Aufstieg der Eisvögel

KOMMENTAR: Mehr als Normalität

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Mo, 07. Mai 2018

USC Eisvögel

Geschafft! Die Basketballerinnen des USC Freiburg haben den Betriebsunfall des Erstliga-Abstiegs vom März 2017 umgehend repariert und sind nach dem Sieg vom Sonntag gegen Jahn München wieder zurück in der Beletage des deutschen Frauen-Korbballsports. Für viele Basketball-Interessierte mag der Aufstieg Normalität bedeuten. Schließlich hatten die Eisvögel die Rückkehr in Liga eins als Saisonziel ausgegeben, in der zweiten Liga bereits unter Erstligabedingungen trainiert (zwei Mal täglich) und sich in Pierre Hohn einen hauptamtlichen Trainer geleistet, was im semiprofessionellen deutschen Frauen-Zweitliga-Basketball nicht überall der Fall ist. Eine Selbstverständlichkeit ist der Aufstieg allerdings nicht. Denn die Eisvögel starteten mit dem jüngsten Team der Liga in die Saison, sie verpflichteten nur zwei ausländische Spielerinnen – und sie blieben ihrer Maxime treu, junge deutsche Spielerinnen zu fördern und zu entwickeln. Diesen Weg will das Team um den seit mehr als zwei Jahrzehnten für die USC-Frauen tätigen Sportlichen Leiter Harald Janson weitergehen. Gleichwohl wird das in der ersten Liga deutlich schwieriger als in der zweiten Liga. Denn nur noch bei ganz wenigen Erstligisten steht die Nachwuchsförderung oben auf der Prioritätenliste. Behält der USC diese Richtung bei, sollten sich die Fans nicht an Erfolgen wie deutscher Vizemeisterschaft und nationalem Pokalsieg orientieren, sondern am Klassenerhalt.