Spenden sind gut angelegt

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Sa, 06. Dezember 2008

Gundelfingen

Alle Projekte in Indien umgesetzt / Katholische Frauen spenden für "Wasser ist Leben".

GUNDELFINGEN. Die Spenden der Indienhilfe "Wasser ist Leben" kommen an und werden vor Ort ganz im Sinne der Geldgeber eingesetzt. Davon hat sich Inge Dännart bei ihrem mehrtägigen Indienaufenthalt Mitte November persönlich überzeugen können.  Sie berichtet gegenüber der BZ.

"Die Kinderhäuser sind alle frisch gestrichen, zwei neue Toiletten sind erstellt und die Wege der gesamten Anlage sind vollständig mit neuen, wetterbeständigen Steinplatten versehen", erzählt Inge Dännart. Anfang des Jahres wurden die Probleme im Naya Jeevan, dem Kinderdorf in der Nähe von Bombay, aufgelistet. "Diese wurden nun zu 90 Prozent abgearbeitet." Außerdem werden die Räume im Kinder-Aids-Krankenhaus gerade neu gestrichen. Dort konnten jetzt sogar zwei Räume komplett als Klassenzimmer ausgestattet werden. "Weil es viele Schlangen im Kinderdorf gibt, müssen die Wege zwischen den Kinderhäusern beleuchtet werden. Eine Solar-Anlage soll dafür angeschafft werden", erklärte die Gundelfingerin.

Mit Hilfe der Biogasanlage, die mit Abfallholz gefüttert wird, spart das Kinderdorf hohe Gas- und Stromkosten. "Man kann sagen, dass sich die Installation der Biogasanlage für den Küchenbetrieb mit der Versorgung von fast 400 Kindern bereits mehr als amortisiert hat." Auch der Farmbetrieb laufe vorbildlich und werfe genug Erträge für die Eigenversorgung und die benachbarten Stationen ab.  

In der Slumschule Malvani werden rund 300 Kinder in drei Schichten unterrichtet. Dort haben die Schwestern "Helpers of Mary" mit hohem Engagement ein Sozialzentrum errichtet. Die ersten jungen Frauen haben hier ihre Schneiderei-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und ein Zertifikat sowie eine Nähmaschine als Startkapital erhalten. Nähaufträge bekommen sie von privaten Kunden, Kleingewerbe sowie von großen Textilunternehmen. "Die jungen Mütter erwirtschaften mit ihrer Näharbeit das Schulgeld für ihre Kinder", erzählt Inge Dännart, "und die Kinder müssen dann nicht mehr auf dem Müllberg arbeiten". Sehr erfolgreich ist ebenfalls die Einrichtung der Frauenkooperativen. Eine kleine Gruppe von Frauen bekommt für einen Marktstand einen Microkredit. Nach Abzug des vereinbarten Rückzahlungsbetrages werden die Einnahmen auf die Frauen verteilt. "Die Frauen verdienen damit ihren Lebensunterhalt und werden dazu selbstbewusster und zukunftsorientierter für sich und ihre Kinder."

Die Indienhilfe  "Wasser ist Leben" entstand aus einer  kleinen Initiative, die sich bei einem Schulfest der Johann-Peter-Hebel Grundschule entwickelt hatte. In den letzten Jahren wurden Projekte mit einem Spendenvolumen von über zwei Millionen Euro gefördert. Um diese Beständigkeit zu erhalten gaben die Verantwortlichen im vergangenen Jahr der Initiative eine Vereinssatzung mit dem Ziel der Förderung ärmster Kinder in Indien unter der Obhut der christlichen Ordensgemeinschaft "Helpers of Mary" in Andheri/Bombay. Insbesondere sollen die Mädchen lepröser Eltern und HIV-infizierte Mädchen und Jungen im Kinderdorf gefördert werden. Aber auch die "Müllkinder" von Malwani/Bombay sollen weiterhin mit finanzieller Hilfe Gundelfinger Bürger in der dortigen Slumschule Bildung erhalten.

Für diese effektive Selbsthilfe spendete die Katholische Frauengemeinschaft (KFD) Bruder Klaus der Indienhilfe 1000 Euro. Damit werden zehn Nähmaschinen für die Schneiderinnen-Ausbildung in Malvani gekauft. Das Geld der KFD stammt aus den Einkünften des Martinimarkts.

Spendenkonto: Stichwort: "Kinderdorf oder Slumschule oder Patenschaften", Raiffeisenbank Gundelfingen, Kto. Nr. 30 30 300, BLZ 680 642 22. Für Spendenbescheinigungen vollständige Adresse angeben.