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20. Januar 2012

Sehnsucht nach Ferne und Nähe

Southbound in der Linde.

FRIESENHEIM-OBERSCHOPFHEIM. Southbound ist, wenn deutsche Gemütlichkeit auf amerikanische Lässigkeit trifft. Das hat die Offenburger Country Music Gruppe in der Linde in Oberschopfheim überzeugend demonstriert. Es gab nur noch Stehplätze im Gasthaus; ein Beweis dafür, dass die Formation mit Lead-Sängerin Andrea Dieterle eine treue Fangemeinde hat. Die Fans kamen im passenden outfit, Westernstiefel und Cowboyhüte und hier und da auch ein richtiges "Necktie", das von John Wayne berühmt gemachte Western Halstuch.

Die Gruppe begeisterte mit Hits wie "Son of a Gun" und dem Evergreen von Hank Williams aus dem Jahr 1952, dem Cajun-Song "Jambalaya on the Bayou". Vor allem mit dem Song "Living on Love" traf Southbound jene eigentümliche Mischung von Wehmut und Lebensfreude, die Country ausmacht. Es ist Wehmut ohne Wehleidigkeit, und Lebensfreude ohne Partyhype. Eher war die als "Country-Party" angekündigte Veranstaltung eine Art Familienfeier mit Wohnzimmer Atmosphäre. Die kleine Tanzfläche vor der Bühne war schnell übervoll.

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Zu der Gruppe gehören Reiner Bier, Hans Enderle, Gerhard Zeil, Armin Hertle und Bernfried Adler, die alle auch mit Satzgesang ihre Lead Sängerin unterstützen. Southbound sang von "Trouble on the Way", von alter Liebe und neuen Freunden, von der Sehnsucht nach Ferne und Nähe. Seit der ersten Schallplattenaufnahme Anfang der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hat die "Country-und-Western"-Musik zahlreiche Richtungswechsel erlebt, vom Honky Tonk über Bluegrass bis hin zu dem Nashville Sound und dem "New Country". Es gelingt der Gruppe Southbound die besten Aspekte der verschiedenen Richtungen in ihre Interpretation aufzunehmen und daraus einen eigenen Sound zu machen. Andrea Dieterle versteht es auf besondere Weise, an die großen Western Sängerinnen wie Dolly Parton oder June Carter Cash zu erinnern ohne sie nachzuahmen.

Am Eingang sitzt an diesem Abend ein naher Fan der Sängerin: Ehemann Udo Meier stellt seine Westernstiefel aus. "Das sollen nur Appetithappen sein", sagt der Inhaber von Schuh-Meier aus Offenburg. "Die Stiefel kamen vor der Frau", erklärt Udo Meier, aber über die Liebe zum "Country" habe man sich kennen gelernt. Es bleibt also vieles in der großen Westernfamilie der Ortenau.





Autor: R. Tebbel