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10. August 2012 08:49 Uhr

idodo.de

Schopfheimer programmiert ein neues soziales Netzwerk

Swen Kalski ist einer, den man einen "Digital Native" nennt, also einen digitalen Eingeborenen. Jemand, der mit dem Internet großgeworden ist. Der 33-Jährige aus Schopfheim ist im Hauptberuf Programmierer, und auch in seiner Freizeit tüftelt er an Software.

  1. Freunde treffen und neue Kontakte knüpfen: Bei idodo.de soll alles besser, bequemer und sicherer ablaufen als bei anderen sozialen Netzwerken. Die Benu Foto: Sattelberger

  2. Swen Kalski (33) kommt aus Herten im Ruhrgebiet und zog erst vor Kurzem nach Schopfheim. Der Programmierer schätzt es, dass es hier so viele Veranstaltungen gibt. Foto: Sattelberger

Ob abends auf der Dachterrasse mit Blick auf Wiechs, im Zug oder nachts am Schreibtisch: Er lässt keine Gelegenheit aus, um an idodo.de zu arbeiten, ein neues soziale Netzwerk. Es funktioniert nicht viel anders als der Platzhirsch Facebook – ist aber aus Sicht von Swen Klaski ungleich besser.

Ortstermin in der Hauptstraße: Im dritten Stock eines Ärztehauses wohnt Swen Kalski mit seiner Frau Jasmin und seinem einjährigen Sohn seit wenigen Monaten. Wegen des warmen Klimas und einem guten Jobangebot aus Basel kam Swen Kalski vom Ruhrgebiet in den Süden. Mit im Umzugsgepäck war die Idee eines neues soziales Netzwerks. Schon wieder eines?, möchte man fragen, wo doch Internetplattformen wie Facebook, Xing und Schüler VZ in aller Munde sind und sich in einem heftigen Verdrängungswettbewerb befinden. "Jetzt stehen die Chancen gut für ein neues soziales Netzwerk, in einem Jahr vermutlich schon nicht mehr", sagt Swen Kalski. Denn er hat festgestellt, dass Platzhirsch Facebook die Mitglieder davonlaufen. Der verpatzte Börsengang vor Kurzem passe da ins Bild.

Swen Kalski ist überzeugt, dass es Zeit ist für ein Netzwerk, das seinen Nutzern echte Vorteile bringt. Kalski tippt in das Browserfenster seines weißen Klapprechners die Adresse http://www.idodo.de ein. Das Bild wird per Funk auf den großen Flachbildfernseher im Wohnzimmer übertragen. "Bei Facebook braucht man ein enormes Know-how, dass es einem fast unmöglich ist, dort etwas zu kreieren", sagt er und zeigt, wie man bei seinem Programm Spiele und Verkaufsplattformen platzieren kann.

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Kalski und seine beiden Programmiererkollegen, die ungenannt bleiben wollen, legen außerdem Wert auf einfachste Bedienung auch für Laien. "Wenn ich woanders fünf Klicks brauche, um ein Bild zu löschen, geht das bei uns mit zwei Klicks. Ein einziger Klick wäre natürlich am besten", sagt Swen Kalski, der auf Apple Mac-Rechner schwört, nicht zuletzt wegen der komfortablen Benutzerführung ihrer Programme.

Das ist nicht alles, was Kalski seinen an Nutzwert bietet: Nachrichten innerhalb der Plattform können Anhänge mit bis zu 32 MB Größe transportieren. Das erspart separate Mails (die in der Regel nur kleinere Anhänge ermöglichen). Ein "Eventkalender" fasst Veranstaltungshinweise der Nutzer zusammen, und Datenspionage für zielgerichtete Werbung gebe es bei ihm auch nicht, versichert Swen Kalski. Weitere Funktionen wie das gemeinsame Filme schauen sollen folgen. Um das alles zu bewerkstelligen, sollen bald eigene Server in Kalskis großzügig geschnittener Wohnung das weltweite Netz mit idodo speisen.

"Ein soziales Netzwerk im Herzen von Schopfheim", schmunzelt Kalski. Intuitive Benutzerführung, praktische Extras, Datenschutz – die kurzweilige Präsentation dauert eine gute Stunde, und die Argumente des Neu-Schopfheimers, dass es Zeit ist für eine neue Kontakteplattform, überzeugen. "Wir wollen die Million. Nicht Euro, sondern Nutzer", sagt Kalski unbescheiden. Er und seine Kompagnons setzen darauf, dass die Internetgemeinde die neue Plattform selbst entdeckt und sich dort zu eigen macht. Nicht gegen den großen Platzhirschen aus Amerika, sondern mit ihm, denn Kalski war schlau genug, eine Verbindung zu Facebook einzurichten. Die Funktion erlaubt eine einfache Neuanmeldung bei idodo, ohne dass Daten in Richtung des neugierigen Marktführers wandern. Bleibt den Kalskis bei so viel Arbeit in den Weiten des Internets überhaupt Zeit, um die neue Heimat kennen zu lernen? Aber ja doch. Swen Kalskis hat den Umzug von Herten (Kreis Recklinghausen) nach Schopfheim nicht bereut und freut sich hier über die vielen Feste und Veranstaltungen. "Als ich Freunden vom Sommersound-Festival erzählt habe, konnten die das kaum glauben", sagt Kalski schmunzelnd. So viel analoges Leben muss sein.

Die Plattform gratis im Internet: http://www.idodo.de

Autor: Dirk Sattelberger