Gebrüder Zuverlässig

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

Fr, 17. März 2017

Basketball

Die Basketballtrainer Patrick und Martin Huber und die verzwickte Aufstiegslage beim USC II.

BASKETBALL. Rückblick, Mai 2014. Das bittere Ende schien ziemlich nah. Dabei hatte der USC Freiburg II das Relegationshinspiel gegen Trier klar mit 15 Punkten Abstand gewonnen. Der Aufstieg der Eisvögel-Reserve in die zweite Bundesliga schien in trockenen Tüchern. Aber die Gastgeber gaben sich nicht auf – und führten im Rückspiel plötzlich mit 19 Punkten. Letzter Ausweg Auszeit: Und die Trainer Patrick und Martin Huber fanden die richtigen Worte. Denn ihre Schützlinge drehten die Partie, gewannen gegen Trier gar ein zweites Mal. Patrick Huber schwärmt noch heute davon: "Im Siegestaumel will man natürlich aufsteigen. Nach drei starken Regionalliga-Jahren hätten es die Spielerinnen verdient."

Die Geschichte könnte sich in diesem Sommer so ähnlich wiederholen. Seit jenem denkwürdigen Mai-Tag ist viel passiert. Nach drei ordentlichen Regionalliga-Jahren steht der USC II wieder ganz oben und könnte sich erneut für die Relegation qualifizieren. Das Potenzial, diese zu gewinnen, wäre wieder da. Aber zu einem Aufstieg käme es auch dieses Mal wohl kaum. Nur Parallelen also? Keineswegs: "Der Erfolg ist dieses Jahr sportlich höher einzuschätzen", sagt Mediziner Patrick Huber beim Abstellen einer Cappuccino-Tasse. Bruder und Mathematiker Martin Huber, das Schoki noch in der Hand, erläutert: "Die Spielerinnen sind jünger, sportlich weniger weit."

Vor drei Jahren hatten die gestandenen Spielerinnen gerade ihren Uniabschluss in der Tasche und verließen das Team. Auch deshalb wurde der Aufstieg nicht wahrgenommen. Die Huber-Bürder blieben. Mit einem stark verjüngten Team hielten sie nach starker Rückrunde die Klasse. Dann aber strichen auch sie die Segel. Es folgten eine Interimssaison unter Leandro Heitz und ein Mittelfeldplatz.

Seit Sommer 2016 sind die Brüder zurück. Und mit ihnen der Erfolg. Bis Sonntag stand die Reserve an der Tabellenspitze. Da verlor man gegen Absteiger Karlsruhe und ist derzeit Dritter. Noch ist die Meisterschaft nicht futsch. Allerdings muss die Konkurrenz jetzt patzen. Sollte das passieren, könnte es zur ewigen Misere zweiter Mannschaften kommen. Qualifiziert sich diese, bleibt ihr im Falle des Abstiegs der Eisvögel aus der ersten Liga der Aufstieg verwehrt. Zwei Mannschaften aus einem Verein in der gleichen Liga sind hier nicht erlaubt. Die Huber-Brüder haben sich damit abgefunden. Die Entwicklung der Spielerinnen stünde im Vordergrund, sagen sie unisono.

Wie sich die Brüder charakterisieren lassen, erfährt man am Seminar für Lehrerausbildung. Carolin Riehle und Sascha Bozic eint dort derzeit, dass sie keine Zeit haben. Beide stecken bis über beide Ohren in den Untiefen der ersten Referendariatswochen. Auch der Sport lässt sie kaum durchschnaufen. Eisvögel-Trainer Bozic zerbricht sich den Kopf über den drohenden Abstieg, Regionalliga-Teamleaderin Riehle über die Meisterschaft.

Aber die 26-Jährige und den 31-Jährigen eint noch mehr: Sie sind Huber-Experten. Riehle spielt seit vier Jahren unter den Brüdern, Bozic wohnte zehn Jahre mit Patrick Huber zusammen, Bruder Martin verpasste die stundenlangen WG-Basketballanalysen fast nie. "Sie sind basketballverrückte Taktikfüchse", sagt Bozic. "Martin ist als Mathematiker Analytiker durch und durch, Patrick eher der Impulsive und Emotionale", ergänzt Riehle.

Die Brüder sehen in ihrer Trainertätigkeit einen gemeinsamen Nenner: "Alle Spielerinnen sollen wissen, woran sie sind", sagen sie. Dass das gelingt, bestätigt Bozic: "Sie sind super wichtig für den Verein." Wichtig für ihr Team wird es, am Sonntag im Heimspiel gegen Stuttgart (15.30 Uhr, Sepp-Glaser-Halle) in die Erfolgsspur zurückzukommen. Das Hinspiel ging deutlich in die Binsen. Falls es mit der Meisterschaft etwas werden soll, muss ein Sieg her. Aber die Gebrüder Zuverlässig werden sich schon etwas einfallen lassen. Auf die Hubers ist Verlass.