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23. Januar 2012 00:03 Uhr

67:83

USC Eisvögel: Basketballerinnen verlieren gegen Wolfenbüttel

Bei Basketballspielen zwischen dem Team aus Wolfenbüttel und den Frauen des USC Freiburg hat das Alltägliche keinen Platz. Vielmehr dominiert das Ungewöhnliche. Auch dieses Mal.

  1. Auch Jahzinga Traceys 20 Punkte konnten die Eisvögel-Niederlage nicht verhindern. Foto: Seeger

WOLFENBÜTTEL. Im zweiten Spiel nach der Weihnachtspause gewann der Tabellenzweite aus dem Norden mit 83:67 (25:13, 19:18, 21:20, 18:16) gegen den Spitzenreiter aus dem Süden, der aber auch nach dem 14. von 22. Hauptrundenspieltagen die Tabelle noch deutlich anführt.

Manche Experten sagen, im Wolfenbütteler Basketball würden Eishockey-Verhältnisse herrschen. Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Denn analog zu der Sportart mit dem Puck, in der allenthalben Klubs Pleite machen und kurze Zeit später unter dem Slogan "Auferstanden aus Ruinen" ein neuer Verein mit meist altem Personal entsteht, haben auch Wolfenbüttels Basketballerinnen eine veritable Pleite hingelegt. Vergangene Saison firmierten sie noch unter der Abkürzung BC. Dann war das Geld alle, Insolvenz wurde angemeldet – und schwuppdiwupp der BV Wolfenbüttel gegründet. Wieder mit erstklassigem Personal, sogar vier Spielerinnen aus den USA leistet sich der BV nun. In der Winterpause wurde noch die Estin Heila Rosenfeldt verpflichtet. Trainer ist Vlastibor Klimes, nur für Gotteslohn coacht er keine Mannschaft. In Kapitänin Charmaine Callahan und Katharina Fikiel stehen auch zwei ehemalige USC-Freiburg-Spielerinnen im Kader – und das sicherlich nicht nur wegen der frischen Luft im Norden.

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Ungewöhnlich war auch der Saisonstart, als eine Spielerin auf dem Spielberichtsbogen stand, die noch gar nicht spielberechtigt war. Also wurde die Partie gegen Langen/Hofheim mit 0:20 gewertet – und Wolfenbüttels Team mit einem Minuspunkt bestraft. Deshalb ist der BV Wolfenbüttel die einzige Mannschaft in der Frauen-Bundesliga, die mit einer ungeraden Punktzahl in der Tabelle erscheint. Nach dem Sieg gegen den USC Freiburg haben die Norddeutschen nun bei 19 Punkten noch drei Zähler Rückstand zum USC Freiburg. Doch um den USC zu überholen, muss der BV vier Zähler (= zwei Siege) gut machen.

So kompliziert wie diese Rechnerei waren auch die Verhältnisse bei der Ansetzung der Partie. Wolfenbüttel verlegte die Partie von der größeren Lindenhalle in die kleinere Halle am Landeshuter Platz. Dort müssen die Trainer quasi von den Geräteräumen aus coachen. Danach fiel den Verantwortlichen des BV ein, dass eine Verlegung von 17 auf 18 Uhr vonnöten sei. Und dann wollten sie das Spiel noch von Samstag auf Sonntag verlegen (wogegen sich der USC jedoch sträubte).

Weitere Parallele: Hatten die Eisvögel das Hinspiel nach einer bemerkenswerten 0:22-Punkte-Serie im letzten Viertel verloren (69:80), so genügten auch dieses Mal wenige Minuten, um die Partie vorzuentscheiden. 8:7 führte die Mannschaft von Trainer Harald Janson, doch fünf Minuten später lag sie mit 11:23 hinten. Zwar gelangen einige erfolgreiche Dreipunktewürfe, doch unterm Korb konnte sich der USC wie schon im Hinspiel nicht gut in Szene setzen. Denn Katharina Fikiel und Co. fischten sich ein Drittel mehr Rebounds als die Breisgauerinnen. Noch etwas Ungewöhnliches.

Wolfenbüttel: Rosenfeldt (6 Punkte), Kulite (5), Nikagbatse (7/davon 1 Dreier), Hartwich, Fikiel (16), Harris (13), Callahan (9/1), S. Berger, Haughian (11), Watson(16). Freiburg: Turner (3/1), Ch. Höre (7/1), Möller, F. Höre (3/1), Tracey (20), Schindler (3/1), Bondarenko (2), Paunovic (11/2), Brunckhorst (8/1), Lomax (10), Schlüter. Zuschauer: 400.

Autor: Georg Gulde