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20. März 2017 17:13 Uhr

Unternehmen in der Region

Sondertüren aus Menzenschwand: Keine Chance für Ein- und Ausbrecher

Wenn es um die Sicherheit geht, greifen Planer oft zu Türen aus Metall. Dass Brand- und Rauchschutz aber auch mit Holztüren funktioniert, weiß Karl-Heinz Rogg. Er hat sich auf die Herstellung von Sondertüren spezialisiert.

  1. Karl-Heinz Rogg stellt in seiner Schreinerei in Menzenschwand Sondertüren für moderne und denkmalgeschützte Bauten her. Foto: Christiane Sahli

  2. Bei der Produktion kommt auch eine moderne CNC-Maschine zum Einsatz. Foto: Sebastian Barthmes

  3. Karl-Heinz Rogg (rechts) und seine Mitarbeiter Otmar Bader, Stefan Rupp und Ronald Zimmermann (von links) mit zwei Sondertüren. Foto: Christiane Sahli

Wenn es um die Sicherheit geht, greifen Planer oft zu Türen aus Metall – ums Aussehen geht es da meist nicht. Dass Brand- und Rauchschutz aber auch mit Holztüren funktioniert, weiß Karl-Heinz Rogg sehr gut. Seine Schreinerei hat sich auf die Herstellung von Sondertüren spezialisiert. Hohe Sicherheitsklassen und Denkmalschutz gehören bei ihm zusammen.

Von Anfang an war die 1853 in Menzenschwand gegründete Schreinerei Rogg in Familienhand. Heute führt Karl-Heinz Rogg den Betrieb in der sechsten Generation. Spezialisiert hat sich das kleine Unternehmen inzwischen auf die Herstellung von Sondertüren, unter anderem Brand- und Rauchschutztüren, aber auch einbruchs- und beschusshemmende Türen sowie Türen für denkmalgeschützte Gebäude.

Gegründet wurde der Betrieb von Berthold Birkhofer, dessen Tochter in die Familie Rogg einheiratete. Birkhofers Schwiegersohn Fridolin übernahm in der Folgezeit die Schreinerei, die im Erdgeschoss des Familienwohnhaus am Kapellenweg betrieben wurde. Rudolf Rogg war es, der im Jahr 1977 eine geräumige Werkstatt an das Wohnhaus anbaute. Karl-Heinz Rogg setzte die Familientradition fort: Nach seiner Lehre in Bernau und der Meisterprüfung im Jahr 1996 trat er 1998 in den Familienbetrieb ein, den er drei Jahre später von seinem Vater Rudolf übernahm.

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Nachfrage nach Sondertüren hat stark zugenommen

Lange Zeit war das Menzenschwander Familienunternehmen eine Bau- und Möbelschreinerei, seit 2010 haben sich Karl-Heinz Rogg und seine fünf Mitarbeiter auf die Herstellung von Sondertüren spezialisiert. Die Spezialisierung habe sich "einfach so entwickelt", sagt Rogg – die Nachfrage nach Sondertüren habe stark zugenommen.

Zu den Sondertüren gehören die Brand- und Rauchschutztüren, die aus nicht brennbaren Materialien bestehen. Die in Menzenschwand gefertigten Rauch- und Brandschutztüren finden sich in zahlreichen Hotels, Schulen, Kindergärten und den Mensen der Freiburger Universität. Auch für die Stadt Freiburg wird in der Werkstatt in Menzenschwand viel gefertigt.

Türen der Justizvollzugsanstalt Bruchsal aus Menzenschand

Verstärkt nachgefragt werden Türen mit Einbruchshemmung mit verstärktem Aufbau und speziellen Schließzylindern. Aber manche Einrichtungen benötigen auch ausbruchssichere Türen und so stammen einige Türen der Justizvollzugsanstalt Bruchsal aus Menzenschander Produktion. Sie zeichnen sich durch eine besondere Dicke und verstärkte Bänder und Schlösser aus. Besonders dick, nämlich mit einer Holzauflage von 35 Millimetern versehen, sind die schusssicheren Türen, über die unter anderem das Freiburger Polizeipräsidium verfügt.

Bei der Gestaltung und der Größe gibt es wenige Einschränkungen – für ein Berliner Geschäftshaus lieferte Rogg beispielsweise vier Meter hohe Türen. Manchmal beginnt nach der Fertigstellung in Menzenschwand eine weitere Reise, denn auch im deutschen Konsulat in Nigeria sind Türen aus dem Familienbetrieb montiert.

Besonderen Schutzanforderungen müssen auch Türen in historischen Gebäuden genügen – nur darf man ihnen nicht ansehen, dass sie eine Sondertüre sind. Karl-Heinz Rogg hat sich auch darauf spezialisiert, Türen für denkmalgeschützte Gebäude zu bauen. Da gelte es, modernsten Standard dem alten Bestand anzupassen. Im Schloss Schwetzingen sind solche Türe zum Beispiel eingebaut.

Spezialisten, die alle Arten von Sondertüren anfertigen, gibt es nur wenige, sagt Rogg. Im Landkreis Waldshut ist die Schreinerei der einzige Betrieb, in Baden-Württemberg sind bis zu fünf und in ganz Deutschland rund 20 Betriebe, weiß der Schreinermeister. Um die Zukunft brauche er sich also keine Sorgen zu machen, denn der Bedarf an Sondertüren sei ungebrochen.

Autor: Christiane Sahli