Basketball

Endspiel für die abstiegsbedrohten Eisvögel

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 11. März 2017

USC Eisvögel

Freiburgs Erstliga-Basketballerinnen spielen am Samstagabend gegen Nördlingen. Sollten sie in der heimischen Unisporthalle verlieren, droht der Abstieg nach 17 Erstliga-Jahren.

FREIBURG. Die akut abstiegsgefährdeten Erstliga-Basketballerinnen des USC Freiburg treffen am zweitletzten Hauptrundenspieltag an diesem Samstag (19.30 Uhr) in der Unisporthalle auf das Team aus Nördlingen. Es ist das Spiel der Spiele: Verliert die Auswahl aus dem Breisgau, dann steigt sie nach 17 Erstliga-Jahren in die zweite Bundesliga ab – vorausgesetzt der Punktabzug aus dem Marburg-Spiel bleibt für die Eisvögel bestehen.

Am 28. Januar, bei der Partie in Hessen, war bekanntlich aufgefallen, dass auf dem Spielerpass der Serbin Jovana Vukoje ein "A" steht, so dass sie als Nicht-EU-Ausländerin geführt wird. Somit hätte der USC im Spiel in Marburg vier nicht EU-Ausländerinnen eingesetzt, doch erlaubt sind nur drei. Der USC legte Widerspruch ein, aber die Ligenleitung bestätigte den Punktabzug. Daraufhin rief der Klub aus Freiburg fristgerecht das letztinstanzliche Schiedsgericht der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) an, das nun binnen eines Monats nach Eingang des USC-Widerspruchs zu entscheiden hat. Der Vorsitzende Sascha Dieterich ließ auf BZ-Anfrage lediglich ausrichten, es handle sich um ein laufendes Verfahren, weswegen keine weiteren Auskünfte erteilt würden. Er ließ damit auch die Frage unbeantwortet, ob eine Entscheidung über den Punktabzug eventuell erst nach der Saison 2016/17, die am 18. März endet, falle.

Freiburgs Erstliga-Basketballerinnen gehen also mit der Ungewissheit ins Spiel, ob aus den elf Punkten, die sie offiziell vor den beiden ausstehenden Partien gegen Nördlingen (zwölf Punkte) und in einer Woche beim bereits abgestiegenen Team von Rotenburg-Scheeßel (acht Punkte) auf ihrem Konto haben, vielleicht doch noch zwölf werden. Die Klubführung um den Sportlichen Leiter Harald Janson hat am Montag vor dem Training noch einmal eindringlich auf die Spielerinnen eingewirkt, sich nicht mit möglichen Tabellen-Konstellationen zu beschäftigen, sondern den Fokus einzig und allein auf eine gute Leistung im Spiel gegen die Wohnbau Angels zu legen. Und wie bekommt man die Tabellenlage am besten aus dem Kopf? "Indem die Mannschaft auf hohem Niveau und sehr konzentriert trainiert", sagt USC-Trainer Sascha Bozic.

Klar ist: Gewinnen die Eisvögel beide Partien, schaffen sie den Klassenerhalt. Denn dann überholen sie in der Tabelle auf jeden Fall Nördlingen. Die Situation ist so eng, dass das USC-Team rein theoretisch auch die Mannschaften aus Halle und Chemnitz (beide 14 Punkte) noch überflügeln kann und damit sogar den achten und damit letzten Playoff-Platz erreichen würde.

Doch daran verschwenden sie beim USC, der an diesem Wochenende eigentlich das Finalturnier in der Central Europe Women League bestreiten sollte (aber dieses absagte, weil kein geeigneter Ersatztermin für das Punktspiel gegen Nördlingen gefunden wurde), derzeit keinen Gedanken. Vielmehr bereitet Trainer Sascha Bozic seine Mannschaft ausschließlich auf das Spiel an diesem Samstag gegen den Tabellen-Drittletzten aus Bayern vor. "Wir wissen, dass es um alles geht. Ich hoffe, unsere Zuschauer kommen in Scharen in die Halle, schreien sich die Stimme heißer und klatschen sich die Hände wund", sagt der Coach.

Verzichten muss er – wie zuletzt – auf die am Knie verletzte Spielmacherin Jovana Vukoje, die in dieser Saison nicht mehr eingesetzt werden kann. Ansonsten sind alle Spielerinnen einsatzfähig, wenn auch nicht hundertprozentig fit (Sasha Weber, Kristen McCarthy).

Entscheidend dürfte sein, wie die junge Mannschaft der Gastgeber mit dem Druck des Gewinnenmüssens fertig wird. Denn spielerisch müsste es der USC Freiburg allemal drauf haben, die Wohnbau Angels zu besiegen. Die Bayerinnen, die in der Vorrunde daheim mit 77:66 gewannen, warten seit nunmehr sechs Partien auf einen Sieg. Der Gast hat seine Stärken unterm Korb, wo vor allem auf die treffsichere Kanadierin Kimberly Pierre-Louis zu achten ist, die mit 18,4 Punkten pro Spiel Rang zwei der Bundesliga-Scorerliste belegt.

Topspielerin hin oder her: Nach dem Abstiegsduell werden wohl Tränen fließen. Entweder vergossen von Eisvögeln oder von Engeln.