney – nicht etwa in Form eines symbolischen Schecks, sondern in bar, "hineingebastelt" in ein selbstgemaltes Poster und gerahmt von einer musikalischen Kostprobe, die die Zauberflöte nochmals kurz anklingen ließ.

Unter welch schwierigen und bitterarmen Bedingungen die Menschen in Rumänien und Armenien leben und wie wichtig vor diesem Hintergrund die Unterstützung ist, machte Michaela Kuhlmann den aufmerksam lauschenden Kindern auf so eindrückliche wie bedrückende Art und Weise deutlich. "Mit Flipflops in die Schule – das ist jetzt im Winter doch etwas schwierig, nicht wahr?", war eines der Bilder, mit denen Kuhlmann die schwierigen Verhältnisse dort auf die Erfahrungswelt der Kinder hier herüberbrach. Tatsächlich fehle es den Kindern oftmals an ordentlicher Kleidung und festem Schuhwerk, an der Möglichkeit zu heizen und an einer warmen Mahlzeit – und das bei bitterkalten Wintern mit bis zu 30 Minusgraden. Die schwierige Lebenssituation in Arbeitslosigkeit und Armut gehe – zumal über die allzu stark geforderten Eltern – oft besonders zu Lasten der Kinder: "Bei dem schwierigen Leben und über all den Problemen ist oft nicht viel Gefühl für die Kinder übrig. Die Liebe geht flöten", sagte Kuhlmann und machte dies am Schicksal zweier Kinder deutlich, die nach überaus harten Erfahrungen in ihren eigenen Familien in dem vom Verein "Amro" unterstützen Waisenheim ein neues Zuhause gefunden haben. Von alkoholkranken Müttern, Vätern und Stiefvätern war da die Rede, von Verwahrlosung, Hunger und erbarmungslosen Schlägen.

"In der Casa Ray haben die beiden ein Zuhause gefunden und Zutrauen gelernt", sendete Kuhlmann bei all den erschütternden Schilderungen doch auch eine versöhnliche Botschaft – und schlug zum Ende ihrer Schilderungen wiederum den Bogen zum Engagement der Waldorfschüler: "In diese Situation also kommt eure Hilfe". Die knapp 400 Euro aus Schopfheim werden ausreichen, um die Nebenkosten des Kinderheims immerhin zwei Monate lang zu decken. Ein wichtiger Beitrag zum Fortbestand, zumal eine andere Förderung dort soeben weggebrochen ist und bereits überlegt werden musste, einige Kinder wieder wegzuschicken. "Euer Beitrag wird für Kinder dort einen Riesenunterschied machen", so Kuhlmann – "dafür lieben Dank."

Info zum Verein "Amro unter: https://amro-ev.de/