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06. Mai 2017

"Entweder richtig oder gar nicht"

BZ-INTERVIEW: Gerhard Himmelsbach über die Mallorca-Party.

  1. Aus der ganzen Ortenau kommen Partygänger ins Mega-Zelt am Eichberg, wie hier 2014. Foto: Veranstalter

  2. G. Himmelsbach Foto: (2)  Verein

SCHUTTERTAL. Die Mallorca-Party des Männergesangvereins (MGV) Schuttertal im Juni findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Was einst im Stangenzelt und mit mobiler Disko angefangen hatte, entwickelte sich zu einer der größten Partyveranstaltungen in der Ortenau, die inzwischen jährlich weit über 2000 Besucher anzieht. Beate Zehnle-Lehmann sprach mit Gerhard Himmelsbach vom Vorstand des MGV, der damals die Idee hatte für eine "Ballermannparty". Ihre Erfolgsgeschichte begann aber mit einer Geldstrafe.

BZ: Sie sind der Vater der heute so bekannten Mallorca-Party im Schuttertal. Der Anfang war aber eher ärgerlich, belegt mit einer Geldstrafe – wofür?

Himmelsbach: Oh je, das ärgert mich heute noch! Nachdem 1997 klar war, dass wir eine Party in diesem Stil machen werden, haben wir auf unserer Homepage mit der ’Ballerman-Party’ geworben. Was wir damals als Laien nicht wussten: Der Name war bereits rechtlich geschützt. Es ging nicht lange, bis wir einen Anruf eines Münchner Rechtsanwalts erhielten, der uns eine Geldstrafe oder ein Gerichtsverfahren in Aussicht stellte, falls wir nicht bezahlen. Auf ein Verfahren hatten wir wirklich keine Lust, denn das hätte uns mit Sicherheit noch mehr gekostet – auch Nerven. Wir haben dann die 800 oder 1000 D-Mark – den Betrag weiß ich nicht mehr so genau – bezahlt. Es war nicht mal so sehr das Geld, das uns geärgert hat, sondern der ganze Stress.

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BZ: Waren Sie damals mal auf Mallorca, oder wie kamen Sie überhaupt auf die Idee für eine solche Party? Das Wort Ballermann lassen wir ab sofort lieber weg, oder...?

Himmelsbach: (lacht) Damals habe ich einen Ersatz gesucht für unseren Seemannsball am Fasentsamstag in der Festhalle, der nicht mehr stattfand. Ja, nach einem Mallorca-Urlaub 1996 kam mir die Idee für dieses Format. Mein Vorschlag kam bei den Mitgliedern allerdings nicht so gut an und somit war die Idee wieder vom Tisch. Als kurze Zeit später unser Waldfest zum 110-jährigen Bestehen anstand, fehlte für einen Abend noch ein Programmpunkt, da kamen die Kollegen auf meinen Vorschlag zurück. Für mich kam das nach der ersten Ablehnung aber nur in Frage, wenn wir es nach meinem Plan machen: Entweder richtig oder gar nicht.

BZ: Wie sah die erste Party aus?

Himmelsbach: Das war einfach ein Stangenzelt mit einer Plane drüber. Für Musik sorgte ein DJ mit mobiler Disko. Mein Traum war aber schon immer Livemusik, deshalb bin ich herumgereist und habe mir verschiedene Bands angeschaut. Mit "Popcorn" hatte ich sie dann endlich gefunden, und wir konnten im dritten Jahr mit dem Livekonzept starten. Allerdings mit gemischten Gefühlen, weil ich nicht wusste, ob das wirklich ankommt.

BZ: Und – wie kam’s an?

Himmelsbach: Das hat eingeschlagen wie eine Bombe, und wir hatten damals schon um die 600 Gäste. Das hat sich sukzessive hochgeschaukelt, was irgendwann zu einem Platzproblem führte. Wir haben entsprechend der steigenden Nachfrage ständig mit Erweiterungen improvisiert. Das ging aber bald nicht mehr, und es kam der Zeitpunkt, wo wir ein großes Zelt brauchten.

BZ: In dieser Zeit kam die große Welle auf mit den, verzeihung, ’Ballermannn’-Partys. Heute ist das eher verstummt und man hört in diesem Zusammenhang eigentlich nur noch vom MGV. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Himmelsbach: Es ist wohl das eigene Konzept, das wir mit viel Fleiß beständig gesteigert haben. Wir haben wirklich geschuftet. Das Ambiente am Waldrand spielt dabei sicher eine Rolle, wie das Flair auf dem Gelände mit vielen Ständen, der Haifischbar und Livemusik. Und mittlerweile fahren ja auch Shuttlebusse.

Mallorca-Party am Eichberg in Schuttertal, Samstag, 10. Juni. Infos und Shuttle-Plan: http://www.mgv-schuttertal.de

ZUR PERSON: Gerhard Himmelsbach

Der 54-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der gebürtige Schuttertaler ist Busfahrer. Er ist in vielen Ehrenämtern vertreten wie im Gemeinderat für die Freien Wähler, im Vorstand des Männergesangvereins oder im Verwaltungsrat der Narrenzunft Lurewiebli. Außerdem ist er aktives Mitglied im Turnverein.  

Autor: bzl

Autor: bzl