Bei Trauerfeier läuten Glocken auch in Siebenbürgen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 07. September 2018

Schwanau

Der ehemalige evangelische Pfarrer Dieter Barthmes von Nonnenweier und Wittenweier starb im Alter von 83 Jahren.

SCHWANAU (BZ). Dieter Georg Barthmes, ehemaliger Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinden Nonnenweier und Wittenweier, ist im Alter von 83 Jahren nach einer kurzen und sehr schweren Krankheit in Wien gestorben. Erst vor wenigen Wochen waren er und seine Frau Helga von Nonnenweier nach Österreich gezogen. Dieter Barthmes kam 1993 als Pfarrer nach Schwanau. Nach seiner Pensionierung blieb er mehrere Jahre aktiv als Pfarrer und Organist. Zwei Jahre war er zudem Pfarramtsverwalter der Melanchthongemeinde in Lahr.

Geboren wurde Dieter Barthmes in Bukarest, 1944 kehrte die Familie nach Siebenbürgen zurück. Seine Jugend verbrachte er in Neustadt bei Kronstadt (Brasov), wo sein Vater Pfarrer war. Die Kirche und die Musik prägten das Leben von Dieter Barthmes seit seiner Jugend, schon als Schüler leitete er Chöre. Er studierte Theologie, ein Stipendium für ein Musikstudium schlug er zugunsten der Arbeit als Gemeindepfarrer aus. Nach seiner ersten Pfarrstelle in den Karpaten wechselte er nach Mediasch. Dort sollte er ursprünglich als Pfarrer und Kirchenmusiker tätig sein – in seinen Augen die ideale Verbindung. Doch der rumänische Staat verbot diese Kombination. So war Dieter Barthmes dort neun Jahre Stadtkantor, ehe er 1970 wieder ins Pfarramt zurückkehrte.

Die Arbeit als Musiker brachte ihm Ansehen – er erhielt regelmäßig Einladungen ins osteuropäische Ausland – aber handelte sich auch das Misstrauen des damaligen kommunistischen Staates ein. In der Folge verließ er 1983 Rumänien und wurde in Südbaden heimisch. Erst war er als Chorleiter unter anderem in Riedgemeinden tätig. Nach zwei Jahren im Pfarramt in Grenzach-Wyhlen wechselte er 1988 nach Neustadt/Schwarzwald. Neben der Ökumene war ihm auch das Einbinden der neu zugezogenen Spätaussiedler ein starkes Anliegen. Nachdem Barthmes Pfarrer in Schwanau wurde, zogen auch zwei seiner vier Kinder 1993 in die Ortenau. Nach seiner Pensionierung 2000 blieben die Kanzel und die Orgel wichtige Teile seines Lebens, nahezu jeden Sonntag hielt er Gottesdienste im Dekanat Lahr oder begleitete als Organist die Gemeinde. Er initiierte mehrere Spendenaktionen für Kirchengemeinden in Siebenbürgen: Wenn morgen, Samstag, 14 Uhr, in der Nonnenweierer Kirche die Trauerfeier beginnt, werden in mehreren Gemeinden in Siebenbürgen die Glocken in Erinnerung an den ehemaligen Gemeindepfarrer, Chorleiter und Kirchenmusiker läuten.