Eisvögel geraten unter Druck

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Mo, 16. April 2018

USC Eisvögel

Niederlage im ersten Playoff-Finale um den Aufstieg in Liga eins.

BASKETBALL. Zweite Bundesliga Süd Frauen, erstes von maximal drei Playoff-Finalspielen: Jahn München – USC Freiburg 60:54 (18:13, 18:17, 8:15, 16:9). Rückschlag auf dem Weg zurück in die erste Bundesliga für die Basketballerinnen aus Freiburg: Am Sonntagnachmittag setzte es bei Jahn München eine Niederlage, jetzt müssen die Eisvögel zweimal in Folge ihre Heimspiele gewinnen, wenn sie in der nächsten Saison wieder in der ersten Bundesliga spielen wollen. Nun stellt sich die Frage: Scheitert die junge Mannschaft womöglich am neuen Modus?

Nächstes Wochenende haben die Eisvögel spielfrei, weil Jahn München Ausrichter des Final-Four-Turniers der weiblichen Nachwuchs-Bundesliga ist. So kommt es zur zweiten Finalpartie erst am Samstag, 28. April, 19.30 Uhr, in der Freiburger Unisporthalle. Ein drittes Finale würde ebenfalls in Freiburg stattfinden – und zwar am Sonntag, 6. Mai, 16 Uhr.

Der Modus, nach dem der Hauptrundenerste USC Freiburg in der Finalserie zuerst ein Auswärtsspiel zu bestreiten hat, ist neu. Er wurde von den teilnehmenden Teams der Gruppen Süd und Nord vor dieser Spielzeit geändert. Grund war die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren die Finalserie meist mit 2:0 Siegen für die Mannschaft endete, die die Hauptrunde auf Rang eins abgeschlossen hatte. Dies hatte zu dem Umstand geführt, dass der Aufstieg der Teams (im Süden zuletzt Heidelberg) nach einer Auswärtspartie feststand. Dadurch konnten die Vereine den Aufstieg nicht mit vielen Fans feiern, sondern nur mit den (meist wenigen) mitgereisten Anhängern.

Jetzt ist ist die Heimspiel-Reihenfolge geändert. Doch das setzt die Eisvögel-Mannschaft nach der Niederlage in München gehörig unter Druck. USC-Trainer Pierre Hohn war schon vor dem Spiel am Sonntag ein erklärter Gegner des neuen Modus’: "Weil er das beste Team der Hauptrunde nicht belohnt, sondern eher bestraft." Doch Lamentieren hilft nun nichts.

Im Playoff-Semifinale hatte sich der USC Freiburg gegen den Hauptrundenvierten SG Weiterstadt mit 2:0 Siegen behauptet und damit vor einer Woche spielfrei gehabt. München setzte sich gegen den Hauptrundenzweiten Bad Homburg, der als einziges Team in der Runde zweimal gegen die Eisvögel gewonnen hatte, mit 2:1 Siegen durch und war damit im wöchentlichen Spielrhythmus geblieben. Noch ein Vorteil für München?

Am Anfang schien es so. Ein guter Start ins Spiel ist für die das Eisvögel-Team in dieser Saison ziemlich wichtig, im ersten Playoff-Finale klappte der indes nicht. In den ersten drei Minuten wollte kein Korb aus dem Spiel heraus fallen – nur ein Freiwurf war die Ausbeute. 1:6 lagen die Freiburgerinnen hinten, doch danach fanden sie in der Offensive etwas ins Spiel. Auch weil drei Münchener Spielerinnen kurz nach Mitte des ersten Viertels bereits zwei Fouls auf ihrem Konto hatten. Und da das erste Playoff-Finale sowieso eine Partie acht gegen zwölf war, da die Gastgeberinnen vier Akteurinnen weniger hatten als der Gegner, war ein Ziel des USC, den Münchnerinnen so viele Fouls wie möglich anzuhängen. Doch auch das klappte nicht gut.

Nach der schwachen Startphase steigerte sich Freiburg, bei dem Rückkehrerin und Verteidigungsspezialistin Juliane Hodapp eine Bereicherung fürs USC-Spiel war. Im zweiten Viertel gingen die Gäste sogar durch einen Dreier von Lea Ouedraogo in Führung (25:24). Doch zum Ende des Viertels stellte München vor 400 Zuschauern den alten Abstand wieder her und zog mit einer 36:30-Halbzeitführung in die Kabinen. Aus denen kam wieder Jahn München beschwingter heraus. Bereits nach knapp zweieinhalb Minuten des dritten Viertels sah sich Hohn genötigt, eine Auszeit zu nehmen, sein Team lag nun zweistellig zurück (32:42). Die Auszeit wirkte: Mit einem 11:0-Run, den die starke US-Amerikanerin Kristen Gaffney mit zwei Punkten abschloss, übernahmen die Breisgauerinnen die Führung. Die hatten sie, wenn auch ganz knapp, nach 30 von 40 Spielminuten inne (45:44). Doch im letzten Durchgang konnten sich die Gäste immer weniger durchsetzen. "Unsere Wurfquote war für ein Finalspiel zu schlecht", sagte Trainer Hohn. Kelly Hughes, die zweite US-Spielerin im Freiburger Dress, blieb bei acht Wurfversuchen gar ohne Punkt. Und das Team lag bei Zwei-Punkt-Versuchen bei 38 Prozent, bei Dreiern sogar nur bei 15 Prozent. Pierre Hohn: "Das müssen wir in zwei Wochen unbedingt besser machen."

Der USC Freiburg spielte mit: Zdravevska, Rodefeld 14 Punkte/davon 1 Dreier, Wieczorek, Nufer 6, Kapitza (nicht eingesetzt), Hoffmann, L. Ouedraogo 3/1, Paunovic 6, Hodapp 5/1, Hughes, Gaffney 20, Mayer.