Der erste Versuch ist auf Anhieb gelungen

Reiner Beschorner

Von Reiner Beschorner

Di, 11. September 2018

Schwanau

Das 1. Allmeschwierer Herbschtfescht war sehr gut besucht und auch jüngere Jahrgänge zeigten Einsatz als Helfer.

SCHWANAU-ALLMANNSWEIER (rb). Das vom Männergesangverein (MGV) und Tischtennisclub (TTC) Allmannsweier zusammen mit der CVJM Schwanau (Christliche Vereinigung junger Menschen) aus der Taufe gehobene "Allmeschwierer Herbschtfescht" konnte und wollte das Straßenfest nicht ersetzten, das nach 25 Jahren abgesetzt worden war (die BZ berichtete ausführlich). Die Gemeinschaftsveranstaltung am Wochenende wurde aber zu dem, was ihr Anspruch war: die Belebung einer neuen Festkultur im Dorf.

Petrus meinte es gut mit den Veranstaltern des ersten Herbstfestes. An beiden Tagen schien die Sonne über der Rheinebene und lockte die Bevölkerung zum Außengelände der Wilhelm-Dörflinger-Schule, wo die drei Vereine ihre Festzelte aufgebaut hatten. Vielleicht war für Allmannsweier der Beginn um 17 Uhr am Samstag etwas zu früh gewählt, denn um diese Zeit waren infolge der Wetterlage die Landwirte noch auf den Feldern und die Hausbesitzer in ihren Gärten zugange.

Trotz des zögerlichen Beginns waren die Veranstalter guten Mutes, dass sich ihre Hoffnungen auf einen guten Besuch erfüllen werden, was sich dann auch bestätigte. Nachdem Stephan Dürr seinen Ofen auf Temperatur gebracht hatte und der markante Duft von frischem Flammenkuchen über dem Festgelände lag, setzte der gewünschte Zulauf ein. Zu dem Zeitpunkt stand das Servicepersonal vor und hinter der Theke längst bereit, um den Festgästen ihre kulinarischen Wünsche zu erfüllen. Diese mussten gegenüber dem Straßenfest allerdings zurückgeschraubt werden. Mit Flammenkuchen und neuem Wein kamen vor allem die Freunde einfacher Hausmannskost auf ihre Kosten. Bei Wurstweck, Pommes frites, Waffeln, Crêpes, frisch gezapftem Fassbier und alkoholfreien Getränken musste dennoch kein Gast den Festplatz hungrig oder durstig verlassen. Die musikalische Begleitung hatte am Samstagabend Hartmut Drexler mit unterhaltsamer Klaviermusik übernommen. Dürr musste gegen 23 Uhr das Feuer im Ofen löschen, weil Flammenkuchen bereits ausverkauft war. Zu diesem Zeitpunkt war das Festzelt noch fast voll besetzt. Der von Pfarrer Axel Malter am Sonntagvormittag auf dem Festplatz gehaltene Gottesdienst war ebenfalls gut besucht. Nach dessen Ende strebten nur wenige Besucher dem heimischen Herd zu, die Küchenmannschaft war mit der Zubereitung von Rindfleisch mit Meerrettich anschließend ausgelastet. Die musikalische Unterhaltung oblag am Nachmittag Akkordeon-Heiner alias Erhard Allgeier.

Martin Hertweck, Vorsitzender des Männergesangvereins, zog schon früh am Sonntag eine positive Bilanz. Er stellte eine Neuauflage des Allmeschwierer Herbschtfestes in Aussicht, dann soll – eine ausreichende Zahl von Helfern vorausgesetzt – den vielfachen Wünschen nach Kaffee und Kuchen Rechnung getragen werden.

Der auffällig niedrige Altersdurchschnitt im Helferstab der Veranstalter ließ den Eindruck entstehen, dass die jüngeren Jahrgänge im Dorf entgegen allen Unkenrufen am Vereinsleben interessiert und bereit sind, sich in der Dorfgemeinschaft zu engagieren und die neue Festkultur mit Leben zu erfüllen.

Diesen Weg haben auch der Musikverein und die Skizunft Schwanau mit einem gemeinsamen Schulhofhock, VfR-Fußballer und Musikverein mit ihrem Oktoberfest sowie die Fischwasserpächter-Vereinigung und Musikverein beim gemeinsamen Maihock mit Erfolg eingeschlagen.