Seit 50 Jahren durch Wälder und Schluchten

Christa Maier

Von Christa Maier

Do, 12. Juli 2018

Löffingen

Am Wochenende starten die Göschweiler Volkswandertage / Sportvereinsvorsitzender Walter Kessler erinnert sich an die Anfänge.

LÖFFINGEN-GÖSCHWEILER. Beim Wandern Pause vom Alltag machen, Natur und Geselligkeit genießen, das ist wieder am kommenden Samstag und Sonntag, 14. und 15. Juli, in Göschweiler möglich, wenn zum Wutachschluchtwandern eingeladen wird. Bereits zum 50. Mal organisiert der Sportverein Göschweiler die Internationalen Volkswandertage.

Wie kam es zu dieser Veranstaltung und was hängt alles damit zusammen? SVG-Vorsitzender Walter Keßler gibt die Antwort. "Die Idee, Volkswandertage in Göschweiler auszurichten, hatte damals Gerd Pliska", sagt er. Pliska war ein regelmäßiger Teilnehmer von Volkswandertagen und so stieß dessen Vorschlag beim SV-Vorstand auf Wohlwollen, auch vor dem Hintergrund, die Vereinskasse aufzubessern. 1969 wurde dann der erste Wutachschluchtwandertag unter dem Vorsitzen Alex Bölle, dessen Stellvertreter Egon Albert und Gerd Pliska ausgerichtet. Dazu wurde ein Festzelt im Garten von Heinz Frey aufgestellt, selbst Tanzmusik und eine Gulaschkanone der Bundeswehr fehlten dabei nicht. Auch wenn 500 Wanderer auf Anhieb kamen, wurde aus dem Profit nichts. "Die Kosten waren einfach zu hoch", verdeutlicht Keßler.

Trotzdem ließ man sich nicht entmutigen. Von 1970 an wurden die Wandertage in einfacherem Rahmen auf dem Sportplatz ausgetragen, seit 1984 ist die Bürgerhalle Austragungsort. Die Resonanz auf das Angebot stieg im Laufe der Zeit, so dass man beim 10-jährigen Wandertag über 3000 Wanderer begrüßen konnte. "Damals hatten wir mehrfach vierstellige Teilnehmerzahlen", sagt Keßler. In den vergangenen 20 Jahren pendelte die Teilnehmerzahl bei 600 bis 700 ein. Mit Gründung des DVV Landesverbands Baden-Württemberg war auch der SV Göschweiler als einer der ersten Vereine Mitglied. 1989 und 2016 waren die Göschweiler Ausrichter der Landesversammlung in der Löffinger Festhalle.
Wanderwarte: Von Anfang bis 1976 zeichneten die Wanderwarte Egon Albert und Helmut Eggert für die Strecken und Ausschilderungen sowie Herrichten der Strecke verantwortlich. Ab 1977 folgte Helmut Hensler, ab 1982 Ewald Schuler, der von Werner Baader zehn Jahre lang unterstützt wurde. Von 2004 bis 2007 waren Werner Hasenfratz und Reiner Dunkels Wanderwarte. "Man braucht kein Amt, um den Verein zu unterstützten", sagt Walter Keßler. Denn von 2008 und 2017, als das Amt des Wanderwarts verwaist war, konnte er sich auf Ewald und Lore Schuler sowie Werner Baader bei der Umsetzung der Wandertage verlassen. Schuler hilft heute noch bei der Vorbereitung, Planung und Herrichten der Strecke, seine Ehefrau Lore übernimmt die Anmeldungen und den Schriftverkehr, und dies seit 1982. Seit 2018 sind Elmar und Andrea Matt im Vorstand als Wanderwarte tätig.
Wandergruppe: Die Göschweiler Wandergruppe hat nach Aussage von Keßler einen guten Bestand, wozu auch Wanderer aus der Umgebung beitragen, die den Verein bei auswärtigen Wanderveranstaltungen vertreten. Einziges lebendes Gründungsmitglied der Wandergruppe ist Egon Albert, der immer noch an Wandertagen teilnimmt.
Wandertage 2018: Ein großes Fest, wie es zuletzt beim 30-jährigen Bestehen gefeiert wurde, soll es im 50. Gründungsjahr nicht geben. Dafür wird man mit der Wandergruppe einen Ausflug unternehmen. Den Teilnehmern der diesjährigen Wandertage werden wieder Wanderstrecken über die Höhen von Göschweiler mit Panoramasicht, durch Wälder und durch die Wutachschlucht geboten. Es stehen drei verschieden lange, gut ausgeschilderte Strecken zur Verfügung, wobei die kürzeste mit sechs Kilometern auch für Familien mit Kinderwagen geeignet ist. Die beiden längeren Strecken führen über zehn und 16 Kilometern. Die drei größten Gruppen erhalten einen Ehrenpreis. Einen Sonderpreis wird für die größte Gruppe aus dem Löffinger Ösch ausgelobt. Den Gruppen mit über 25 Personen winkt ein Erinnerungsgeschenk und auf die jungen Wanderfreunde warten die DVV-Juniorserien mit Kinderquiz.

Die Startzeit am Samstag ist von 10 Uhr bis 15 Uhr. Am Sonntag kann bereits ab 7 Uhr bis 13 Uhr gestartet werden, wobei ab 6.45 Uhr ein reichhaltiges Wanderfrühstück in der Bürgerhalle angeboten wird. Am Sonntag wird ab 11 Uhr zum Frühschoppen mit der Trachtenkapelle Göschweiler eingeladen. Wanderer und Nichtwanderer sind willkommen. Es gibt Speisen und auch ein großes Kuchenbuffet wartet auf die Gäste. An beiden Tagen sind etwa 40 Helfer, manche auch an beiden Tagen, im Einsatz. "Die Veranstaltung ist kein Selbstläufer und immer eine große Herausforderung", sagt Keßler im Hinblick auf viele Faktoren, wie Wetter, Strecke oder Teilnehmerzahl, die die Wandertage zum Erfolg werden lassen.