Skilanglauf

Stefanie Böhler setzt Karriere fort

Matthias Kaufhold

Von Matthias Kaufhold

Mi, 16. Mai 2018 um 16:31 Uhr

Skilanglauf

Für ihre Entscheidung brauchte sie ein paar Wochen Bedenkzeit. Nun steht fest: Langläuferin Stefanie Böhler macht weiter. Die vierfache Olympia-Starterin aus Ibach hängt noch ein Jahr dran.

Das Saisonende der weltbesten Langläufer nach den Olympischen Spielen von Pyeongchang und den Weltcups verwechselten einige aus ihrem Bekanntenkreis mit dem Karriereende von Böhler. "Ich habe einige Mails bekommen, wie es so ist im Ruhestand", sagt die 37-jährige Hotzenwälderin. Dabei hatte sie nie ihren Abschied vom Leistungssport bekannt gegeben. Und wird das auch in diesem Jahr nicht tun: "Es geht weiter", stellt Böhler gegenüber der Badischen Zeitung klar. "Die Seefeld-Saison hänge ich noch dran."

Im österreichischen Seefeld findet von Mitte Februar bis Anfang März 2019 die Nordische Ski-Weltmeisterschaft statt. "Das ist fast vor meiner Haustür", sagt Böhler, die seit mehr als 15 Jahren am Stützpunkt in Ruhpolding lebt und trainiert.

In Tirol will die vierfache Olympia-Teilnehmerin "die Sache etwas runder abschließen als in dieser Saison". Nach einem guten Verlauf bis zur Tour de Ski ging ihre Leistungskurve im letzten Drittel des Winters nach unten. "Ich war zwar körperlich nicht müde, doch es war mental etwas zäh und kraftraubend", sagt die für den SC Ibach laufende Loipenspezialistin. Böhler weiß, wo sie den Hebel ansetzen will. "Ein halbes Jahr nur Sport, Sport, Sport. Das tut mir nicht immer gut." Auch ihr Material will sie überprüfen.

Schlickenrieders Berufung war entscheidend

Direkt im Anschluss an die Weltcupsaison sei sie nahe dran gewesen zu sagen, das war’s jetzt. Also ließ sie sich ein bisschen Zeit, gewann Abstand vom Sport. Großen Anteil an ihrem Sinneswandel hatte die Berufung von Peter Schlickenrieder zum übergeordneten Cheftrainer Langlauf. Die Position war im Deutschen Skiverband zuletzt vakant. "Die Lösung mit Schlickenrieder finde ich sehr positiv", sagt Böhler. "Ich finde es gut, wie er das mit viel Elan und Ehrlichkeit anpackt." Bei Schlickenrieder sei "das Glas halb voll und nicht halb leer".

Vor zwei Wochen ist Böhler wieder intensiv ins Sommertraining eingestiegen. Mehr als dieses eine Jahr soll es für die zweifache Staffel-Medaillengewinnerin bei Olympia (Silber in Turin 2006, Bronze in Sotschi 2014) aber nicht werden. "Das ist definitiv ausgeschlossen", stellt die ambitionierte Malerin und Künstlerin klar. "Das sagt mir mein Gefühl und mein Verstand."