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16. Dezember 2013

Schopfheim macht im Kraichgau einen Stich

Kupferstiche aus dem städtischen Archiv werden für die Ausstellung "Die Künstler und der Krieg – Meisterstiche barocker Kriegsarchitektur" in Eppingen gesichtet.

  1. Ihm macht das Stöbern im Schopfheimer Archiv sichtlich Spaß: Eppingens Museumsleiter Peter Riek bei der Auswahl der Kupferstiche für die Ausstellung, die für das Frühsommer im Kraichgau geplant ist. Foto: zvg

SCHOPFHEIM/EPPINGEN (BZ). Die Kulturkooperation zwischen Schopfheim und Eppingen trägt Früchte: Aktuell wird in Eppingen eine Ausstellung zum Thema "Die Künstler und der Krieg – Meisterstiche barocker Kriegsarchitektur" in der Galerie des Rathauses vorbereitet, die im Frühsommer 2014 gezeigt wird und die sich ausschließlich aus Schopfheimer Archivgut zusammensetzt.

Die Ausstellung: Gezeigt werden wertvolle Original-Werke berühmter Kupferstecher ihrer Zeit wie Merian, de Fer oder Homann – und alle gehören zum umfangreichen Archivbestand des Städtischen Museums von Schopfheim. So weilt der Leiter der Ausstellung, der Künstler Peter Riek, zur Zeit in der Markgrafenstadt, um sich aus der über 500 Exponate umfassenden Kupferstichsammlung jene Motive auszuwählen, die in Eppingen gezeigt werden. Der Eröffnungsvortrag anlässlich der Vernissage wird – wie in den Vorjahren – wieder der Schopfheimer Fortifikationsspezialist Werner Störk halten, der nicht nur Schanzlinien des gesamten Schwarzwaldes, sondern auch die "Eppinger Linie" aus Feld- und Projektstudien sehr gut kennt. Neben der Kupferstich-Ausstellung warten auf den historisch interessierten Besucher auch vielfältige Attraktionen im Umfeld der Stadt: Gut beschilderte Wege führen an die "Eppinger Linien" und eine attraktive Palette bereichert die besonderen touristischen Angebote bis hin zum nahen Weltkulturerbe des Klosters Maulbronn, dessen Mauern ebenfalls in die "Linie" integriert war.

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Künstlerisch-historischer Wanderweg: Für den Herbst 2014 plant das Naturparkzentrum im Naturpark Stromberg-Heuchelberg die Eröffnung eines künstlerisch-historischen Wanderweges. Impulsgeber dafür waren unter anderem auch die Gersbacher Kulturwege, vor allem die Kombination aus Kunst- und Skulpturenpfad sowie der Schanzen- und der Dorfweg. Entlang der "Eppinger Linie" sollen bis zum Spätsommer 2014 insgesamt neun große, begehbare Skulpturen installiert werden, die verschiedene historische Aspekte mit ihrem jeweiligen aktuellen Bezug aufgreifen und in symbolhafter Weise darstellen.

Hintergrund Kulturkooperation: Im Jahre 2009 besiegelten Bürgermeister Christof Nitz und Oberbürgermeister Klaus Holaschke bei ihrem ersten Treffen in Eppingen die Kultur-Kooperation zwischen der Kraichgau-Metropole Eppingen und der Markgrafenstadt mit dem Ziel, gemeinsame Projekte zu entwickeln. Eingefädelt wurde diese Zusammenarbeit ein Jahr zuvor von der ehemaligen Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium, Friedlinde Gurr-Hirsch und Bürgermeister Nitz im Rahmen der Eröffnungsfeier der Gersbacher Barockschanze. Als Mitglied des Landtags und zuständig für den Wahlkreis Eppingen, erinnerte sie sich an jene historischen Spuren und Ereignisse in ihrer Heimatstadt und damit aber auch an die gemeinsamen geschichtlichen Wurzeln der Region um Schopfheim. Denn wie im Wiesental wurde auch der Kraichgau durch eine lange Schanzen- und Wallgraben-Linie vor den Angriffen der französischen Truppen von Ludwig XIV. ge-schützt. Ebenfalls geschaffen von Schanzbauern und Soldaten unter der Regie von Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, dem legendären Türkenlouis.

Direkte Verbindung: Die ausgesprochen gut erforschte "Eppinger Linie" mit ihren rund 80 Kilometern ist – wie die "Vordere Linie" des Wiesentals – ein wichtiges Verbindungsstück der insgesamt über 550 Kilometer langen Gesamtlinie, die als Schwarzwaldlinie" vom Rothaus am Hochrhein bis nach Pforzheim führt und dann als "Eppinger Linie" bis nach Heidelberg an den dortigen Neckar reicht.

Das nordbadisches Eppingen als große Kreisstadt mit über 20 000 Einwohnern liegt direkt im Zentrum dieser Linie - einst als Sperrriegel gegen die gefürchteten französische Kontributionszüge angelegt, die gedeckt durch die großen Festungen Landau und Philippsburg, eine ständige Gefahr bedeuteten. Im Wiesental ging die permanente Bedrohung durch die mächtigen französischen Festungen in Hüningen und in Neuf-Brisach aus. Diese gemeinsame Geschichte verbindet beide Städte samt ihrer umliegenden Regionen und bietet so immer wieder neue interkulturelle Impulse.

Schopfeimer Herzstück: In enger Kooperation waren in Eppingen schon mehrere große Ausstellungen zu sehen und auch in der "Alten Universität", dem Stadt- Fachwerkmuseum der Stadt Eppingen, ist von Peter Riek, Künstler und Leiter des Museums, eine eigene – nach modernsten museumspädagogischen Kriterien gestaltete – Sonderabteilung zum Thema "Eppinger Linie" entstanden. Als zentrales "Herzstück" der Sonderausstellung zieht ein großes Diorama die Blicke der Besucher auf sich: ein imposantes 3-D-Modell, das Schüler der Schopfheimer Friedrich-Ebert-Schule im Jahre 2009 exklusiv als Auftragsarbeit im Rahmen dieser Kooperation für das Eppinger Museum bauten.

Zu sehen ist die Schau historischer Kupferstiche vom 8. Mai bis 20. Juni 2014.

Autor: bz