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10. Februar 2015 15:46 Uhr

Bundestagsabgeordneter besucht Gemeinderat

Schuster sieht noch Chance für die Bergtrasse

SCHWÖRSTADT. "Wir wollen die Autobahn, auch wenn wir dafür Kröten schlucken müssen." Ob Berg- oder Kombitrasse, ist für die Schwörstädter längst nicht mehr die vorrangige Frage – Hauptsache es geht zügig voran. Dies betonte der Gemeinderat am Montag gegenüber dem CDU-Bundestagsabgeordneten Armin Schuster, der über den aktuellen Stand des Autobahnbaus informierte.

Der Bundespolitiker brachte wichtige Neuigkeiten mit: In wenigen Wochen habe er ein Gespräch mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrinth. Dieser komme außerdem am 6. März nach Waldshut-Tiengen, um alle wichtigen Verkehrsthemen in Südbaden zu diskutieren, also auch die A 98. Anlass für diese dichte Folge von Terminen ist die Vorlage des neuen Bundesverkehrswegeplans. Einen ersten Referentenentwurf erwartet Schuster bereits im Frühsommer und das Ergebnis im Spätherbst. "Da müssen und werden wir mit der A 98 drin stehen, sonst geht gar nichts mehr vor 2030", erklärte Schuster.

"Am Ende wird irgendeiner sagen: So ein Mist."

Armin Schuster

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Die Grundsatzfrage sei, welche Dringlichkeit die Autobahn am Hochrhein darin habe. Darum werde derzeit verhandelt. "Wir wollen die halbe Autobahn – drei Streifen mit der Option eines späteren Ausbaus des vierten Streifens", erklärte Schuster. Diese Planung entspreche den Autobahnkritikern und sei ein idealer Kompromiss mit den Befürwortern einer Bundesstraße.

Was wird kommen, die Bergtrasse oder die vom Bund favorisierte Kombitrasse (Talvariante)? Auch wenn Schuster die Euphorie in gewissen Teilen der Region für die Kombitrasse nachvollziehen könne: "Einen Joker will ich da nicht drauf setzen." Er sehe durchaus noch Chancen für die Bergtrasse. Schuster erinnert an das Jahr 2010, als die Bergtrasse nur wenige Wochen vor der Offenlage stand. "Aber wenn sie kommen sollte, muss das Ding auch verkehrswirksam werden und es gilt, für Wehr möglichst viel heraus zu verhandeln", sagte er.

Vorrangig sei jedoch, die A 98 in den Bundesverkehrswegeplan als "VB-Plus" (vordringlicher Bedarf) einzubringen. "Dabei fordern wir ganz klar eine Autobahn." Die Kosten für die halbe Bergtrasse sieht Schuster vergleichbar mit der Kombitrasse. Deren Mehrkosten – er nannte eine Zahl von bis zu 150 Millionen Euro – ließen sich nicht klein reden. Das müsse gegenüber dem Bundesverkehrsministerium deutlich zum Ausdruck gebracht werden. "Wir werden entscheiden müssen und am Ende wird irgendeiner sagen: So ein Mist", lautete das vorläufige Fazit Schusters. Gemeinderätin Doris Schütz wünschte sich – bei welcher Entscheidung auch immer – Fairness und Akzeptanz von den Nachbargemeinden für einen raschen Weiterbau.

Autor: Hildegard Siebold